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Deutsches Gesundheitssystem ist für den Ernstfall nicht gut gerüstet: Was hilft?

Safety Camp

„Das deutsche Gesundheitssystem ist nicht gut aufgestellt“

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    Klar definierte Standards für die Kliniken sollen die Behandlung der Patienten besser machen.
    Klar definierte Standards für die Kliniken sollen die Behandlung der Patienten besser machen. Foto: Arne Dedert, dpa

    Als in Berlin vor drei Wochen der Strom nach einem Anschlag auf das Netz ausfiel, saßen nicht nur zehntausende Bürgerinnen und Bürger in eiskalten Wohnungen, auch in den Krankenhäusern wurde man nervös. Notstromaggregate stellten die Versorgung zwar für eine gewisse Zeit sicher – doch niemand wusste so recht, wie schnell die Hauptstadt wieder am Netz sein würde. „Das deutsche Gesundheitssystem ist nicht gut aufgestellt“, sagt Professor Jens Scholz, Vorsitzender des Verbands der Universitätsklinika Deutschland – und übrigens der Bruder des ehemaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz.

    Nicht nur der Blick nach Berlin, sondern auch der ins Ausland sollte die Bundesrepublik wachrütteln, meint Scholz. „Es brennt an allen Ecken und Enden. Und wir in Deutschland haben zu wenig Vorsorge getroffen.“ Es gebe zum Beispiel in Deutschland kein einziges unterirdisches Krankenhaus. Auch für einen möglichen Bündnisfall sei man nicht ausreichend vorbereitet. „Wir haben einen wahnsinnigen Nachholbedarf.“ Als über seiner Klinik in Kiel kürzlich eine Drohne gesichtet wurde, stellte man sich auch die Frage: „Wer darf die eigentlich abschießen?“ Man müsse also auch politische Fragen klären, sagt Scholz. Der Mediziner ist einer der Redner beim „Safety Camp“. An diesem Mittwoch findet in Augsburg der große Kongress statt, der sich mit den vielfältigen Aspekten der Sicherheit in der Medizin befasst und eine Veranstaltung der Augsburger Allgemeinen in Kooperation mit dem Uniklinikum Augsburg ist.

    Patientendaten nutzen, um die Sicherheit zu steigern

    Internationale Gäste sind gekommen, um über das Thema Sicherheit in der Medizin zu sprechen. Darunter Joe Kiani, Gründer der „Global Patient Safety Movement Foundation“. Medizinische Fehler könnten massiv reduziert werden, sagt Kiani. Man müsse entsprechende Programme in den Kliniken implementieren und vor allem Standardisierungen, um sicherzustellen, dass menschliche Fehler vermieden werden. „Das kann tausende Leben retten.“

    Jens Scholz ist Vorsitzender des Verbands der Universitätsklinika Deutschland.
    Jens Scholz ist Vorsitzender des Verbands der Universitätsklinika Deutschland. Foto: Uniklinika-Verband

    Um das zu erreichen, müssten Medizin, Industrie und Politik zusammenarbeiten, sagt Stefan Schaller von Siemens Healthineers. „Für uns als Medizintechnikfirma ist Patientensicherheit natürlich ein ganz wichtiges Thema. Patientensicherheit heißt: Was fehlt mir? Wovon haben Patienten, die in einer vergleichbaren Situation waren, profitieren können? Und was ist eine schonende, invasive Methode?“ Es gehe also darum, auf viele Daten Zugriff zu haben, um für weitere Patienten etwas zu lernen. „Wir verpassen eine Chance, wenn wir die Daten, die wir haben, nicht nutzen.“ Beim Datenschutz brauche es deswegen eine „Regulatorik mit Augenmaß“.

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