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Tegernsee: Bräustüberl-Chef Peter Hubert: Das ist der Wirt, der Google verklagte

Tegernsee

Bräustüberl-Chef Peter Hubert: Das ist der Wirt, der Google verklagte

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    Peter Hubert und Ehefrau Caterina. Die Bräustüberl-Gastronomen gingen gegen Google vor.
    Peter Hubert und Ehefrau Caterina. Die Bräustüberl-Gastronomen gingen gegen Google vor. Foto: Bräustüberl

    Eigentlich ist Peter Hubert kein Streithansel, sondern ein bodenständiger Wirt aus Oberbayern, der am liebsten Kalbshaxe mit Knödeln isst und gerne mit seiner Hündin Sina spazieren geht. Aber irgendwann ist es auch ihm einfach zu viel. Zwei Jahre, sagt er vor der Verhandlung, habe er es gütlich mit Google versucht. „Jetzt müssen wir eben gegen den Weltkonzern klagen.“

    Der Pächter des Herzoglichen Bräustüberls Tegernsee wehrte sich gegen falsche Angaben, die die Suchmaschine nach seiner Darstellung seit Jahren über sein Lokal machte. Im Internet sei durchgehend angezeigt worden, dass sein Wirtshaus voll ist und Gäste sich auf Wartezeiten bis zu 90 Minuten einstellen müssen – obwohl zeitgleich im „Bräustiwi“ noch etliche Tische frei gewesen seien. Hubert versuchte vergeblich, schriftlich und telefonisch die Angaben bei Google richtigzustellen. Kein Erfolg. Dreimal verschickte er eine Klageschrift an den Konzern, doch die Schreiben seien nie angekommen. Am Mittwoch sollte nun das Landgericht München I entscheiden, ob ein Gerichtsvollzieher die Klageschrift an den Konzern überbringt.

    Klage gegen Google: Bräustüberl-Wirt Hubert sieht sich als Gewinner

    Doch dazu kam es nicht. Der geplante Termin zur mündlichen Verhandlung am Mittwoch vor dem Landgericht München I sei abgesagt, teilte Wirt Peter Hubert am Dienstagabend mit. Google habe den Unterlassungsanspruch anerkannt, um Aufhebung des Termins gebeten - und sei damit einem Rechtsstreit aus dem Weg gegangen. "Das Bräustüberl hat gewonnen!", teilte die Traditionsgaststätte mit.

    Ein Google-Sprecher bestätigte die Absage des Termins. "Wir haben die Funktion "Wartezeiten" ja bereits im Juli wunschgemäß für das Restaurant am Tegernsee gesperrt. Ebenso haben wir die Forderung anerkannt, die Funktion gesperrt zu lassen."

    Für seine Kollegen aus der Gastronomie und aus anderen mittelständischen Betrieben war der 51-jährige Wirt aus Rottach-Egern schon vorher sowas wie ein Held. „Ich bekomme viel Rückendeckung und durchweg positiven Zuspruch.“ Er selbst hätte nie gedacht, was bei Google alles im Argen liege und wie viele Probleme andere Unternehmer mit dem Internetriesen hätten. „Dabei bin ich durchaus Internet-affin.“

    Das sieht man gleich, sobald man sich durch seine Profile auf Facebook und Instagram klickt. Fotos von seiner Ehefrau Caterina, 31, und dem knapp einjährigen Sohn Valentin beim Urlaub auf Ibiza. Schnappschüsse an Fasching, beim Sautrogrennen, vom Besuch des DFB-Pokalspiels in Berlin und mit Prominenten wie Manuel Neuer und Gerhard Schröder. Der Gastronom nutzt seine freie Zeit, wenn es ihm die Arbeit erlaubt.

    Das Bräustüberl am Tegernsee gibt es seit 1675

    Seit 16 Jahren führt Peter Hubert bereits das Bräustüberl. 2003 übernahm er die Pacht für das Traditionswirtshaus, das es seit 1675 gibt. Seither hat er die Gasträume umgebaut und die Anzahl seiner Mitarbeiter von 60 auf 120 verdoppelt. „Und das, obwohl ich lange Zeit nichts mit Gastronomie zu tun hatte.“

    Geboren ist Peter Hubert in Rheinfelden in Baden-Württemberg. Da beide Eltern aus Holzkirchen stammen, wuchs er in Oberbayern auf. Der Vater war bei den Stadtwerken, die Mutter Hausfrau. In seiner Jugend jobbte er als DJ und Barkeeper, später eröffnete er ein Weinlokal. Dann bewarb Hubert sich mit 35 Jahren als Pächter für das Bräustüberl und wurde sofort genommen. „Dabei bin ich eigentlich in die Gastro nur so reingerutscht.“

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