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Tourismus

30.11.2017

Streit um Neuschwanstein

Der Name und das Bild von Neuschwanstein zieren die verschiedensten Souvenirs. Doch ist der Name eine Marke? Darüber wird nun gestritten.
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Der Name und das Bild von Neuschwanstein zieren die verschiedensten Souvenirs. Doch ist der Name eine Marke? Darüber wird nun gestritten.

Warum sich der Europäische Gerichtshof mit dem berühmten Schloss befassen muss

Neuschwanstein ist in erster Linie ein Schloss. Doch damit nicht genug, denn das viel besuchte Gebäude oberhalb Hohenschwangaus gilt bei vielen Touristen auch als beliebtes Souvenirmotiv. Angefangen bei Postkarten ziert es beispielsweise auch Tassen, Bierkrüge, Spielkarten, Schmuckdosen oder sogar Taschenuhren. Seit dem Jahr 2005 ist der Schlössername als Marke des Freistaats Bayern in Deutschland eingetragen, seit 2011 sogar beim Europäischen Markenamt. Doch der Bundesverband Souvenir Geschenke Ehrenpreise (BSGE) hat eine Klage dagegen eingereicht. Der Fall wird seit gestern vor dem Europäischen Gerichtshof verhandelt.

Es steht zur Debatte, ob der Freistaat Neuschwanstein als Marke beanspruchen darf. Sollte das Schloss als Marke zugelassen bleiben, könnte Bayern Lizenzgebühren für jedes Produkt mit dem Motiv verlangen. Allerdings gehe es nach Angaben einer Sprecherin der Schlösserverwaltung viel mehr um den „Schutz der kultur- und identitätsstiftenden Funktion von Neuschwanstein“.

Dafür zeigt Christoph Marlo, Leiter des Museums der Bayerischen Könige in Hohenschwangau, Verständnis. Auch im Museumsshop finden sich einige Schloss-Souvenirs. „Neuschwanstein sollte nicht verramscht werden“, sagt er. Deshalb findet er den rechtlichen Schutz des Begriffs „Neuschwanstein“ wichtig.

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Auch Matthias Günes nimmt der Staatsregierung die Absicht des Kulturschutzes ab. Er ist stellvertretender Geschäftsführer des Hotels Müller in Hohenschwangau, zu dem mehrere Souvenirshops gehören. „Ich glaube schon, dass der Freistaat den Namen schützen will und nicht aus wirtschaftlichen Gründen handelt“, erläutert er. Möglichen Lizenzgebühren steht er aber skeptisch gegenüber. Sie würden nämlich Konsequenzen für die Hersteller haben: „Die werden die Preise anziehen und wir Händler müssten die Preise dann auch anpassen“, erklärt er.

Einer der Hersteller von Neuschwanstein-Souvenirs ist die Arthur Schnabel GmbH aus Kaufbeuren. Geschäftsführer Thomas Schnabel verfolgt natürlich die Debatte. Und er kritisiert, dass der Freistaat Neuschwanstein als Marke eingetragen hat. „Souvenirs erzielen keine große Marge, deshalb rentiert es sich nicht mehr, sie herzustellen, wenn Lizenzgebühren erhoben werden“, sagt er. Doch er sieht noch ein größeres Problem, sollte der Freistaat recht bekommen: „Das würde eine gewisse Willkür auslösen. Die Frage ist, ob es Mode wird, sich Schlösser oder Städte als Marke eintragen zu lassen.“

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