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Verkehr

20.06.2019

Tirol sperrt Landstraßen für Reiseverkehr - Bayern nennt das "reine Schikane"

Nicht betroffen sind Autofahrer, die direkt nach Innsbruck oder in die umliegenden Dörfer wollen, versicherte ein Sprecher der Polizei.
Bild: Matthias Balk/Archiv (dpa)

Verstopfte Landstraßen in Tirol: Die einen wollen sich die Maut sparen, die anderen den Stau im Ferienverkehr umgehen. Damit ist Schluss - zumindest bis September.

Auf Transitreisende kommen während der Ferienzeit im österreichischen Bundesland Tirol erhebliche Einschränkungen zu. Seit Donnerstag gilt ein Fahrverbot auf Landstraßen, die von Urlaubern zur Umfahrung der Staus oder zur Vermeidung der Maut auf den österreichischen Autobahnen genutzt werden.

Diese Entscheidung gab die Landesregierung Tirols nach Angaben der Nachrichtenagentur APA bekannt, wenige Tage nachdem der Europäische Gerichtshof (EuGH) einer Klage Österreichs folgte und die geplante deutsche Pkw-Maut stoppte. Aus Bayern kommt scharfer Protest.

Daher sollen auch die Autobahnabfahrten im Großraum Innsbruck für den Durchgangsverkehr gesperrt werden, wie der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA bereits am Mittwoch erläuterte. Vor allem die vom Transitverkehr betroffenen Dörfer auf der Strecke zwischen Deutschland und Italien sollen so entlastet werden.

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Bayern: "Tiroler Verhalten ist reine Schikane"

Bayerns Staatsregierung reagierte mit Empörung und Unverständnis auf die Ankündigung. "Das Tiroler Verhalten ist unsäglich und reine Schikane", sagte Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU). Außerdem sei das Verhalten des Nachbarlandes rechtswidrig. "Ich erwarte, dass die EU-Kommission dieses Verhalten sehr schnell unterbindet und für freien Reiseverkehr in Europa sorgt."

Reichhart stellte auch Gegenmaßnahmen in Aussicht: "Sollte die EU-Kommission dieses Verhalten durchgehen lassen, dann muss es auch für die stark belasteten bayerischen Autobahnen und Landstraßen in der Grenzregion gelten." Mit Tirol seien Gespräche vereinbart. Von deren Ausgang wolle man Bayerns Reaktion abhängig machen.

Tirol sperrt Landstraßen für Reiseverkehr - bis Mitte September

Die drastische Maßnahme soll an allen Wochenenden von Samstag um 7 Uhr bis Sonntag um 19 Uhr gelten - und zwar bis Mitte September. Nicht betroffen sind Autofahrer, die direkt nach Innsbruck oder in die umliegenden Dörfer wollen, versicherte Platter. Die Fahrverbote gelten für den gesamten Verkehr, ob Auto, Laster oder Motorrad.

Inzwischen seien auch Vorkehrungen getroffen worden, dass die Navigationsgeräte die Umfahrungen nicht mehr anzeigen, hieß es weiter. Dazu seien den Navi-Betreibern die aktuellen Verkehrsdaten in Zusammenhang mit dem Verbot zur Verfügung gestellt worden, zitierte APA den Leiter der Tiroler Verkehrspolizei, Markus Widmann. Da aber nicht sicher sei, dass die Navi-Anbieter die neuen Daten auch einspeisen, sollten bereits am Donnerstag an den gesperrten Ausweichrouten auch Polizeistreifen kontrollieren. 

Betroffen sind laut APA die Ausfahrten zwischen Hall und Zirl auf der Inntalautobahn (A12), sowie bei Patsch und bei Gries am Brenner auf der Brennerautobahn (A13). Die Brennerstraße selbst ist von den Verboten nicht betroffen. (dpa/lby)

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Die Diskussion ist geschlossen.

21.06.2019

Wie will man sicher feststellen wohin jemand will? Und wie wollen Sie , ja Sie!; nachweisen das sie kein Durchfahrer sind sondern Zielverkehr?

Europa = jeder macht was er will, langfristig durchdacht ist nichts und im Fall der Fälle beharken sich die Nachbarn....

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21.06.2019

Es wird über Österreich gemeckert und in Deutschland bekommt man nichts auf die Reihe, siehe Autobahn-maut.

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20.06.2019

Die Strecke ist älter als die Christenheit. Wer an ihr wohnt hat Nutzen und Nachteile. Wer den Nachteil nicht will, braucht auch den Nutzen nicht. So einfach ist das.

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20.06.2019

Die CSU-Persönlichkeiten sollten sich zurück halten. Das Mautfiasko lässt grüßen.

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20.06.2019

Die schützen ihre Bürge vor Dreck und Lärm.
Nimm dir lieber ein Beispiel, CSUv, wie man seine Menschen und nicht seine Wirtschaftsinteressen in den Fordergrund stellt.
Oder wollt ihr schlicht von eurem Mautdesaster ablenken? 6, setzen!

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20.06.2019

Im Gegensatz zur - glücklicher Weise gescheiterten - Ausländermaut sind davon auch Fahrzeuge mit österreichischem Kennzeichen betroffen, sofern es sich um Durchreisende handelt. Anders gesagt. Auch Fahrer aus Bregenz müssen auf die Autobahn bzw. dürfen nicht runter.

Und es geht hier nur um Landstraßen. Weder die Brennerstraße, noch der Fernpass sind davon betroffen. In beiden Fällen handelt es sich um Bundesstraßen.

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20.06.2019

Was heißt hier "reine Schikane"!? Meines Wissens nach ist Österreich (Tirol) ein souveräner Staat und hat das gute Recht am Wochenende den Mautumfahreren den Weg auf die mautpflichtigen Wege zu zeigen und extrem stark befahrene Dörfer zu entlasten. Zudem ja nicht nur Bayern sondern auch Deutsche, Niederländer, Dänen o.ä. nach oder durch Tirol fahren müssen. In wie weit Tirol den Dilettanten Scheuer und Dobrindt jetzt zeigen will was möglich ist, wenn man es professionell anstellt sei dahingestellt. Zumal in Deutschland ja nun auch auf Landstrassen blaue Tollcollect Säulen stehen um die Umfahrung der LKWs auf Landstrassen und der damit verbundenen Belastung entgegen zu treten.

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20.06.2019

Die Österreicher machen das, was für die Anwohner anscheinend gut ist, bloß unsere Politiker sind zu stur und Autoindustrie hörig, um ein Tempolimit durchzusetzen.
Dann hätten die Raser, die extra aus dem Ausland dazu kommen, endlich keinen Grund mehr !

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