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Religion
20.02.2024

Kulturwissenschaftler Bernhard Purin ist tot

Die Arbeit im Jüdischen Museum München war für Bernhard Purin mehr als nur ein Job. An Häusern in Wien, Fürth oder München setzte er wichtige Akzente - und wurde auch weltweit als Experte geschätzt.

Der Kulturwissenschaftler Bernhard Purin ist tot. Der Direktor des Jüdischen Museums München sei unerwartet gestorben, heißt es in einem von der Stadt München veröffentlichten Nachruf auf den 60-jährigen gebürtigen Österreicher.  Purin sei weltweit als Experte für Judaica geschätzt worden und habe zudem die internationale Vernetzung der jüdischen Museen untereinander stark geprägt. "Sein unbestechliches Urteil und sein Humor, seine Loyalität und Freundschaft, seine Integrität, seine tiefe Kenntnis und seine ungewöhnlichen und überraschenden Zugänge zur Welt der jüdischen Objektgeschichte werden uns fehlen."

Purin wurde 1963 in Bregenz geboren. Nach seinem Studium war er der Mitteilung zufolge beim Aufbau des Jüdischen Museums im österreichischen Hohenems tätig, später an den Jüdischen Museen in Wien und Fürth. 2002 wurde er Gründungsdirektor des Museums in München, das 2007 eröffnet wurde. Beteiligt war er auch an Projekten wie dem Erinnerungsort an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972. 

"München hat mit ihm einen wichtigen Repräsentanten für die jüdische Kultur verloren", sagte Beatrix Burkhardt, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion von CSU und Freien Wählern im Münchner Stadtrat. Mit vielen Ausstellungen habe er die Geschichte der Münchner Juden erzählt und für alle Generationen nachvollziehbar und erlebbar gemacht, ohne belehrend zu sein. "Er war kein lauter Mensch, aber gerade in seiner leisen und besonnenen Art umso deutlicher zu hören in seinem Bemühen, jüdische Geschichte deutlich zu machen." 

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) würdigte Purin als offenen, begeisterten Museumsmann. "Die Förderung jüdischer Kultur war nicht nur sein Beruf, sie war seine Leidenschaft", heißt es in einer Stellungnahme Roths. Sein Engagement habe der Sichtbarmachung jüdischer Kultur in all ihrer Vielfalt gegolten, auch um deutlich zu machen, dass Religion dabei nur ein, aber nicht der einzige Aspekt sei. "Die von ihm geleiteten Museen sollten keine Gedenkstätten der Shoa sein, sondern diese Vielfalt jüdischen Lebens zeigen", betonte Roth.

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