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24.07.2020

So umweltfreundlich sind die Autos in der Region

Die Zahl der Autos mit den klassischen Antrieben Benzin und Diesel ist in der Region in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.
Bild: Julian Stratenschulte, dpa

Plus Umweltfreundlich und nachhaltig soll der Verkehr in Zukunft sein. Aber wie sauber und zeitgemäß sind die Autos schon heute in der Region? Eine Datenanalyse.

Jeder, der sich schon einmal zu den Hauptverkehrszeiten auf Augsburgs Straßen gewagt hat, weiß: Die Opfer, die wir für unsere uneingeschränkte und bequeme Mobilität bringen, sind nur schwer schönzureden. Es stinkt, es ist laut, es staut sich. Und Besserung ist kaum in Sicht, im Gegenteil: Die Autos auf unseren Straßen in der Region werden immer mehr. Aber wie umweltfreundlich sind unsere Pkw eigentlich?

Ein Blick auf die nackten Zahlen. Rund 8,1 Millionen Autos sind laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) derzeit auf Bayerns Straßen unterwegs. Deutschlandweit sind es rund 48 Millionen. Über den Daumen gepeilt hat also fast jeder zweite Mensch im Land ein eigenes Auto. Ein Rekord in der Geschichte der Bundesrepublik. Ähnlich sieht die Situation auch in der Region aus. Zu Beginn dieses Jahres waren es nach Angaben des KBA rund 1,3 Millionen Autos - die verteilen sich auf rund 2,2 Millionen Menschen. Spitzenreiter ist hier der Landkreis Augsburg mit insgesamt 165.086 Autos, dicht gefolgt von der Stadt Augsburg, wo 138.686 Autos gemeldet sind.

Der Verkehr soll in Zukunft aber möglichst umweltfreundlich sein, da sind sich viele Menschen einig. Zwischen Wunsch und Realität klafft jedoch eine große Lücke. Derzeit ist der Verkehr nach Angaben der Bundesregierung für rund 19 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland verantwortlich. Hauptverursacher sei hier der Straßenverkehr: 96 Prozent der Verkehrsemissionen stamme aus den Motoren von Autos und Lastwagen. Letztere seien für etwa ein Drittel davon verantwortlich.

Zwei Drittel der Autos in der Region fahren mit Benzin

Das bedeutet im Umkehrschluss: Knapp zwei Drittel der Verkehrsemissionen kommt aus den Auspuffen der Autos. Moderne Technik und alternative Antriebe wie Gas-, Hybrid- und Elektromotoren sollen künftig die Schadstoffbilanzen der Pkw aufpolieren. Aber ein Blick auf die Zahlen in der Region verrät, dass der Anteil dieser neuartigen Antriebsarten bislang noch nahezu marginal ist. Etwa zwei von drei der hiesigen Autos haben nach wie vor Otto-Motoren, sprich sie laufen mit Benzin. Diesel tankt etwa jeder dritte Autofahrer. Unter 1000 Autos auf den Straßen in der Region, findet man im Schnitt lediglich zwei Wagen mit Elektromotor.

Das liegt vermutlich auch daran, dass ein Elektroauto für viele Menschen nur schwer finanzierbar ist. Sie setzen deshalb weiterhin auf die klassischen Verbrenner. Das verdeutlicht auch ein Blick auf die Zahlen des KBA. Aus 772.343 Benzinern im Jahr 2010 wurden in der Region innerhalb von zehn Jahren 836.632 Stück. Noch eindrücklicher ist die Entwicklung bei den Dieselautos. Vor zehn Jahren waren noch 309.926 Dieselautos unterwegs, heute sind es 457.376 Stück.

Zahl der Hybrid- und Elektro-Autos in der Region hat sich mehr als verdoppelt

Immerhin ist die Zahl der Hybrid- und Elektroautos in der Region im gleichen Zeitraum von 808 auf 19.692 gestiegen. Zumindest prozentual ist das dem Zuwachs bei Benzin und Diesel sehr deutlich überlegen. Wie genau sich die Verteilung auf die verschiedenen neuartigen Antriebe in der Vergangenheit in der Region verteilt hat, lässt sich aus den Zahlen des KBA nicht auslesen. Denn Hybrid- und Elektromotoren werden erst seit 2017 differenziert erfasst.

Zumindest werden auch die herkömmlichen Verbrennungsmotoren dank modernen Technik immer umweltfreundlicher. Ein Blick auf die Zahlen des KBA für die Region bestätigt das. Etwa ein Drittel der Autos mit Benzin- oder Dieselmotor hat demnach die beste Schadstoffklasse, Euro 6. Jeweils rund ein Viertel der Autos fällt in die Kategorie Euro 5 und Euro 4 - mit diesen Schadstoffklassen ist die Fahrt in städtischen Umweltzonen noch erlaubt.

Die Schadstoffklasse wird in Relation zum Gewicht des Autos ermittelt

Etwa jedes zehnte Auto in der Region erfüllt dieses Kriterium nicht. Rund ein Prozent der Autos in der Region sind in der schlechtesten Schadstoffklasse Euro 1 angesiedelt. Der Großteil, nämlich rund acht von zehn der hiesigen Autos darf demnach nach den gültigen EU-Normen wohl als verhältnismäßig sauber bezeichnet werden.

In diesem Zusammenhang beunruhigend ist allerdings: Deutschlands Treibhausgas-Bilanz des Verkehrssektors hat sich nach Angaben der Bundesregierung im Vergleich zu 1990 so gut wie nicht verändert. Zahlen für unsere Region liegen nicht vor, hier dürfte es sich aber ähnlich gestalten. Das liegt - so die Vermutung der Bundesregierung - auch daran, dass die Autos immer größer und schwerer werden. Die Energieeffizienz der Fahrzeuge habe sich zwar verbessert. Doch der Trend zu größeren, schwereren und leistungsstärkeren Fahrzeugen hebe diese Entwicklung auf. Allein von Januar 2019 bis Januar 2020 ist die Zahl der zugelassenen SUVs in Deutschland laut KBA um rund 20 Prozent auf fast vier Millionen gestiegen.

Die Blick auf die Entwicklung der Autos in der Region nach den Schadstoffklassen der EU muss deshalb differenziert betrachtet werden. Zwar ist der Anteil der Euro 6, also der saubersten Schadstoffklasse, in den vergangenen zehn Jahren in der Region deutlich gestiegen. Insgesamt umweltfreundlichere Kleinwagen schneiden im direkten Vergleich mit großen und schweren SUVs allerdings oft schlechter ab - das liegt an der Berechnungsweise der Schadstoffklassen. Weil ein großes Auto fast doppelt so viel wiegt, aber nicht doppelt so viel verbraucht, wird es ingesamt als effizienter angesehen. Der Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß, und somit auch die Schadstoffklasse, werden also in Relation zum Gewicht eines Fahrzeugs ermittelt, es zählen bei der Berechnung also nicht die absoluten Verbrauchswerte.

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