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Lokalrundfunktage

03.07.2018

Spitzenwerte für RT1 und a.tv

Gefragt: Markus Söder am Dienstag in seiner Heimatstadt Nürnberg.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Trotz Unionskrise zeigt sich Bayerns Ministerpräsident am Dienstag bei den Lokalrundfunktagen gut gelaunt - kritisiert aber die öffentlich-rechtlichen Sender.

Für Markus Söder ist dieser Termin ein Heimspiel. Und so zeigt sich der bayerische Ministerpräsident am Dienstag bei den 26. Lokalrundfunktagen, dem größten Kongress zum lokalen Hörfunk und Fernsehen in Deutschland, bestens gelaunt. Söder habe seinen Humor wiedergefunden, stellt sogar Ulrich Maly fest, SPD-Oberbürgermeister von Nürnberg. Söders Heimatstadt.

Für Söder stellt der Auftritt eine Verschnaufpause im Streit mit der Schwesterpartei CDU um die Flüchtlingspolitik dar. Er hat eigens die Sitzung seines Kabinetts – an diesem Dienstag in Nürnberg – um eine Stunde verschoben, um hier sein zu können und das Grußwort zu sprechen. In dem findet er lobende Worte für den Lokalfunk. Dieser sei eine „einzige Erfolgsgeschichte in Bayern“ und habe „reihenweise große Talente“ hervorgebracht. Zuvor vergaß er nicht zu erwähnen, dass auch er gelernter Journalist sei: Söder war Redakteur beim Bayerischen Rundfunk. Typisch Söder.

Söder: „Bräuchten nicht dauernd eine Diskussion um Gebührenerhöhungen“

Ernst wird er dagegen, als er eben jenen gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk – und indirekt den ARD-Vorsitzenden und BR-Intendanten Ulrich Wilhelm – kritisiert: Wenn die Öffentlich-Rechtlichen so wirtschaften würden wie die privaten Lokalsender, „bräuchten wir nicht dauernd eine Diskussion um Gebührenerhöhungen“, sagt er. Um Heimat geht es dem ehemaligen Heimatminister auch. „Die Menschen identifizieren sich über ihre Region und über ihre Heimat. Sie interessieren sich und wollen wissen, was vor Ort passiert“, sagt er. „Das Lokalradio und Lokalfernsehen sind daher auch Zukunftsformate für Medien.“

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Darüber herrscht in Nürnberg Einigkeit unter Medienforschern und Rundfunk-Machern. Für Siegfried Schneider, den Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), sind die Lokalsender „Sprachrohr ihrer Region“ und hätten damit ein Alleinstellungsmerkmal. Wer vor Ort gut verankert sei, habe Zuspruch. Denn: „Heimat gewinnt!“

Spitzenwerte für Hitradio RT1 und a.tv

Das belegt Schneider zufolge auch die diesjährige „Funkanalyse Bayern 2018“, die im Auftrag der BLM von Kantar TNS Media Research durchgeführt wurde, vor allem beim Radio. Hier sei bei der Tagesreichweite das drittbeste Ergebnis der vergangenen 30 Jahre erzielt worden. Felix Kovac, Geschäftsführer der Augsburger rt1.media group – ein Unternehmen, das zur Mediengruppe Pressedruck (Augsburger Allgemeine, Allgäuer Zeitung, Main-Post, Südkurier) gehört –, kann das nur bestätigen. Gerade mit Blick auf den erfolgreichen Start des Senders Hitradio RT1 für den Kreis Neuburg-Schrobenhausen, der seit Oktober 2017 empfangbar ist. „Die rt1.media group freut sich über eine Reichweitensteigerung von insgesamt mehr als 36 Prozent“, sagt Kovac. Er freut sich über Spitzenwerte für die vier Hitradio RT1-Sender und den Regional-TV-Sender a.tv.

Felix Kovac fordert: Keine Geldgewinnspiele und weniger Werbung im BR

Zugleich weist er auf die Probleme des bayerischen Lokalfunks hin. Neben dem „Dauerthema digitale Transformation“ sei dies vor allem die „anhaltende Konkurrenz durch den Bayerischen Rundfunk“. Der kopiere gezielt die Programme der Privatradiostationen, um seine Hörerzahlen zu befeuern. Das habe mit dem Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen nichts zu tun, sagt Kovac, der auch Vorsitzender der Vereinigung Bayerischer Rundfunkanbieter und der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk ist. Er fordert vom BR eine Selbstverpflichtung, auf Geldgewinnspiele zu verzichten und Werbung stark zu reduzieren.

Zuversichtlich können die Lokalsender-Verantwortlichen die Ergebnisse der Funkanalyse stimmen. Für diese wurden rund 41.000 Personen ab 14 Jahren in Bayern befragt. Aus ihr geht hervor, dass lokales Radio überdurchschnittlich die jungen Hörer erreiche, wie Medienforscher Oliver Ecke in Nürnberg erklärt. Der Studie zufolge hören 86,3 Prozent der bayerischen Bevölkerung an einem durchschnittlichen Werktag Radio. Die durchschnittliche Hördauer liegt bei 233 Minuten. Auf die höchste Tagesreichweite kommt der öffentlich-rechtliche Sender Bayern 1 mit 29,5 Prozent (gut 3,25 Millionen Hörer) vor dem landesweit empfangbaren Privatsender Antenne Bayern mit 28,4 Prozent (3,1 Millionen Hörer).

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