Augsburger Hubert Stärker ist neuer Präsident des Bayerischen Jagdverbandes
Jäger
Der Augsburger Hubert Stärker führt künftig den Bayerischen Jagdverband
Seit Jahren toben Machtkämpfe im bayerischen Jägerverband. Jetzt will ihn der Sohn des früheren Metall-Arbeitgeberpräsidenten im Freistaat wieder einen.
Hubert Stärker ist neuer Präsident des Bayerischen Jagdverbandes.Foto: Vivienne Klimke
Der Bayerische Jagdverband will mit einem neuen Präsidenten die internen Querelen der vergangenen Jahre beenden. „Ich werde alles dafür tun, Ihr Vertrauen nicht zu missbrauchen“, sendet Hubert Stärker auf seiner Bewerbungsseite im Internet bereits ein erstes entsprechendes Zeichen in Richtung Mitglieder. Der Herausforderer setzte sich beim Landesjägertag in Straubing mit knapp 52 Prozent der Stimmen gegen den Favoriten und bisherigen Amtsinhaber Ernst Weidenbusch durch. Der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete hatte den schon fast traditionell zerstrittenen Jagdverband seit Dezember 2020 geführt.
Im Verband toben seit vielen Jahren Machtkämpfe, teils bis hinunter in regionale und lokale Strukturen. So wurden unter anderem die Kreisgruppen Bad Kissingen und Neuburg an der Donau aus dem Verband ausgeschlossen, weil ihre Satzungen so geändert wurden, dass sie nicht mehr mit dem Landesverband übereinstimmen.
Hubert Stärker führt als Diplom-Kaufmann einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb
Der Landesverband seinerseits ist als einziger in den 16 Bundesländern seit 2009 nicht mehr Teil des Deutschen Jagdverbandes. Selbst Wirtschafts- und Jagdminister Hubert Aiwanger – selbst Jäger – hatte sich bereits für eine Befriedung der Situation eingesetzt. Er war auch heuer wieder als Gastredner beim Landesjägertag.
Hubert Stärker will nun Ruhe in den Verband bringen. Ihn zu einen und ein guter Repräsentant nach außen zu sein, seien seine wichtigsten Ziele, sagte er am Sonntagabend unserer Redaktion. Die Wahl müsse er „zuerst verarbeiten“. Der 48-Jährige stammt aus Augsburg, ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Als Diplom-Kaufmann führt er einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb. Sein 2021 gestorbener Vater, der ebenfalls Hubert hieß und dem BJV-Landesausschuss angehörte, war ein bekannter Unternehmer und viele Jahre unter anderem Chef der bayerischen Metall-Arbeitgeber.
Und noch eine familiäre Note ist interessant: Stärkers Bruder Alexander ist Vorsitzender des Verbands „Familienbetriebe Land und Forst Bayern” und hat den „Waldpakt für Bayern“ der Staatsregierung mitunterzeichnet, der sich klar für das Motto „Wald vor Wild“ ausspricht. Hubert Stärker steht dagegen für den Grundsatz „Wald mit Wild“, wie er kurz vor der Wahl in einem Interview mit dem Fachmagazin Pirsch deutlich machte. „Mein Bruder ist trotzdem ein begeisterter Jäger“, sagt der neue Jagdpräsident.
In Bayern haben derzeit mehr als 80.000 Männer und Frauen einen Jagdschein
Neben Hubert Stärker wurde auch der Rest des Präsidiums gewählt. Der 1. Vizepräsident Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg erfuhr starke Unterstützung, ihm sprachen rund 80 Prozent der Delegierten ihr Vertrauen aus. Der 2. Vizepräsident Sebastian Ziegler und der 3. Vizepräsident Thomas Bär kamen auf knapp 59 beziehungsweise 54 Prozent der Stimmen.
In Bayern haben derzeit mehr als 80.000 Männer und Frauen einen Jagdschein und dürfen somit grundsätzlich auf die Jagd gehen. Im Bayerischen Jagdverband sind rund 50.000 organisiert. Daneben existiert etwa der Ökologische Jagdverband, der wesentlich kleiner ist und dessen Mitglieder eher nach der Devise „Wald vor Wild“ agieren. (mit dpa)
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