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Wallerstein

09.01.2020

Wallersteins CSU beendet Sahin-Debatte – diskutiert wird aber noch am Biertisch

Sener Sahin ist in Nördlingen geboren und hat ein Unternehmen im Ries. Er wollte Bürgermeisterkandidat werden, doch die Basis war dagegen.
Bild: Walter Brugger

Plus Mit Sener Sahin wollte die CSU ursprünglich in den Kampf um das Bürgermeisteramt von Wallerstein gehen. Das scheiterte an der Basis. Nun gibt es keinen eigenen Kandidaten.

Unspektakuläres Ende einer emotionalen Debatte um den muslimischen Bürgermeister-Kandidaten Sener Sahin in der nordschwäbischen Marktgemeinde Wallerstein: Die örtlichen CSU-Mitglieder streiften am Donnerstagabend bei der Nominierungsversammlung für ihre Gemeinderatsliste das Thema nur noch am Rande. Die Liste wird angeführt vom CSU-Ortsvorsitzenden Georg Kling, der zusammen mit Sahin in den vergangenen Tagen bundesweit in die Schlagzeilen geraten war. Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellt die CSU in Wallerstein aber nicht mehr auf. Der Wirbel um Sahin war im offiziellen Teil kaum mehr Thema, zumindest an den Biertischen wurde es aber noch ein bisschen lebhafter.

CSU-Mitglieder am Biertisch werfen Sener Sahin zu frühen Rückzug vor

Dabei wurde auch Kritik an Sahins schnellem Rückzug geäußert. „100 Prozent Unterstützung bekommt in der Politik keiner. Sahin hätte nicht gleich beim ersten Gegenwind aufgeben sollen“, äußerten Parteimitglieder hinter vorgehaltener Hand.

Ortsvorsitzender Georg Kling hatte zuvor deutlich gemacht, dass der Ortsverband trotz des Widerstandes aus Teilen der Partei und aus der Wallersteiner Bevölkerung die Kandidatur Sahins um das Bürgermeisteramt der Marktgemeinde „durchgezogen“ hätte, wäre dieser nicht von sich aus zurückgetreten.

Wallersteins CSU beendet Sahin-Debatte – diskutiert wird aber noch am Biertisch

Die Tür der CSU sei für jeden offen, der den Wertekompass der Partei teile und sich zu den Grundsätzen der CSU bekenne, betonte CSU-Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange im Namen des Kreisvorstandes, der sich tags zuvor mit dem Thema befasst hatte. Sahin selbst nahm an der Versammlung nicht teil; er spielte einen Steinwurf entfernt Hallenfußball mit einer Seniorengruppe.

Fall von Sener Sahin aus Wallerstein sorgte bundesweit für Schlagzeilen

Der Fall des 44-jährigen Unternehmers Sahin hatte in der vergangenen Woche bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Geschäftsmann mit türkischen Wurzeln war vom zehnköpfigen Vorstand des Wallersteiner CSU-Ortsvereins als Kandidat für die Bürgermeisterwahl gewonnen worden, um den seit 18 Jahren amtierenden Joseph Mayer (Parteifreie Wählergruppe) herauszufordern.

Als an der CSU-Basis und in der Bevölkerung der Marktgemeinde Bedenken wegen Sahins muslimischen Glaubens laut wurden, zog der Familienvater seine Kandidatur zurück.

Am Vorgehen des Ortsvereins hatte es deutliche Kritik aus höchsten CSU-Kreisen bis hin zu Ministerpräsident Markus Söder, dem Ehrenvorsitzenden Theo Waigel und Schwabens Bezirksvorsitzendem Markus Ferber gegeben. Die ganze Republik debattierte über diesen Eklat. Joseph Mayer wird nun am 15. März voraussichtlich der einzige Bewerber um das Bürgermeisteramt in Wallerstein (rund 3300 Einwohner) sein.

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10.01.2020

Vielleicht hätte er sich für die AfD aufstellen lassen sollen... dort wäre er sicherlich willkommen gewesen

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