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Gesundheit: Schwäbische Kliniken warnen vor finanziellem Kollaps

Gesundheit

Schwäbische Kliniken warnen vor finanziellem Kollaps

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    Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur.
    Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur. Foto: Marijan Murat, dpa (Symbolbild)

    Die schwäbischen Kliniken sehen die stationäre Versorgung akut gefährdet. In einem deutlichen Appell an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach warnen sie vor dem flächendeckenden finanziellen Kollaps der Krankenhäuser in Bayern. "Die finanzielle Lage der Krankenhäuser ist seit Jahren dramatisch", steht in dem offenen Brief, der von den 17 Vorständen und Geschäftsführern der schwäbischen Krankenhäuser unterzeichnet wurde. Die Defizite stiegen von Jahr zu Jahr. Weder Corona-Hilfen noch Energiepreisbremse hätten das auffangen können. Hinzu kämen die Inflation und nun die anstehenden Energieverteuerungen durch die jüngsten Beschlüsse der Ampelkoalition. Acht von zehn Krankenhäusern seien bereits jetzt im Defizit.

    "Es geht um Menschenleben", appellieren die Klinik-Manager

    "Wenn der Bund nicht kurzfristig handelt und entsprechende Maßnahmen ergreift, ist die stationäre Versorgung, bei uns in Schwaben – wie überall in Deutschland – akut gefährdet", betonen die Krankenhaus-Verantwortlichen. Das hätte fatale Folgen für die ambulante Versorgung, den Rettungsdienst und die Notfallversorgung, führen sie an. "Um es deutlich auszusprechen: Es geht um Menschenleben! Es geht darum, Notfälle adäquat versorgen zu können, es geht darum, die Verschlechterung des Gesundheitszustandes vieler Betroffener aufzuhalten und wieder zu bessern, es geht um gebärende Mütter und herzkranke Senioren, es geht um Menschen, die in Betrieben beschäftigt sind und gebraucht werden, es geht auch um unsere Beschäftigten, ihre zunehmende Belastung und ihre Perspektiven."

    Auch Professor Klaus Markstaller, Ärztlicher Direktor der Uniklinik Augsburg, hat den offenen Brief unterzeichnet.
    Auch Professor Klaus Markstaller, Ärztlicher Direktor der Uniklinik Augsburg, hat den offenen Brief unterzeichnet. Foto: Marcus Merk

    Die Verantwortlichen fordern daher einen dringend nötigen Inflationsausgleich, um die Erlöslücke von mindestens vier Prozent seit dem Jahr 2022 auszugleichen. Darüber hinaus brauche es eine dauerhafte Lösung, um die Steigerung der Fixkosten zu regeln.

    In den aktuell diskutierten Kernpunkten von Lauterbachs Krankenhausreform sehen die schwäbischen Verantwortlichen eine Existenzbedrohung für zahlreiche Kliniken in ganz Deutschland. Der SPD-Bundesgesundheitsminister sieht das anders. Er hält ein großes Kliniksterben trotz Kostensteigerungen und etlicher Insolvenzfälle in Deutschland für unwahrscheinlich. 

    Bund und Länder handeln aktuell eine Krankenhausreform aus. Pläne sehen vor, das Vergütungssystem der Kliniken mit Pauschalen für Behandlungsfälle zu ändern, um sie von finanziellem Druck in immer mehr Fällen zu befreien. 

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