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Verkehrssicherheit

21.05.2020

Zahl der Verkehrstoten in Bayern fällt auf Rekordtief

Die Zahl der Verkehrstoten in Bayern ist 2020 auf den niedrigsten Stand seit 60 Jahren gefallen. 541 Menschen starben auf den Straßen des Freistaats.
Bild: Armin Weigel, dpa (Symbolbild)

Die Zahl der Verkehrstoten in Bayern ist 2020 auf ein Rekordtief gefallen. Auch in den kommenden Jahren will der Freistaat die Verkehrssicherheit gezielt erhöhen.

In Bayern hat es zuletzt deutlich weniger Verkehrstote gegeben. Wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch bei der Bilanz des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 mitteilte, starben im vergangenen Jahr 541 Menschen durch Unfälle auf Bayerns Straßen. Das sei der niedrigste Stand an Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 60 Jahren. "Im Vergleich zu 2011, dem Bezugsjahr des Verkehrssicherheitsprogramms, ist das ein Rückgang um mehr als 30 Prozent", sagte Herrmann. 

Bayern: Zahl von tödlichen Motorradunfällen zurückgegangen

Demnach hat sich auf den Landstraßen im Freistaat die Zahl der tödlich Verunglückten 2019 im Vergleich zu 2011 um mehr als 40 Prozent verringert. Auch die Zahlen von tödlichen Unfällen mit Motorrädern und schweren Nutzfahrzeugen seien jeweils deutlich zurückgegangen, sagte Herrmann. Die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen hat sich der Bilanz zufolge ebenfalls leicht reduziert - 2019 waren es im Freistaat rund 67.000.

Zu schnelles Fahren bleibt Herrmann zufolge die häufigste Unfallursache. Allein im vergangenen Jahr gab es demnach weit mehr als eine Million erfasste Verstöße gegen Tempo-Begrenzungen. 

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Innenminister Herrmann lobt Arbeit von Polizei und Straßenbaubehörden

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Bayern erhöhte sich von rund 351.000 im Jahr 2011 auf etwa 417.000 im vergangenen Jahr. Dies liege aber vor allem daran, dass die Zahl der Kraftfahrzeuge in Bayern in dem Zeitraum um fast eineinhalb Millionen auf rund 10,2 Millionen im Jahr 2019 gestiegen sei. 

Die gesunkenen Zahlen der Verkehrstoten seien vor allem der intensiven Verkehrssicherheitsarbeit von Straßenbaubehörden und häufigen Polizeikontrollen zu verdanken, betonte der Innenminister. Laut Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) hat der Freistaat in den Jahren insgesamt fast 440 Millionen Euro investiert, um Bayerns Straßen - etwa durch zusätzliche Fahrspuren oder Schutzplanken - verkehrssicher zu machen.

Neues Programm zur Verkehrssicherheit soll bis 2030 laufen

Ein neues, bis 2030 angelegtes Verkehrssicherheitsprogramm wollen die Minister Anfang nächsten Jahres vorstellen. Im Fokus stehe dann die Zielsetzung, die Zahl der schweren oder sogar tödlichen Verkehrsunfälle noch weiter zu reduzieren. "Die Menschen in Bayern sollen sicher von A nach B kommen", sagte Schreyer.

Neben dem Ausbau der Verkehrssicherheit für Motorradfahrer und im Schwerverkehr solle dann besonders der Schutz von Radfahrern und Fußgängern noch mehr in den Fokus rücken. Auch die Erhöhung der Sicherheit für besondere Verkehrsteilnehmer wie Kinder, Senioren und Menschen mit Behinderung stehe auf der Agenda. (dpa/lby)

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22.05.2020

Nicht angepasste oder überhöhte geschwindigkeit ist oft der grund für schwere unfälle.
10 kmh sind nicht tödlich. 50 kmh meistens schon. Beispiel. 30 kmh in der 30er zone. Auto hat gerade noch bremsen können. Auto mit 50 kmh erwischt fussgänger, auto kind ungeremst!!!
Hatte auch einen wildunfall bei nicht mal 30 kmh ( wegen starken regen). Ergebnis reh weg und kein schaden am auto. Bei 80 hätte das wahrscheinlich anders ausgeschaut.
Zum thema zurück. Nur weil es nach wie vor kein tempolimit auf der autobahn gibt, ist die zahl der unfalltoten sicherlich nicht gesunken. Oder möchte hier jemand ernsthaft behaupten mit limit würden die zahlen steigen? Dann müsste er fordern, sämtliche tempolimits aufzuheben um die verkehrssicherheit zu erhöhen.

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22.05.2020

Oder Auto erwischt Kind trotz 30, aber Auto mit 50 wäre schon vorbei gewesen bis das Kind kommt. Und das Reh bei 30 ist jetzt vielleicht behindert, bei 80 hätte es einen schnellen leichten Tod gehabt. Ich glaube wie man es macht, macht man es falsch.

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22.05.2020

Es ist ein grosser unterschied! Mit 50 kmh aufprallgeschwindigkeit ist die überlebenwahrscheinlichkeit eines fussgängers sehr, sehr gering. Die autocrashtest werden mit 50 kmh gemacht. Schon mal gesehen wie die danach ausschauen?
Nach ihrer logik wäre 100 durch die stadt nicht schlimm. Man wäre schon an vielen vorbei bevor sie zur strasse kommen (was ist eigentlich mit denen die bei dem mit 50 bereits längst über der strasse wären) und wenn dann doch jemand überfahren wird. Schicksal. Schicksal gibt es sehr wohl. Aber alles auf das schicksal zu schieben ist verantwortungslos. Erwischen kann es einen immer. Nur ganz zweifellos sind die folgen bei niedrigeren geschwindigkeiten deutlich geringer. Und die wahrscheinlichkeit die kontrolle über das fahrzeug zu verlieren ist ebenfalls deutlich geringer. Wenn sie das bezweifeln empfehle ich mal ein fahrsicherheitstraining und physikunterricht.
P.s. ein reh überlebt behindert nicht lange. Auch flüchten oft auch bei 80 kmh die rehe noch (weil nur gestriffen) und verenden dann bzw. Müssen vom jäger gesucht und erlöst werden. Und ein reh fliegt bei 30 kmh nicht durch die windschutzscheibe. Bei 80 kmh wäre ich mir da nicht mehr ganz so sicher.

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23.05.2020

@Christina M.

"Oder Auto erwischt Kind trotz 30, aber Auto mit 50 wäre schon vorbei gewesen bis das Kind kommt."

Oh je, denn nach dieser Argumentation müssten die Autos mit Höchstgeschwindigkeit durch Ortschaften fahren, denn bis das Kind auf die Straße geht, sind die Autos längst vorbei.

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23.05.2020

@Harald V:
Und wenn das Auto bei 30km/h aber 15 Jahre alte Reifen drauf hat oder neue Super Sonderangebote aus China, die nur im Internet erhältlich sind, weil kein Anständiger Händler sie verkauft, dann ist dessen Bremsweg länger, als bei 50km/h und anständigen Reifen.

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23.05.2020

Erstens werden sie äusserst selten solche reifen auf pkws finden. Auch verlängert sich bei neuen und hochwertigen sommereifen der bremsweg bei 3 grad auch ohne schnee erheblich. Zweitens so alte reifen ... viel spass mit dem tüv. Drittens wer sagt das so einer nur 30 kmh fährt? Viertens die überlebenswahrscheinlichkeit bis 30 kmh ist für einen fussgänger noch hoch. Bei 50 kmh fast bei null. Die aufprallgeschwindigkeit ist entscheidend. Und bei 50 kmh fängt der erst zu bremsen an wo der durchschnittsfaher mit durchschnittsreifen mit 30kmh bereits steht. Fünftens ist der rückgang der unfalltoten der einrichtungen von tempo 30-zonen in wohngebieten und baumassnahmen geschuldet, aber ganz sicher nicht von der beibehaltung des no-limits auf autobahnen.

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23.05.2020

Wäre mir neu, dass es ein gesetzliches max. alter für Reifen gibt. Profiltiefe und nicht porös, das alter bzw. die Wirksamkeit der reifen beim Bremsen wird beim TÜV nicht kontrolliert.

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22.05.2020

Wurde ein bestehendes Tempolimit auf den Autobahnen aufgehoben? War das der Grund, dass die Anzahl der Toten zurück gegangen sind?
Wenn Sie den Artikel lesen, steht ganz klar drinnen, dass die Hauptursache zu schnelles Fahren ist. Natürlich nicht nur auf Autobahnen. Es wären mit Tempolimit weniger Unfälle und Tote. Gleichzeitig schon allein durch weniger Unfälle, weniger Staus und somit deutlicher Zeitgewinn für alle. ;-)
Und das Argument, dass die Autobahnen statistisch gesehen am wenigsten Tote gibt je gefahrene Kilometer, ist ebenfalls nicht aussagekräftig. Zu einem ist der Autobahnverkehr der einfachste Verkehr (alle fahren in eine Richtung ohne Kreuzungen usw.) überhaupt, zum anderen hiesse das im Umkehrschluss, wir heben sämtliche Tempolimits auf und die Straßen werden sicherer. ;-)

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22.05.2020

Da stellt sich mir die Frage, was ist denn "zu schnell"?
Selbst bei kleinen Unfällen (z.b. Wildschaden) wird die schuld auf die Geschwindigkeit geschoben, dabei haben darauf so viele Faktoren einen Einfluss. Aber man hängt sich immer nur an der Geschwindigkeit fest.

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22.05.2020

Stimmt Andreas T., Geschwindigkeiten sind irgendwie immer "zu schnell". Also ich könnte jedenfalls auch jemand der nur 10 fährt, problemlos so dumm vor's Auto laufen dass er nicht mehr bremsen kann. Tue ich natürlich nicht :) Aber es passiert glaub erst nichts mehr wenn alle stehen. Obwohl, ich mit meinem Glück würde mich dann wahrscheinlich noch an einem parkenden SUV stoßen..

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21.05.2020

Der niedrigste Stand von Verkehrstoten seit 60 Jahren und das obwohl wir kein generelles Tempolimit auf der Autobahn haben.....
Ist schon merkwürdig.

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