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Garmisch-Partenkirchen

13.09.2020

Superspreaderin: Innenminister Herrmann fordert Konsequenzen für US-Touristin

Der massive Anstieg an Corona-Infektionen geht höchstwahrscheinlich auf eine Superspreaderin aus den USA zurück.
Bild: Markus Scholz, dpa (Symbolbild)

Garmisch-Partenkirchen gilt als Corona-Hotspot. Der Ausbruch geht wohl auf eine Touristin zurück. Bayerns Innenminister fordert Konsequenzen.

Nach einem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. "Sollte sich bestätigen, dass die Frau bewusst trotz eindeutiger Corona-Symptome die Quarantäne ignoriert hat, muss sie mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen", sagte Herrmann dem Münchner Merkur (Montag).

"Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden, dass jeder mit empfindlichen Sanktionen rechnen muss, der in dieser besonderen Situation der Pandemie gegen die Regeln verstößt und andere vorsätzlich in Gefahr bringt."

Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen ging wohl auf Superspreaderin zurück

Garmisch-Partenkirchen war von einem heftigen Corona-Ausbruch getroffen, der wohl auf eine US-amerikanische Touristin zurückgeht.

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Die junge Frau soll in mehreren Lokalitäten unterwegs gewesen sein, obwohl sie Symptome hatte, wie der Sprecher des Landratsamtes, Stephan Scharf, am Samstag sagte. Sie wäre damit eine sogenannte Superspreaderin.

Die 26-Jährige reiste nach Angaben des Landratsamtes "Anfang September oder Ende August" nach Deutschland ein und soll mehrere Tage im Nachtleben vom Garmisch-Partenkirchen unterwegs gewesen sein. Ob sie das Virus aus den USA mitbrachte und möglicherweise Quarantäne-Regeln missachtete, ist noch unklar.

US-Touristin steckte in Unterkunft wahrscheinlich 23 Menschen an

In einer Unterkunft auf dem Gelände von US-Streitkräften, in der sie übernachtet hatte, wurden nach Angaben Scharfs bislang 23 Menschen positiv getestet. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen auf 33 an einem Tag. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das Landratsamt verhängte daraufhin Einschränkungen für die Marktgemeinde. Dort dürfen sich beispielsweise nur noch fünf Menschen in der Öffentlichkeit treffen.

"Aus medizinischer Sicht ist mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Infektionen im Landkreis zu rechnen", teilte das Landratsamt mit und verhängte in der rund 26.000 Einwohner zählenden Marktgemeinde am Freitag Beschränkungen für das öffentliche Leben. "Wir wollen das Nachtleben, das der Auslöser war, runterfahren."

Wegen US-Touristin: Landratsamt schränkt Nachtleben ein

Alle Gaststätten müssen dort um 22 Uhr schließen. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen - das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt.

Weil sich bislang nicht alle Kontaktpersonen nachverfolgen ließen, fordert die Gesundheitsbehörde diejenigen, die an oder vor diesem Abend in örtlichen Bars unterwegs waren, auf, sich bei der Hotline des Gesundheitsamtes (08821/ 751-500) zu melden und sich testen zu lassen.

Wegen der hohen Infektionszahlen wurde die für diesen Samstag geplante Veranstaltung "Ausbremst is" von den Organisatoren abgesagt. Auch die Kundgebung von Landwirten aus Protest gegen die Ausbreitung von Wölfen in Bayern an diesem Sonntag fällt coronabedingt aus. (dpa)

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14.09.2020

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Lady ein wenig Gaga ist oder?

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12.09.2020

Der Artikel ist teilweise überholt. Sie war keine Touristin, sondern lebte und arbeitete in Garmisch!

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