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Unwetter im Allgäu
27.07.2021

Starkregen im Oberallgäu: Keller vollgelaufen, Straßen überflutet

Das Hochwasser erreicht am Montagabend das südliche Oberallgäu. Das Bild zeigt den Goymoos-Kreisel nahe Rettenberg.
Foto: Davor Knappmeyer

Starkregen und Hagel sorgten am Montagabend für teils chaotische Verhältnisse im südlichen Oberallgäu. Am Dienstag droht schon wieder Starkregen in Bayern.

Rabenschwarze Wolken zogen am Montagnachmittag über das südliche Oberallgäu, dann legte das Unwetter los: Platzregen und Hagel sorgten für teils chaotische Verhältnisse. Vor allem Sonthofen, Burgberg, Rettenberg und Blaichach waren betroffen. Verletzt worden sei nach derzeitigem Kenntnisstand niemand, hieß es von der Polizei am Dienstagmorgen.

Unwetter im Allgäu: Vollgelaufene Keller und überflutete Straßen in Sonthofen

Vor allem in Sonthofen fiel das Unwetter nach Angaben der Einsatzzentrale im Kemptener Polizeipräsidium besonders heftig aus: Hier liefen zahlreiche Keller voll, Straßen waren überflutet. Am Goymoos-Kreisel zwischen Immenstadt und Rettenberg spielten sich kurzzeitig dramatische Szenen ab: Vier Insassen eines Autos waren in ihrem Fahrzeug eingesperrt, da das Wasser bis zur Motorhaube stand. Wasserwacht und Technisches Hilfswerk waren im Einsatz, alle Personen konnten gerettet werden. Angrenzende Felder nahe des Kreisverkehrs waren großflächig überflutet.

Auch auf den Straßen herrschte am Montagabend wegen des Unwetters Chaos.
Foto: Davor Knappmeyer

Am späteren Montagnachmittag folgte dann die nächste Meldung, die zunächst Schlimmeres befürchten ließ: Offenbar drohte im Ofterschwanger Ortsteil Oberzollbrücke ein Hang abzurutschen. Mehrere Wohnhäuser wären davon betroffen gewesen. Als sich die Einsatzkräfte allerdings die Lage vor Ort anschauten, konnten sie laut Polizei Entwarnung geben. Es bestand keine Gefahr für Anwohner. Lediglich die Wassermassen bahnten sich ihren Weg ins Tal.

Wasserschaden in Kindergarten und Schule in Blaichach

In Blaichach kam es einem Kindergarten sowie in der Grund- und Mittelschule zu einem Wassereinbruch, wie betroffene Eltern am Montagabend erfuhren. Dadurch ist am Dienstag die Betreuung der Kinder nur eingeschränkt möglich.

Das Gerücht, dass das Handynetz ausgefallen sei, konnte die Polizei nicht bestätigen: Da eine Vielzahl an Notrufen eingegangen sei, war das Netz vermutlich überlastet, erklärte ein Sprecher.

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Das Landratsamt Oberallgäu rief Autofahrer am Montagabend zu äußerster Vorsicht auf und riet dazu, auf unnötige Fahrten in der Region zu verzichten. Später beruhigte sich die Lage. In der Nacht kam es nach Polizeiangaben zu keinen weiteren Einsätzen wegen des Unwetters.

21 Autokennzeichen in Sonthofen gefunden

Insgesamt 21 Autokennzeichen sind nach den Unwettern in der Stadt Sonthofen im Allgäu gefunden worden. Die Nummernschilder hätten sich durch Starkregen und teils überflutete Straßen von den Autos gelöst und seien weggespült worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Die meisten der gefundenen Kennzeichen habe man inzwischen an die Besitzer zurückgegeben, hieß es. Die restlichen Schilder könnten Betroffene bei der Sonthofener Polizei abholen.

Die Polizei vermutet, dass die Kennzeichen meist nicht mehr festgeschraubt, sondern mit Plastik-Clips befestigt werden. Durch Erschütterung könnte sich dann das Plastik verbiegen und das Kennzeichen herausspringen.

Deutscher Wetterdienst erwartet am Dienstag erneut Starkregen in Bayern

Der Deutsche Wetterdienst rechnet am Dienstagnachmittag und -abend von den Alpen ins südliche Vorland ausgreifend mit einzelnen Gewittern. Dabei kann es zu Starkregen mit Mengen zwischen 15 und 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Hagel und Böen zwischen 50 und 70 Stundenkilometern kommen. Auch Unwetter mit Regenmengen über 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde, Hagelhörner um drei Zentimeter und schwere Sturmböen um 90 Stundenkilometer sind nicht ausgeschlossen.

In vielen Teilen des Landes müssen Einsatzkräfte wegen Unwettern ausrücken

Auch in Götting im Landkreis Rosenheim pumpte ein Großaufgebot von Einsatzkräften wegen Überschwemmungen ein Wasser ab. Mit Hochleistungspumpen seien in der Nacht zum Dienstag große Mengen von Oberflächenwasser und aus dem übervollen Goldbach abgepumpt worden, teilte das Landratsamt mit. "Da müssen wir schauen, dass der Bach einigermaßen im Bett bleibt", sagte ein Sprecher. In mehreren Ortschaften in Rosenheim waren Bäume umgestürzt und Straßen und Keller geflutet. Mehr als 1000 Einsatzkräfte seien im Kreis im Einsatz gewesen, hieß es.  Auf Höhe der Gemeinde Rimsting musste demnach auch ein ICE der Deutschen Bahn für längere Zeit anhalten, weil Bäume auf die Gleise gestürzt waren, der ICE konnte aber geborgen werden und die Fahrt fortsetzen.

Im baden-württembergischen Rastatt fiel ein Baum bei einem Gewitter um und verletzte vier Menschen - darunter einen schwer. In Lügde in Nordrhein-Westfalen sorgte ein starker Gewitterschauer für Überschwemmungen in mehreren Straßen.

Auch in Norddeutschland gab es einige Einsätze: Im Leitstellenbereich Kiel meldete die Feuerwehr mehr als 100 Einsätze im Laufe des Abends. Etliche Keller waren nach starken Regenfällen vollgelaufen.

Auf der Autobahn 19 Berlin-Rostock wurden an der Mecklenburgischen Seenplatte nach Angaben der Polizei sieben Menschen leicht verletzt, weil ein Auto beim Überholen wohl durch plötzlich einsetzenden Starkregen ins Schleudern geraten war. (mit dpa)g

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