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Unterfranken
24.10.2019

Betrunkener überfährt Theresa (20) - und muss nur Geldstrafe zahlen

Die 20-jährige Theresa starb, weil ein junger Mann betrunken Auto fuhr.
Foto: Marc Tirl, dpa (Archiv)

Plus Eine Frau stirbt. Verantwortlich dafür ist ein junger Mann, der sie betrunken überfuhr. Im Prozess entschuldigt sich der Richter bei den Eltern beinahe für das Urteil.

Als das Urteil gesprochen ist, steht Elke und Ronald Stahl das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Nachdem Reporter und Prozessbeobachter den Gerichtssaal verlassen haben, beraten sich die Eltern von Unfallopfer Theresa, die als Nebenkläger aufgetreten waren, minutenlang mit ihrem Anwalt. Später verlassen sie wortlos mit Tränen in den Augen das Gebäude.

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25.10.2019

Ich verstehe, dass man einen absolut volltrunkenen Fahrer, der sich nicht mal mehr bewusst hinters Steuer setzt, aufgrund seiner Schuldunfähigkeit nicht wegen fahrlässiger Tötung verurteilen kann.

Aber es gibt den § 323 a StGB ( https://dejure.org/gesetze/StGB/323a.html) der besagt:

>>Wer sich vorsätzlich oder fahrlässig durch alkoholische Getränke oder andere berauschende Mittel in einen Rausch versetzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn er in diesem Zustand eine rechtswidrige Tat begeht und ihretwegen nicht bestraft werden kann, weil er infolge des Rausches schuldunfähig war oder weil dies nicht auszuschließen ist.<<

Es wäre nach diesem also möglich gewesen, den Fahrer wie einen Trunkenheitsfahrer zu verurteilen, der eben nicht komplett schuldunfähig ist. Ist 5000 Euro Geldstrafe da so der übliche Gegenwert für ein Menschenleben? Otto Wiesheu erhielt für seine Trunkenheitsfahrt mit 1,99 Promille, bei der ein Mensch ums Leben kam in erster Instanz 13 Monate ohne Bewährung, in zweiter 12 Monate mit Bewährung.

Ein paar Monate Gefängnisaufenthalt wären nicht schädlich gewesen auch als Zeichen an die Gesellschaft, dass Volltrunkenheit nicht vor Strafe schützt.

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24.10.2019

Es mag ja sein, dass dieses Urteil den geltenden juristischen Vorgaben entspricht. Das ändert aber nichts daran, dass es vom Ergebnis her gesehen skandalös ist, ungerecht, lächerlich, eine Verhöhnung der Angehörigen. Das Urteil ist ein wiederholter Beweis dafür, dass unser Rechtssystem degeneriert ist. Wer hier noch bestreitet, dass wir eine täterorientierte Justiz haben, dem ist nicht mehr zu helfen. Und mit Verlaub - da muss man kein "Rechtspopulist" sein, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Da fährt einer einen Menschen rotzbesoffen tot, und das Ergebnis ist 5000 € Geldstrafe. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist der Richter ein Schwachmat (das ist aber wohl nicht der Fall, so wie es beschrieben ist) oder es ist eben die Gesetzgebung völlig unzureichend. Alles für den Täter, das ist die Devise unserer Justiz und unserer Gesetze.

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24.10.2019

Man lege sich in Zukunft eine Flasche Wodka ins Handschuhfach, wer weiß, wofür das nochmal gut ist .....

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24.10.2019

Solche Urteile gehen nicht. Den Käse was der Richter von sich gibt, ist für die Familie ein weiterer Schlag ins Gesicht.

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24.10.2019

Der Richter ist imho wohl der Letzte, dem hier was anzulasten ist. Das Problem begann doch schon beim Gutachten, das mehr Empathie für den Täter als für das Opfer erkennen lässt.

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