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Ansbach

29.06.2018

Zwölf Jahre Haft nach Messerangriff auf Schwangere

Der Mann wurde in Ansbach zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
Bild: Fotolia (Symbol/Archiv)

Mindestens neunmal soll er auf seine schwangere Verlobte eingestochen haben - sie überlebte, ihr ungeborenes Kind starb. Nun hat ein Gericht den Mann verurteilt.

Wegen eines Messerangriffs auf seine schwangere Verlobte ist ein 38-Jähriger in Ansbach zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Mann am Freitag des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und eines besonders schweren Falls des Schwangerschaftsabbruchs schuldig.

Der Mann hatte seine Verlobte im Mai 2017 auf offener Straße in Neuendettelsau mit mehreren Messerstichen schwer verletzt. Die 32-Jährige überlebte, ihr ungeborenes Kind starb.

"Der Angeklagte wollte sie töten. Sie überlebte den Mordanschlag nur, weil sie viele Lebensretter hatte", sagte der Vorsitzende Richter. Einer der Lebensretter war ein 85 Jahre alter Mann, der zufällig vorbei kam. Mit seiner Aktentasche voller Notenblätter schlug er dem 38-Jährigen auf den Kopf. Ein anderer Passant schrie den 38-Jährigen an, er solle das Messer weg werfen. Und die Ärzte haben später schwer um das Leben der Frau gekämpft - mehrmals mussten sie die Schwangere wiederbeleben.

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Der Richter sah bei der Tat das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt an. Dass der 38-Jährige die Frau habe töten wollen, belege die Vielzahl der Stiche. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Frau war von einem anderen Mann schwanger

Der Mann und seine Verlobte waren als Flüchtlinge aus Äthiopien nach Deutschland gekommen. Die Frau war im vierten Monat schwanger - allerdings von einem anderen Mann.

Auslöser für die Tat soll ein Streit über die Konfession gewesen sein. Die Christin habe von dem 38-jährigen Muslim verlangt, dass er zu ihrer Religion übertritt. Zudem spielte Eifersucht eine Rolle. Die Frau hatte das Wochenende vor der Tat bei einem anderen Mann verbracht. Nach Ansicht des Richters hatte der 38-Jährige die Beziehung deutlich ernster genommen als die Frau.

Der Angeklagte, der 2015 nach Deutschland eingereist war, hatte die Frau über das Internet kennengelernt. Sie lebte damals noch in Afrika. Vor zwei Jahren verlobte sich das Paar per Videobotschaft. Im März 2017 kam die 32-Jährige nach Deutschland, wo sich die beiden das erste Mal persönlich sahen. (dpa/lby)

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