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Unfall am Tegelberg
13.08.2011

Dramatische Bilder: So landete der Gleitschirm in der Seilbahn

Großeinsatz am Tegelberg im Allgäu: Mit Hubschraubern mussten die Menschen aus der Seilbahn gerettet werden, nachdem ein Gleitschirm-Pilot im Seil gelandet war.
7 Bilder
Großeinsatz am Tegelberg im Allgäu: Mit Hubschraubern mussten die Menschen aus der Seilbahn gerettet werden, nachdem ein Gleitschirm-Pilot im Seil gelandet war.
Foto: dpa

Manfred Laudahn wollte am Freitag mit seinem Gleitschirm am Tegelberg starten. Plötzlich wurde er Zeuge des Seilbahn-Unfalls - und hielt die dramatischen Szenen im Bild fest.

Laudahn betreibt die Seite abschweb.de und ist ein erfahrener Gleitflieger. Am Freitag wurde er Augenzeuge des Seilbahn-Unfalls am Tegelberg im Allgäu. Am frühen Nachmittag war da ein anderer Gleitflieger-Pilot mit dem Seil der Tegelbergbahn kollidiert. Es kam zu einer Notabschaltung der Seilbahn. Der Gleitschirm-Pilot und sein Tandem-Passagier mussten gerettet werden.

In den zwei gestoppten Gondeln hingen zunächst ebenfalls 50 Menschen fest. Die 30 Personen aus der talseitigen "unteren" Gondel konnten bis zum frühen Abend befreit werden. Außerdem wurden mit Hubschraubern über 130 Menschen, die an der Bergstation festsaßen, ins Tal gebracht. Die 20 Menschen in der bergseitigen Gondel mussten - mehrere hundert Meter über dem felsigem Abgrund - 17 Stunden auf ihre Rettung warten und konnten erst am Samstagmorgen mit Hubschraubern befreit werden.

Die dramatischen Sekunden des Zusammenstoßes zwischen Gleitflieger und Seilbahn wurden von Augenzeuge Laudahn beobachtet und auf Bildern festgehalten.  Der Roßhauptener veröffentlichte die Fotos auch auf seiner Webseite abschweb.de und berichtete wie er das Unglück erlebte.

"Da kracht es. Ich bin fassungslos"

 

Er sei mittags am Tegelberg angekommen und habe beobachtet, dass dort ein Kamerateam Filmaufnahmen machte, so Laudahn. "Ein Hamburger-Hafen-mäßig gekleideter Mann soll mit einem der regelmäßigen Tandempiloten mitfliegen, die Kamerafrau mit dem nächsten", schildert er seine Beobachtungen. "Ich lenke meinen Blick auf das Auslegen des nächsten Schirms. Da kracht es. Ich bin fassungslos. Der Tandem in den Seilen der Tegelbergbahn. Scheint zumindest solide festzuhängen."

Die Bahn sei dann stillgestanden, schreibt Laudahn auf seiner Seite weiter. "Die Gondeln hängen auf der Strecke. Bevor da noch Startverbot ausgesprochen wird, starte ich lieber." Er sei dann losgeflogen. Erst bei der Auswertung meiner Fotos habe er gesehen, so Laudahn, "dass der Pilot nach dem Ausdrehen die rechte Bremse nicht in der Hand hat. Mir ist unbegreiflich, wieso er in hundert Meter Flugstrecke bis zu den Seilen das Problem nicht beheben konnte - und sei es mit dem hinteren Tragegurt."

Ermittlungen zur Unfallursache dauern an

 

Warum es tatsächlich zu dem Zusammenstoß kam, wird unabhängig davon derzeit noch ermittelt. Polizeisprecher Christian Owsinski sprach von einer "unerwartete Windböe", die dem "sehr erfahrenen Piloten" zum Verhängnis geworden sei. Dagegen erhob der Geschäftsführer der Tegelbergbahn, Franz Bucher, am Samstagmorgen schwere Vorwürfe gegen den Gleitschirmpiloten. "Der Mann hat grob fahrlässig gehandelt". Ein Überfliegen der Gondelseile sei streng verboten. AZ

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