Am Dienstag stehen wieder zahlreiche Busse und Bahnen in Bayern still. Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und den bayerischen Verkehrsbetrieben gehen am Mittwoch, 15. April, in die bereits fünfte Runde. Für den Tag davor hat die Gewerkschaft erneut einen Warnstreik ausgerufen. Deshalb kommt es in zahlreichen bayerischen Städten zu Einschränkungen im Nahverkehr.
ÖPNV in Bayern: Verdi kündigt Warnstreik für Dienstag in Augsburg und München an
Wie die Gewerkschaft Verdi in einer Pressemitteilung bekannt gab, werden Angestellte im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in mehreren bayerischen Städten am Dienstag die Arbeit niederlegen. Betroffen sind folgende Städte:
- München
- Nürnberg
- Augsburg
- Regensburg
- Fürth
- Bayreuth
- Dachau
- Passau
- Landshut
- Schweinfurt
- Aschaffenburg
In all diesen Städten kommt der ÖPNV in weiten Teilen zum Erliegen. Da in mehreren Städten jedoch auch kommunale Buslinien unterwegs sind, dürfte es mancherorts zumindest ein eingeschränktes Nahverkehrsangebot geben. Auch in Augsburg sind etwa die Stadtteillinien 21, 24/25 und 38 unterwegs, da es sich um private Busunternehmen handelt. In Bayerns größten Städten, München und Nürnberg, fahren außerdem die S-Bahnen. Sie gehören zur Deutschen Bahn, fallen unter einen anderen Tarifbereich und sind nicht vom Streik betroffen. In München kommen zusätzlich auch vereinzelt U-Bahnen und einige Busse zum Einsatz.
Vonseiten der Gewerkschaft Verdi heißt es, dass Fahrgäste in Aschaffenburg wohl keine Auswirkungen des Streiks spüren werden. Der Tarifvertrag Nahverkehr, kurz TV-N, gelte dort lediglich für Beschäftigte im Bereich der Werkstatt.
Fünfte Runde der Tarifverhandlungen: Verdi will weiter Druck erhöhen
Streiks gab es im Nahverkehr in Augsburg zuletzt erst am 7. April, in Nürnberg und Landshut wurde am 8. April zuletzt gestreikt. Wie Verdi mitteilte, wolle die Gewerkschaft mit Blick auf die anstehende fünfte Verhandlungsrunde des TV-N den Druck auf die Gegenseite erhöhen. Eigenen Aussagen zufolge sei die Gewerkschaft den Arbeitgebern „einen erheblichen Schritt entgegengekommen“.
Verdi fordert aktuell eine Erhöhung des Entgelts der Beschäftigten um insgesamt 550 Euro. Die Erhöhung soll in zwei Schritten kommen, die Laufzeit soll 24 Monate betragen.
Arbeitszeit im Nahverkehr: Das ist Haupt-Streitpunkt zwischen Verdi und Arbeitgebern
An der Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit will Verdi hingegen festhalten. Die Gewerkschaft bietet an, diese „prozesshaft“ über 48 Monate zu reduzieren. Wie viel weniger gearbeitet werden soll, habe laut Verdi „Verhandlungsspielraum“. Die Reduzierung der Arbeitszeit sei laut der Gewerkschaft „ein wichtiges Element der Entlastung und des Gesundheitsschutzes“ und diene auch der Sicherheit der Fahrgäste.
Die Gewerkschaft beklagt, dass die Arbeitgeberseite sich an diesem Punkt nicht verhandlungsbereit zeige. Gleichzeitig kämen die Arbeitgeber der Forderung von Verdi, die Mindestruhezeit der Beschäftigten auf 11 Stunden festzuschreiben, ebenfalls nicht nach.
Gewerkschaft Verdi vor Streik im ÖPNV: „Großes Verständnis für den Frust der Fahrgäste“
In ihrer Mitteilung wendet sich die Gewerkschaft auch an die von den zahlreichen Streiks betroffenen Fahrgäste. Verdi habe „großes Verständnis für den Frust der Fahrgäste und sei sich der angespannten Situation in Anbetracht der hohen Energiepreise bewusst. All diese Probleme können jedoch nur politisch gelöst und nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden“, heißt es in der Mitteilung.
Die Gewerkschaft fordert deshalb, dass sich auch Bund und Länder dauerhaft an der Finanzierung des ÖPNV beteiligen. Bislang finanzieren die Kommunen den Nahverkehr. Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, äußert sich in der Mitteilung: „Auch die Kolleginnen und Kollegen im ÖPNV leiden unter den hohen Energiepreisen. Daher ist es nun endlich an der Zeit, dass sich die Arbeitgeber bewegen und ein akzeptables Angebot auf den Tisch legen.“ Zusammen mit Katharina Wagner, Branchenkoordinatorin Busse und Bahnen bei Verdi Bayern, sprach er sich für die gestellten Forderungen der Gewerkschaft aus.
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