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Lesetipp: Licht aus, Hallenbad zu: So sparen Städte in der Region Energie

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Licht aus, Hallenbad zu: So sparen Städte in der Region Energie

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    Das Augsburger Rathaus bleibt nachts vorerst dunkel. So will die Stadt Energie sparen.
    Das Augsburger Rathaus bleibt nachts vorerst dunkel. So will die Stadt Energie sparen. Foto: Annette Zoepf (Archivbild)

    Am Dienstag verkündete die bayerische Staatsregierung einen Fünf-Punkte-Plan, mit dem der Energiebedarf der Staatsverwaltung um 15 Prozent gesenkt werden soll. So sollen staatliche Gebäude weniger beleuchtet und weniger beheizt werden, Dienstfahrten wenn möglich mit Öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad zurückgelegt werden. Gleichzeitig appellierte die Staatsregierung an die Kommunen im Freistaat, sich ebenfalls am Energiesparen zu beteiligen. Dass dies quer durch den Freistaat bereits geschieht, zeigt ein Blick auf einige Städte und Gemeinden – und in die New York Times.

    So gelang es der Stadt Augsburg, mit ihren Energiesparmaßnahmen Schlagzeilen in der alt ehrwürdigen Zeitung in den USA zu machen. Dort zeigte man sich offenbar so begeistert von den Bemühungen in der Hauptstadt Schwabens – laut New York Times „the provincial Bavarian city of Augsburg“ – dass dem Thema ein ganzer Artikel gewidmet wurde. Was tut die Stadt also, um der Energiekrise zu trotzen? Sie schaltet viele Brunnen ab, dimmt die Straßenbeleuchtung und senkt möglicherweise auch die Temperatur im Krematorium. Außerdem werden die Fassaden von historischen Gebäuden nicht mehr beleuchtet und das Wasser in den meisten Becken der städtischen Freibäder ist zwei Grad kühler als sonst. Eine weitere Idee: Verkehrsampeln sollen nachts ausgeschaltet werden.

    Geschlossene Freibäder und nur kaltes Wasser in Münchner Behörden

    Mit derartigen Ideen und Maßnahmen steht Augsburg in Bayern freilich nicht alleine da. So teilte die Stadt München unlängst mit, in allen Behörden das warme Wasser abzustellen. Drei städtische Freibäder sind aufgrund der Energiekrise bereits geschlossen. Damit das Wasser in den Becken nicht ungenutzt bleibt, werden damit Bäume in der Stadt gegossen. Auch in Nürnberg wird das Wasser aus drei vorübergehend geschlossenen Hallenbädern zum Gießen benutzt. Die Pflanzen litten unter der Trockenheit, schrieb die Stadtverwaltung auf Twitter. Deswegen pumpen Tankwagen das Wasser aus den Pools der Bäder ab und fahren weiter zum Gießen der Bäume. Diese Maßnahme diene der Einsparung von Energie. Das Chlor in dem Poolwasser habe sich so weit abgebaut, dass es den Bäumen nicht schade, hieß es in einer Mitteilung zum Wasserkonzept der Stadt.

    Gerade die energieintensiven Schwimmbäder haben mehrere Kommunen ins Visier genommen, um Energie zu sparen. In Kempten müssen die Menschen in diesem Sommer in zwei Grad kühlerem Wasser baden. „Die Temperatur, um zwei Grad zu senken, spart etwa 25 Prozent der Energie ein“, erklärt Pressesprecherin Selina Braun. Diese Maßnahme gelte seit Juli. Bislang habe es noch keine Beschwerden von Gästen gegeben. In Neuburg an der Donau gehen die Verantwortlichen noch einen Schritt weiter. Dort wird in diesem Jahr das Hallenbad gar nicht mehr öffnen. Stattdessen können 250 Haushalte mit dem eingesparten Gas versorgt werden, heißt es von Seiten der Stadt.

    Energiekrise: Schloss Neuschwanstein bleibt nachts dunkel

    Von Weitem sichtbar wird das Energiesparen künftig im Ostallgäu sein – oder eben gerade nicht. Die Gemeinde Schwangau entschied gemeinsam mit dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds unlängst, dass die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau nachts nicht mehr beleuchtet werden. Ähnlich handhabt es derzeit Dillingen. Dort werden Gebäude seit einiger Zeit nach 22 Uhr nicht mehr mit Strahlern beleuchtet. Die Straßenbeleuchtung wird – wie in vielen anderen Städten auch – schon seit Längerem auf LED umgestellt. Mancherorts wird auch schon darüber diskutiert, ob es in diesem Jahr weniger Weihnachtsbeleuchtung geben könnte, so etwa in Gersthofen (Kreis Augsburg). In Türkheim (Kreis Unterallgäu) wird überlegt, die örtliche Eishalle in diesem Winter geschlossen zu lassen.

    Doch längst nicht überall hat das große Energiesparen schon begonnen. So heißt es beispielsweise aus dem Rathaus in Neu-Ulm, nach Augsburg und Kempten immerhin Schwabens drittgrößte Stadt, auf Nachfrage, dass die Nachtbeleuchtung öffentlicher Gebäude in Kürze abgeschaltet werde. Weitere Schritte seien für den Beginn der Heizperiode zwar geplant, jetzt aber „noch nicht spruchreif“.

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