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Kirche
18.04.2024

Ein Stunt – und 300.000 Likes: Die Kirchen entdecken Instagram und Co.

Auch für den Papst gehören digitale Medien heute dazu.
Foto: Gregorio Borgia, AP/dpa

Soziale Medien spielen in den Kirchen eine immer größere Rolle. Manche beschäftigt bereits Influencer. Bestimmte Kritik ist für sie besonders schmerzhaft.

Ein Messdiener liegt im Kirchenschiff, mit ordentlich Schwung rollt ein Radfahrer auf ihn zu, macht einen Satz und fliegt mitsamt Gefährt über den Mann. Was sich eher wie ein Stunt aus einem bizarren Actionfilm anhört, spielte sich im vergangenen Jahr bei einem Jugendgottesdienst in der Aichacher Stadtpfarrkirche ab. Die Pfarrei lud ein Video der Aktion auf Instagram hoch. 300.000 Menschen gefiel der Post über 3000 kommentierten darunter. Nicht jeder Beitrag hat so viel Erfolg, aber soziale Medien sind auch in der Kirche kein Fremdwort mehr. 

In der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayerns (ELKB) gibt es ein ganzes Team, das sich um die sozialen Medien kümmert. Für Social-Media-Leiter Christoph Breit war die Coronazeit ein entscheidender Wendepunkt. Online-Gottesdienste ließen Plattformen wie Youtube auch in der Kirche plötzlich wichtig werden. „Zuvor war das Thema bislang nicht so im Bewusstsein. Das hat sich auf jeden Fall geändert.“ Heute sei es eher eine Ressourcenfrage, ob die Gemeinden dieses Angebot bereitstellen. So seien es mittlerweile hauptsächlich wichtige Gottesdienste, die noch online übertragen werden. „Dann ist das Interesse aber groß“, sagt Breit. 

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Insta-Post der Pfarreiengemeinschaft Aichach weltweit geteilt

Im Bistum Augsburg ist das ähnlich, nicht jede Gemeinde bietet regelmäßig Online-Gottesdienste an. „In größeren Kirchen sind aber inzwischen stationär Kamerasysteme installiert, die nach wie vor für Live-Übertragungen genutzt werden“, teilt die Pressestelle auf Anfrage mit. So wie in der Aichacher Stadtpfarrkirche. 60 bis 80 Menschen schauen dort immer noch zu, wenn Pfarrer Herbert Gugler die Messe feiert. Die Gottesdienste werden weiterhin wöchentlich übertragen. „Wir haben das Glück, dass wir freiwillige Helfer haben, die sich um Kamera und Regie kümmern“, sagt Gugler. Das Team betreibt einiges an Aufwand. Neben zwei festen Kameras gibt es auch drei bewegliche, mit denen die Messe möglichst lebhaft gezeigt werden soll. „Wir stimmen die Regie auch mit der Predigt ab.“ Während Stadtpfarrer Gugler mit der Live-Übertragung weniger zu tun hat, ist er in den sozialen Medien deutlich gefragter.

Die Gemeinde hat nämlich sowohl einen Facebook- als auch einen Instagram-Kanal. Den bespielt Gugler in Eigenregie. Zu sehen sind Gottesdienstbilder, Geburtstagsschnappschüsse – und eben Videos wie die so erfolgreiche Aufnahme vom Rad-Stunt. Gugler macht das Engagement Freude, aber es ist für ihn auch pure Notwendigkeit. „Wir müssen da sein, wo die Menschen sind.“ Wenn man neue Entwicklungen nicht aufgreife, brauche sich die Kirche über mangelnde Resonanz nicht zu wundern. Einen Widerspruch zum Glauben sieht er nicht. „Wie hat Jesus denn gepredigt? In Bildern, was Instagram ja ausmacht.“ Dennoch gebe es Bereiche, die sich durch soziale Angebote nicht ersetzen ließen, die Seelsorge beruhe einfach auf dem persönlichen Kontakt. „Das mache ich ungern über einen Online-Chat.“

Informatiker Andreas Schierl führt seit vier Jahren jeden Sonntag um 10:30 Uhr Regie in der Sakristei der Stadtpfarrkirche Aichach.
Foto: Thomas Anderl

Augsburger Influencerin hat mit Posts zu Kirche und Sex Erfolg

Einen anderen Ansatz wählt die Augsburgerin Lucie Gerstmann auf Instagram und TikTok. Sie ist Influencerin und arbeitet für die ELKB. Auf den Plattformen tauscht sie sich über private Textnachrichten mit ihren vor allem jungen Followern aus. „Junge Menschen interessieren sich für den Glauben“, ist die 25-Jährige überzeugt, „aber eben nicht unbedingt in Form eines Gottesdiensts am Sonntagmorgen.“ Gerstmann begann in der Coronazeit damit, religiöse Inhalte zu posten. „Mit der Zeit habe ich mich dann immer mehr getraut.“ So gibt es heute einen bunten Mix an Bildergalerien und Videos zu sehen. Der Religionspädagogin ist es wichtig, dabei auch politische Inhalte zu verbreiten, Botschaften wie „Christ*innen gegen rechts“ oder das Bekenntnis zum Klimaschutz sind zu sehen. „In der Bibel wird ja auch zum Erhalt der Schöpfung aufgerufen, unser Glaube ist also auf alle Fälle politisch.“ Es sind hauptsächlich diese Beiträge, die viel Aufmerksamkeit hervorrufen. Das Thema Sex und Kirche laufe aber am besten. So postet Gerstmann auch Sätze wie „Alles was ihr tut, geschehe in Liebe“ mit einem Regenbogen-Hintergrund. „Gott liebt alle Menschen, egal welche sexuelle Orientierung sie haben“, betont Gerstmann.

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Neben vielen positiven Nachrichten erhält Gerstmann auch Hassnachrichten – nicht nur unter politischen Posts. Dabei gibt es für sie zwei Gruppen, deren Äußerungen sie unterschiedlich berühren. „Es gibt Menschen, die sind einfach nur frustriert, das stecke ich dann weg.“ Anders sei das bei Äußerungen aus dem eigenen, sprich kirchlichen, Umfeld. „Mit diesen Menschen trete ich ja für eine gemeinsame Botschaft ein.“ Da täten Hasskommentare doch ziemlich weh. 

Studie der Hochschule Macromedia belegt Interesse von Christen an sozialen Medien

Dass das Thema die Kirchengemeinschaft bewegt, zeigen aktuelle Zahlen einer wissenschaftlichen Studie, die die Hochschule Macromedia erhoben hat. So sind 56 Prozent dafür, Online-Gottesdienste weiterhin stattfinden zu lassen. Etwa die Hälfte der Kirchenmitglieder nutzt die Website der eigenen Gemeinde. Im Gegensatz zur Gesamtbevölkerung zieht in der christlichen Klientel eine Mehrheit Instagram Facebook vor. Bei jungen Menschen ist Instagram oft beliebter als Facebook. 

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Ob die Kirche durch die sozialen Medien wieder mehr Mitglieder gewinnen kann? Social-Media-Leiter Breit von der ELKB ist skeptisch. „Da gibt es aus meiner Sicht keinen direkten Einfluss.“ Es gehe eher ums Halten derjenigen, die an Kirche interessiert sind. Anders sieht das Aichachs Stadtpfarrer Gugler. Er ist überzeugt, dass die Aktivitäten in sozialen Medien einen Einfluss haben. „Wir konnten durch unsere Beiträge mit Sicherheit schon Leute für die Kirche gewinnen.“ Doch auch bei der sehr aktiven Pfarreiengemeinschaft ist irgendwann eine Grenze erreicht. „Ich habe schon überlegt, auf TikTok zu gehen. Aber da fehlen etwas die Ressourcen.“ Über 300.000 Klicks auf einen Rad-Stunt sind vielleicht auch erst einmal Aufmerksamkeit genug.

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