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Tagung in München
25.10.2015

Karriereberaterin: Auch Frauen brauchen einen Stammtisch

Monika Scheddin leitet die Woman's Business Akademie.
Foto: Sandra Eckhardt

Männer setzen sich im Job häufiger durch als Frauen. Anlässlich einer Tagung für Businessfrauen in München sagt eine Expertin, wie sich das ändern lässt.

Bei der Karriereplanung hinken Frauen in Deutschland den Männern nach Ansicht einer Expertin immer noch hinterher. Selbst ehrgeizige Frauen hätten ihr Ziel meistens nicht klar vor Augen und gingen deshalb nicht strategisch vor, sagte die Leiterin der Woman's Business Akademie, Monika Scheddin, anlässlich einer Tagung für "Businessfrauen" am Samstag in München.

Besonders das Netzwerken werde unterschätzt: "Die meisten Frauen fangen erst damit an, wenn sie Beziehungen dringend nötig haben", sagte Scheddin, die früher als Managerin in Konzernen gearbeitet hat und seit 20 Jahren Coachings für Frauen anbietet. Männer hingegen profitierten bei dem Aufstieg auf der Karriereleiter von Kontakten, die sie über Jahre pflegten. 

Frauen fragen sich zu oft: "Kann ich das?"

Auch ein Stammtisch kann aus Sicht von Scheddin nützlich sein: "Viele Männer haben eine Stammkneipe- oder ein Restaurant, in das sie immer gehen. Aber wir Frauen wollen immer wechseln." Damit käme man jedoch nie in den Genuss von Privilegien, die Stammgäste bekommen. "Es macht aber auch vor Kunden einen guten Eindruck, wenn der Kellner einen mit Namen begrüßt und man einen besseren Tisch bekommt."

Auch als Führungskraft könnten Beziehungen nützlich sein, um Posten zu besetzen. "Männer verteilen Aufträge sehr gerne an Kumpel, die sie vom Golfplatz oder Fußball kennen." Bei Frauen sei die Devise hingegen: "Weil wir uns kennen, möchte ich Dir keinen Auftrag geben." Scheddin warnt: "Das ist ein Fehler." 

Aber auch mit Perfektionismus stehen sich Frauen nach Ansicht der Karriereberaterin oft selbst im Weg: Während ehrgeizige Männer schon "hier" schreien, ohne überhaupt zu wissen worum es geht, fragten sich Frauen erst tagelang "Kann ich das?". Scheddin rät zu mehr Mut: "Lieber unvollkommen begonnen als perfekt gezögert."

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