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Blitz-Marathon 2016

22.04.2016

Verkehrsüberwacher geblitzt: So kurios war der Blitz-Marathon

Kontrolle in München: Tausende Polizisten haben beim Blitzmarathon auf vielen Straßen in Deutschland Raser aus dem Verkehr gezogen.
Bild: Sven Hoppe, dpa

18 statt drei Menschen in einem Auto, eine verhängnisvolle Warnung und ein geblitzter Verkehrsüberwacher: Zur Blitz-Marathon-Bilanz gehören auch so einige kuriose Fälle.

-Verkehrsüberwacher auf der B 17 geblitzt: Auf der B 17 wurde ein Autofahrer mit 142 statt der erlaubten 100 Stundenkilometern geblitzt. Als die Polizei das Fahrzeug näher in Augenschein nahmen, wunderten sie sich über dessen technische Ausstattung: Es handelte sich um ein Messfahrzeug einer kommunalen Verkehrsüberwachung. Die Begründung der Verkehrsüberwacher für den Tempoverstoß habe nicht viel anders wie bei sonstigen Verkehrssündern geklungen: Man habe irgendwie komplett übersehen, dass nur 100 gefahren werden darf...

-Hauptsache nicht geblitzt - aber zweimal über Rot: Ein Autofahrer aus Bochum war den Beamten aufgefallen, weil er gleich zweimal die Ampel ignorierte. Er entschuldigte sich nach Angaben der Polizei mit der Begründung, sehr intensiv auf den Tacho geschaut zu haben, um nicht zu schnell zu fahren - dabei habe er die roten Ampeln einfach übersehen. Dem Mann drohen nun mindestens ein Monat Fahrverbot, Führerscheinentzug und ein Bußgeld bis zu 360 Euro. 

-Warnung wird zum Verhängnis: Ein Warnanruf seines Chefs ist einem Lastwagenfahrer zum Verhängnis geworden. Mit dem Handy am Ohr wurde der Mann in Mönchengladbach während der Fahrt erwischt. Als die Polizisten ihn mit seinem 40-Tonner stoppten, erfuhren die Beamten den Grund: "Gerade hat mein Disponent angerufen, der mir sagte, ich solle vorsichtig fahren, weil in NRW Blitzmarathon ist!" 

-18 statt drei Menschen im Auto: In Gießen wurde ein Transporter geblitzt. Er war 9 km/h zu schnell. Das war allerdings nicht das Auffallende. In dem Kleintransporter, in dem nur drei Menschen sitzen dürfen, waren 18 Leute untergebracht, wie die Polizei Mittelhessen mitteilte. Der Fahrer hatte darüber hinaus noch nicht einmal einen Führerschein.

-Ohne Führerschein 79 Stundenkilometer zu schnell: Besonders kräftig aufs Gaspedal getreten hatte ein 35 Jahre alter Autofahrer, den die Polizei auf der B54 im Kreis Borken (Westfalen) erwischte: Die Laserpistole zeigte 179 km/h statt der erlaubten 100 an. Der Fahrer hatte zudem keinen Führerschein - und zusätzlich noch eine offene Strafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Das Radarfoto, herausgegeben zeigt ein weißes Pferd auf dem Schullendamm in Meppen, das von einer Koppel ausgebrochen war.
11 Bilder
Die skurrilsten Blitzerfotos
Bild: Landkreis Emsland

So lief der Blitz-Marathon 2016 in Schwaben

Trotz Vorankündigung und umfassender Berichterstattung in den Medien sind beim Blitz-Marathon in der Region 1620 Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs gewesen. Das teilte die Polizei kurz nach dem Ende der 24-stündigen Kontrollaktion am Freitagvormittag mit.

Geblitzt worden? Diese Strafen drohen bei Tempo-Vergehen 

In Schwaben kontrollierten rund 350 Polizisten an insgesamt 191 Messstellen. Der unrühmliche "Spitzenreiter" wurde am frühen Donnerstagabend bei Neu-Ulm angehalten. Statt mit den erlaubten 80 km/h war der Autofahrer außerorts mit Tempo 155 unterwegs. Ihn erwarten nun mindestens zwei Monate Fahrverbot, mehrere hundert Euro Bußgeld und Punkte im Verkehrsregister. Ebenfalls rekordverdächtig unterwegs war ein Autofahrer auf der B16 bei  Gundelfingen. Er wurde mit 161 km /h geblitzt - erlaubt sind an dieser Stelle 100 km/h.

Neben den Tempo-Überschreitungen stellte die Polizei auch zahlreiche andere Verstöße fest. In rund 170 Fällen kassierten Verkehrsteilnehmer Verwarnungen, Bußgelder oder gar Strafanzeigen, weil sie unter anderem mit dem Handy am Steuer erwischt wurden, nicht angeschnallt oder alkoholisiert waren.

Blitz-Marathon 2016 in Bayern: Motorradfahrer ist "Spitzenreiter"

Bayernweit wurden mehr als 9200 Raser geblitzt. Wie das Innenministerium am Freitag mitteilte, wurden bei der 24-Stunden-Aktion im Freistaat seit Donnerstagfrüh rund 320.000 Fahrer kontrolliert - etwa drei Prozent fuhren zu schnell. Laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) waren aber während der angekündigten Messaktion die meisten Fahrer langsamer unterwegs. 

Wie schon in den beiden Vorjahren hält ein Motorradfahrer den Raserrekord: Er war bei erlaubten 100 Stundenkilometern auf einer Bundesstraße bei Speichersdorf (Landkreis Bayreuth) mit 192 Sachen unterwegs. Bundesweit wurden bei der Aktion rund 72.000 Raser erwischt, zwei Millionen Fahrzeuge wurden kontrolliert. In Bayern waren rund 1800 Beamte im Einsatz.

In Bayern fand der Blitz-Marathon heuer zum vierten Mal statt. Er dauerte von Donnerstag, 6 Uhr, bis Freitag, 6 Uhr. Gemessen wurde mit Radar- und Lasermessgeräten. Zusätzlich waren Videofahrzeuge der Polizei und zivile Polizeiautos auf den Straßen unterwegs. An welchen Stellen die Beamten blitzen, wurde wie bisher immer vorab veröffentlicht.

Bei den Präsidien Schwaben Nord und Süd/West zeigt man sich mit der Aktion zufrieden. Die meisten Tempo-Sünder hätten sich einsichtig gezeigt, teilte die Polizei in Augsburg mit. Dass sie trotz Ankündigung zu schnell unterwegs waren, erklärten viele damit, den Blitz-Marathon im Alltagsstress wieder vergessen zu haben. drs, AZ, dpa

 

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Die Diskussion ist geschlossen.

22.04.2016

Vermutlich haben wir keine anderen Probleme - alles im Lot im deutschen Boot?

Aber zwischendurch muss man dem Staatsfeind Nr. 01 - dem Bürger - wieder mal Respekt vor der Staatsgewalt beibringen. :-)

Vermutlich wurde das in Freizeit von unseren Ordnungshütern gemacht - sozusagen als "Jagdvergnügen" - damit konnten die vielen Überstunden abgefeiert werden?

Ironiemodus aus.... :-)

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23.04.2016

»Aber zwischendurch muss man dem Staatsfeind Nr. 01 - dem Bürger - wieder mal Respekt vor der Staatsgewalt beibringen.«

Scheint ja hervorragend™ zu funktionieren. :-P Die letzten Tage bin ich keine Ahnung wie oft in Tempo 30 Zonen, selbst 30 fahrend, in viel zu knappem Abstand überholt worden. Den Obervogel hat dann aber die Knallcharge heute Mittag abgezogen, als ich ebenfalls 30 fahrend mit dem Rad mittig die Fahrbahn benutzt habe und an der engsten Stelle der Straße, auf Höhe der Fußgängerinsel, hupt mich wieder so ein *zensiert* an. Warum eigentlich? a) Kann er eh nicht überholen, weil er dann schneller als erlaubt fahren müsste (aber Tempolimit + MwSt. ist ja Volklore...) und b) kann er nicht überholen, weil auf dem bisschen Raum zwischen Bordstein und Fußgängerinsel kaum Platz ist, um 1,50 m Abstand beim Überholen einzuhalten (wenn dann also jemand mittig fährt, ändert das also an der Verkehrssituation genau null, was ist also sein Problem?) und c) ist die Hupe nur dann zu benutzen, wenn man auf eine Gefahr aufmerksam machen will, die sich nicht durch eigenes Handeln abstellen lässt. (Und nein, anderen hinten rein zu fahren, weil man nicht bereit ist, das Tempolimit einzuhalten oder Abstand beim Überholen zu halten fällt nicht unter diese Regelung.) Also das Radfahrerüberraschungs-Ei: »Verpiss dich, jetzt komm ich!« in drei Teilen.

Solange man sich täglich diesen Schafscheiß bieten lassen muss, können mir solche Publiticy-Aktionen der Polizei mal gelinde gesagt, gestohlen bleiben. Es wäre inzwischen einfach mal an der Zeit, dass die Herren viel mehr in Zivil unterwegs sind. Nicht nur mit dem Auto, sondern auch zu Fuß und auf dem Rad. (Sobald die Schwachmaten der obigen Sorte eine Uniform sehen sind sie komischerweise immer so klein mit Hut: *1cmzeig* Aber ist die Katze aus dem Hasu...) Dann kriegen unsere Ordnungshüter vielleicht mal wieder mit, dass es da draußen ständig zugeht, wie bei den Hottentotten (obwohl das vermutlich eine Beleidigung für diese Bevölkerungsgruppen ist, die gehen höchstwahrscheinlich zivilisierter miteinander um, als viele Deutsche im Staßenverkehr) und dass wir akuten Handungsbedarf haben, um dieses spezielle Grüppchen unverbesserbarer Verkehrsvergifter besser mal aus dem Verkehr ziehen sollten (im Wortsinne). Aber in DE kriegst du ja nicht mal eine MPU, wenn du eindeutig Anzeichen zeigst, dass du nicht mit einem Auto sozialverträglich umgehen willst. Warum also Sorgen machen? Einfach 2 Wochen im Jahr doch mal an den angesagten Stellen ans Tempolimit halten (oder auch nicht, wen juckts?) und alles ist gut.

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