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Tempo 120

28.08.2020

Wirkt das neue Tempolimit auf der A8 schon?

Das neue Tempolimit auf der A8 beginnt in Richtung München auf Höhe der Autobahn-Raststätte Edenbergen.
Bild: Andreas Lode

Plus Seit vier Wochen sind auf der A8 zwischen Neusäß und Friedberg tagsüber nur noch 120 erlaubt. Der Chef der Autobahnpolizei sieht bereits einen ersten Effekt.

Wenn das neue Tempolimit auf der A8 zwischen Neusäß und Friedberg auch Raser stoppen soll, dann hat es in diesem Fall schon mal seinen Zweck erfüllt. Mit 202 Stundenkilometern war eine 64-jährige Autofahrerin auf dem Abschnitt unterwegs, was für sich betrachtet vor vier Wochen noch keine Strafe nach sich gezogen hätte. Seitdem gilt dort aber zwischen sechs und 20 Uhr nur noch Tempo 120. 82 Stundenkilometer Differenz – das wird teuer.

Josef Sitterer, Chef der Autobahnpolizei in Gersthofen bei Augsburg, erzählt noch von einem weiteren Autofahrer, der mit mehr als 200 Sachen geblitzt worden sei. Das Mittel derer, die zu schnell fuhren, lag bei etwa 150. Ist die nach langen kontroversen Debatten am 30. Juli eingeführte Geschwindigkeitsbegrenzung also ein Erfolg?

Mit Actionhelden aus Fernsehserien wie „Cobra 11“ werden die Beamten der Autobahnpolizei ungern verglichen. Spannend ist ihr Alltag aber allemal. Das sind die Gersthofer „Autobahn-Cops“.
18 Bilder
Leben an der Autobahn - Unterwegs mit der Autobahnpolizei Gersthofen
Bild: Michael Eichhammer

Tempolimit bei Augsburg: Seit zwei Wochen kontrolliert die Polizei konsequent

Sitterer sagt, für eine seriöse Bilanz sei es noch zu früh. Erst seit etwa zwei Wochen kontrollierten die Kollegen konsequent, für diesen kurzen Zeitraum seien die Zahlen noch gar nicht ausgewertet. „Man muss schon drei Monate abwarten, um eine Tendenz erkennen zu können.“ Aus seinen Beobachtungen heraus könne er allerdings sagen: „Das Tempolimit bewirkt etwas.“ Insgesamt habe sich die Verkehrslage beruhigt, es gebe „kein auffälliges Unfallgeschehen“.

Dazu muss man wissen: Der Abschnitt zwischen Neusäß und Friedberg gilt als besonders unfallträchtig. Das liegt dem Polizeichef zufolge nicht in erster Linie an Rasern, sondern: „Wir haben dann ein Problem, wenn dichter Verkehr, Fahrstreifenwechsel und hohe Geschwindigkeiten zusammenkommen.“ Auf Höhe Augsburg-West beispielsweise, wo sich die sechsspurige A8 und die vierspurige B17 kreuzen und auf der Autobahnauffahrt in Richtung München über einige hundert Meter fünf Spuren nebeneinander befinden.

An der Auffahrt Augsburg-West gibt es noch eine Neuerung

Deshalb wurde dort vor einer Woche eine neue gelbe Fahrbahnmarkierung aufgebracht, die dafür sorgen soll, dass die Einfädler länger auf zwei Beschleunigungsstreifen bleiben und nicht gleich auf die Autobahn ziehen. Das soll zunächst für ein Jahr so bleiben.

Geblieben sind auch die Diskussionen um eine mögliche Ausweitung des Tempolimits auf der A8. Vor allem Kommunalpolitiker entlang der Strecke fordern dies weiterhin, zuletzt der Dasinger Bürgermeister Andreas Wiesner.

Die 64-Jährige, die kürzlich bei Friedberg mit Tempo 202 erwischt wurde, hielt zu allem Überfluss auch noch zwei Mal den Mindestabstand zu anderen Autos nicht ein. Nun muss sie ein Bußgeld von 1370 Euro zahlen, ihren Führerschein für drei Monate abgeben, und zwei Punkte in Flensburg gibt es obendrauf.

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28.08.2020

Ein Bußgeld von 1370 Euro für diese Vergehen ist absolut lächerlich. In jedem zivilisierten Land müsste man dafür das 10 fache bezahlen.

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