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  3. Interview: Augsburger Klimaforscher über Dürre & Wasserknappheit im Sommer

Dürre im Sommer
19.06.2023

"Wir dürfen keine Wasserknappheit provozieren, weil wir Pools füllen wollen"

Ein Kind schwimmt in einem Pool, während ein anderes Mädchen den Rasen mit einem Wasserschlauch beregnet.
Foto: Patrick Pleul, dpa

Es ist trocken und heiß. Der Augsburger Klimaforscher Harald Kunstmann erklärt, ob wir auf einen neuen Dürresommer zusteuern und wie wir umdenken müssen.

Herr Kunstmann, in vielen Teilen Bayerns sitzt man auf dem Trockenen. In Donauwörth sind in den letzten vier Wochen 1,5 Liter Regen gefallen, in Zusmarshausen gar keiner. Ist es ungewöhnlich, dass es so früh im Jahr schon so trocken ist?

Harald Kunstmann: Es ist erstaunlich, dass es in großen Teilen Bayerns seit über drei Wochen keinen Tropfen geregnet hat, vereinzelt sind es sogar mehr als vier Wochen. Denn in dieser Jahreszeit bringen eigentlich lokale Gewitter immer wieder Niederschläge. Gerade in Südbayern haben wir im Sommer sonst die Zeiten mit den meisten Niederschlägen. Diese lange Phase ohne Regen ist, zusammen mit der großen Wärme, eine Belastung fürs Ökosystem. 

Viele Äcker sind ausgetrocknet, der Regen fehlt.
Foto: Philipp von Ditfurth, dpa

Nun war der Winter zu warm und zu trocken, das Frühjahr im Vergleich sogar etwas zu nass, jetzt wieder diese Trockenheit. Was die Niederschläge angeht, ist das ein gewisses Zickzack …

Kunstmann: Dieser feuchte Frühling hatte zum Glück zu einer Entspannung bei den Grundwasserpegeln geführt. Aber es wird deutlich, was wir Klimaforscher schon lang betonen – die Extreme werden häufiger. Regnet es viel auf einmal, haben wir eine Katastrophe, siehe die Region Emilia-Romagna in Italien. Regnet es lange zu wenig, ist es ebenfalls hoch problematisch, siehe benachbarte Region Gardasee. Regnet es über längere Zeit aber gleichmäßig, ist das etwas ganz anderes, dann kommt auch Niederschlag im Grundwasser an. Wenn sich Extreme aneinanderreihen, kommt die Natur nicht mehr damit zurecht. Spricht man mit Forstwirten in Unterfranken, sagen die: Den trockenen Sommer 2018 hätten die Buchen noch wegstecken können, aber nicht, dass es 2019 und 2020 noch einmal so trocken war.

Vielerorts sind die Böden staubtrocken, so wie sonst nur im August.
Foto: Patrick Pleul, dpa

Ein Dürresommer reiht sich an den nächsten. Wann hat diese Entwicklung begonnen?

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Kunstmann: 2003, der Jahrhundertsommer, war ein extremes Jahr. 2015 war noch so ein Jahr. Dann 2018, 2019, 2020 – und 2022 schon wieder. Deswegen ist ja auch die Sorge groß, dass es auch jetzt wieder so weit kommt.

Steuern wir auf einen Dürresommer zu oder sind wir schon mittendrin?

Kunstmann: Wir sehen seit etlichen Monaten, dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit einen extrem heißen Juni und einen sehr heißen August bekommen. Ob damit auch eine Trockenheit einhergeht, da sind die Vorhersagen 50:50, das bleibt also weiterhin offen. Aber allein die hohen Temperaturen bringen schon einen Stress fürs Wasser, weil dadurch mehr Feuchtigkeit verdunstet und die Böden trockener werden. Zudem benötigen die Pflanzen bei Hitze mehr Wasser. 

Klimaforscher Harald Kunstmann von der Universität Augsburg sagt: Wenn das Wasser knapp ist, braucht es Prioritäten.
Foto: Harald Kunstmann

Bundesweit wächst die Sorge vor Wasserknappheit. In Berlin etwa denkt man über eine Rationierung des Trinkwassers nach. Müssen wir lernen, mit Trinkwasser sparsamer umzugehen?

Kunstmann: Auch in Teilen Bayerns steuern wir auf solche Situationen zu. Eine Gemeinde im Kreis Neumarkt in der Oberpfalz etwa hat nun ein Bewässerungsverbot verhängt, Gießen mit Leitungswasser ist nicht mehr erlaubt, Pools dürfen nicht mehr befüllt werden.

Ist es in Zeiten akuter Trockenheit überhaupt noch zu rechtfertigen, sich einen Pool in den Garten zu stellen? Immerhin fassen die zwischen 5000 und 30.000 Liter?

Kunstmann: Dass wir mehr und mehr Pools haben, ist ein Zeichen dafür, dass das Abkühlungsbedürfnis der Menschen zugenommen hat (lacht). Aber man muss angesichts der zunehmenden Trockenheitsprobleme bei allem, was nicht unbedingt notwendig ist, Einschränkungen regeln bis hin zum Aussprechen von Verboten. Und da gehört der Pool selbstverständlich dazu. Es geht nicht an, dass wir eine Trinkwasserknappheit provozieren, weil wir unsere Pools füllen wollen. Nur, wenn man den Leuten zu verstehen gibt: "Bitte nur noch ein Mal die Woche duschen!" – da bin ich nicht mehr dabei. 

Gießen verboten: Das gilt nun in Berg, in einer Gemeinde im Landkreis Neumarkt. Autos dürfen nicht mehr gewaschen, der Rasen nicht mehr gesprengt werden.
Foto: Yui Mok/PA Wire, dpa

Reicht es, an die Vernunft der Menschen zu appellieren oder sind die Kommunen gefragt, Regeln zu erlassen?

Kunstmann: Wir brauchen Regeln, denn letztlich geht es ums Gemeinwohl. Wenn das Wasser knapp wird, brauchen wir Prioritäten: Trinkwasser muss Vorrang haben. Bei einem vernünftigen Gebrauch sehe ich hier in Bayern auch keine Gefahr, dass aus dem Hahn kein Wasser mehr kommt. Dafür müssen eben auch Regeln eingehalten werden. Allerdings tendiert man hierzulande gerne dazu, die Verantwortung an die Privatleute zu übertragen. Dabei wissen wir immer noch nicht, wie zuletzt Recherchen gezeigt haben, wer in Bayern wann wie viel Grundwasser entnimmt. Es gibt viele große Player – die Industrie, die Wasser zur Kühlung und zur Produktion braucht, die Lebensmittelhersteller, die Landwirtschaft. Und bevor wir den Leuten nahelegen, nur noch einmal die Woche zu duschen, sollte man schon auch hier ansetzen. 

Was bräuchte es denn, um die Wasserentnahmen im Blick zu haben?

Kunstmann: Man strebt mittlerweile ein Grundwasserregister an, wo die Behörden übergeordnet schnell sehen, wer wie viel Grundwasser entnimmt. Dann braucht es eine Priorisierung, wer zu welcher Zeit Vorrang hat. Der andere Punkt ist: Die meisten, die Wasser entnehmen, zahlen dafür nichts. Die Staatsregierung will zwar einen Wassercent einführen, aber erst nach der Wahl. In den meisten anderen Bundesländern gibt es eine solche Abgabe für die Wassernutzung längst. 

Ein Maisfeld wird bewässert.
Foto: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)

Ist Wasser zu selbstverständlich für uns – weil es ja scheinbar immer da ist?

Kunstmann: Tatsächlich nehmen wir es gerne als selbstverständlich an. Aber den Wert des Wassers lernen wir bei Trockenheit richtig zu schätzen. Und es verändert sich auch die Wahrnehmung. Man schimpft mittlerweile nicht mehr, wenn es regnet, sondern sagt: Es ist ja auch gut für die Natur. 

Wie halten Sie es persönlich? Gießen Sie noch im Garten?

Kunstmann: Ich habe ein kleines Gewächshaus und vier Hochbeete. Zuletzt habe ich ein sechstes, großes Regenwasserfass in Betrieb genommen. Das brauche ich auch, um mein Gemüse zu gießen. Denn die anderen fünf sind bereits fast leer. 

Zur Person: Harald Kunstmann, 54, ist Professor für Regionales Klima und Hydrologie an der Universität Augsburg. Seit 2021 baut er das neue Zentrum für Klimaresilienz mit auf. Er lebt in Uffing am Staffelsee.

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Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

26.06.2023

Manche haben es noch immer nicht kapiert. Es geht nicht darum ein paar Pools mit Wasser zu füllen, sondern um mit einem guten Beispiel voranzugehen. Es ist eh schon bemerkenswert wie bei einigen Kommentaren die Tatsachen egoistisch ignoriert werden.

25.06.2023

Nebenbei bemerkt : eine halbwegs gute Wetterapp hätte schon ein bis zwei Wochen vorher aufzeigen können , dass es in der gesamten Region zu starken Regenfällen kommen wird . Mit stündlichen Niederschlags Vorhersagen . Auch so etwas gehört mit zur journalistischen Sorgfaltspflicht . Anstatt wegen ein paar Pools zu popularisieren . Ich habe übrigens keinen …..

26.06.2023

Was nutzt eine Wetterapp, wenn es dann gar nicht regnet? Bei mir nämlich - kein Tropfen.

26.06.2023

Wie erklär ich es...

Einzelne Starkregenereignisse haben auf den Grundwasserstand keinerlei Einfluss. Das ist Oberflächenwasser das nur Bäche und Kanäle anschwellen lässt. Wichtig wären wirklich langanhaltende ergiebige Landregen über Wochen und das auch nicht nur einmal. Kann man wissen, auch wenn man kein langjähriger Kollege ist.

26.06.2023

Was bringen denn die ganzen Wetter-App´s? - Sind doch auch schon alle politisch nach Klimaideologie polarisiert. Wo man hinsieht, werden Horrorprognosen herausgebracht, welche in der Tat oft nicht eintreten. Zudem sind die Karten heute meist ab 20 Grad schon alle feuerrot eingefärbt. Vll. sollte man die Karten noch mit einem Flammenmeer animieren und dann, wie bereits bei einigen geschehen, noch dunkelrot/purpurrot einfärben, damit es noch horrormäßiger aussieht. Im Pilotenbereich haben wir Zugriff auf bezahlte Wetterdienste, welche uns die vorhersagen in der Luftfahrt i.d.R. garantieren. Dort stimmen die Prognosen wenigstens und man wirft uns gott sei Dank keine feuerroten Wetterkarten entgegen, sondern ganz normale Karten, völlig ohne Grünen-Klimahysterie-Ideologie.

26.06.2023

Die Kartenfarben haben einen Hintergrund und haben mit der besseren Wahrnehmung zu tun und nicht mit irgendeiner verschwurbelten Hysterie-Theorie. Es ist schlichtweg sehr schwierig einen Temperaturbereich über 80 Grad (von minus 40 bis pluls 40) so darzustellen, dass man noch den Unterschied von 20 und 24 Grad sieht. Daher ist ein Rot im Winter was anderes in Grad als im Sommer. Einfach deswegen, weil man die Unterschiede und nicht die absoluten Werte sehen soll.

25.06.2023

(edit/mod/NUB 7.2/7.3). Sorgfältige Recherche sollte das höchste journalistische Gut sein. Oder wollte sie ihre eigene Story nicht totrecherchieren?! Am 20.6 ging in unserer Region ein Monstergewitter mit Starkregen herunter . Am 21.6 hat es abends ebenfalls geregnet für eine Stunde . Am Freitag hatte unsere Region zwar Glück, als sie von dem riesigen überregionalen Gewitter nur gestreift wurde . Und es regnete trotzdem ordentlich !
Aber passend zur Neiddebatte , die inzwischen auch die AZ erfasst hat , wird dann kräftig dafür getrommelt , irgendwelche Planschbecken im heimischen Garten nicht mehr Befüllen zu dürfen . Journalistisches Armutszeugnis mit grandios schlechter Recherche. Ich denke nicht dass wir in Stadtbergen das Seattle der Bundesrepublik haben . Das üben wir noch ein in bisschen , Frau Dürr. Schreibt ihnen ein langjähriger Kollege …

20.06.2023

Man sollte keinesfalls mit irgendwelchen Verboten und Regulierungen das Thema angehen, da man damit einer "linksgrünversifften" Ideologie nachgeben würde. Das regelt alles energieoffen der Markt durch steigende Wasserpreise, wird die FDP wahrscheinlich vorbringen. Die AFD wird möglicherweise darauf hinweisen, dass uns die vielen Flüchtlinge leer trinken und wir nur deswegen Probleme mit der Wasserversorgung haben. Wir sind auch gut beraten keine andere Meinung als die von Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger zu entwickeln, da er sonst evtl. zu radikalen Methoden greift um die Demokratie vor uns zu retten, also noch radikaler als nur rumzubrüllen, dass Abweichler "den A..... offen haben".

20.06.2023

Man kann doch einen Pool auch aus der Regenwasser Zisterne anstatt mit Trinkwasser befüllen...

19.06.2023

Solange Großabnehmer nichts bis wenige Cent pro Kubikmeter zahlen wird sich nichts ändern. Da habe ich wegen 15 Kubik Grundwasser im Pool das im Herbst dann zur Kanalspülung verwendet wird keinerlei schlechtes Gewissen. Die Herstellung eines Smartphones braucht rund 1,3 Kubikmeter Wasser. Für den Wasserverbrauch für 1 kg Rindfleisch fülle ich den Pool komplett. Einfach mal schlau machen... befüllte Pools sind ein lächerliches Problem das allenfalls die Blockwarte triggert. Der ruft dann die Wasserpolizei bevor er sich sein fünftes Steak in der Woche auf den Grill wirft...

19.06.2023

Ich würde ja jetzt gerne näher drauf eingehen aber der Pool muss gereinigt werden.