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Wildtiere

10.12.2017

Wolf auf dem Vormarsch: Werden viele Schäfer in Bayern aufgeben?

Der Geschäftsführer des bayerischen Verband der Schafhalter ist sich sicher: "Der Wolf kommt; in zwei, drei Jahren ist ganz Bayern besiedelt."
Bild: Bernd Thissen, dpa

Der Wolf ist in vielen Waldregionen in Bayern auf dem Vormarsch. Der bayerische Schäfer-Verband befürchtet nun, dass viele Schäfer deswegen ihren Beruf aufgeben.

Bayerns Schäfer blicken besorgt auf den Vormarsch des Wolfes in vielen Waldregionen Süddeutschlands. Der Verband der bayerischen Schafhalter fürchtet, dass deshalb die Zahl der Schäfer abnimmt. "Sicher werden wegen des Wolfes einige aufgeben", sagte Verbandsgeschäftsführer René Gomringer der Deutschen Presse-Agentur. 

"Der Wolf ist ein Hetztier. Der jagt innerhalb der Weide, da ist die ganze Herde in Panik. Die kriegt man danach über Wochen nicht wieder ruhig", sagte Gomringer, der im Altmühltal seine Schafe hält. Das Problem sei, dass sich eine verängstigte Herde nicht mehr bewege. "Und dann kann der Schäfer seine Verträge zur Flächenpflege nicht mehr erfüllen - das geht an die Existenz."

Verband: Bayern ist in paar Jahren von Wölfen besiedelt

Die Empfehlungen des Freistaats, höhere Zäune zu bauen und bestimmte Schutzhunde für die Weide anzuschaffen, seien derzeit nicht praxisgerecht. Der Verband fordert deshalb Anpassungen geltender Gesetze wie der Hundehalter-, Futtermittel- und Bauverordnung. "Der Wolf kommt; in zwei, drei Jahren ist ganz Bayern besiedelt. Davon gehen wir aus", sagte Gomringer weiter.

Wolf auf dem Vormarsch: Werden viele Schäfer in Bayern aufgeben?

In Bayern gibt es dem Landesamt für Umwelt zufolge standorttreue Wölfe im Nationalpark Bayerischer Wald und auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Darüber hinaus gibt es in Bayern einzelne durchziehende Tiere. "2017 konnten wir bisher in 15 Fällen mindestens sechs verschiedene Wölfe sicher bestimmen, darunter mehrere Nachweise auf dem Truppenübungsplatz im oberpfälzischen Hohenfels", sagte ein Sprecher dazu. Der Wolf ist ein streng geschütztes Tier. 

dpa/lby/AZ

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