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Silberdistel
11.06.2024

Endlich ein Treffpunkt im Dorf

Sind stolz auf ihren Treffpunkt im Bahnhof (von links): Wolfgang Lau, Elke Hermann, Thomas Gläser, Claudia Lau, (hinten) Andreas Rehm und Hans-Jürgen Richter.
Foto: Martina Diemand

Vor zehn Jahren gründeten ein paar Bürger die IG Oma. Die Aktivitäten sind vielfältig. Geschaffen haben sie vor allem eines: Einen Mittelpunkt für alle.

Die IG Oma, das ist die "Interessengemeinschaft zur Förderung der dörflichen Entwicklung in Oberdorf/Martinszell". Diese Formulierung lässt viel Gestaltungsspielraum – und genau den nutzen die Mitglieder seit der Gründung vor zehn Jahren in vielfältiger Weise aus. Entwickelt hat sich daraus ein Dorfmittelpunkt für alle. Unsere Zeitung würdigt diesen Einsatz nun mit der Silberdistel, einer Auszeichnung für besonderes bürgerschaftliches Engagement.

Oberdorf und Martinszell sind benachbarte Ortsteile der Oberallgäuer Gemeinde Waltenhofen. Das alte Bahnhofsgebäude, ausgebaut zu Café und Veranstaltungsraum – das ist das Hauptquartier der IG Oma. Das Veranstaltungsprogramm heißt "Fahrplan". "Wir sind mit allem in diesem Bahnhofsjargon geblieben", erklärt Vereinsvorsitzende und Gründungsmitglied Elke Hermann.

Drei-Säulen-Konzept: Begegnung, Veranstaltung, Gastronomie

Folglich finden sich im Fahrplan "regelmäßige Fahrten", wie der Wochenmarkt oder die Fahrrad-Sprechstunde, aber auch "Sonderfahrten", wie ein Folk-Konzert, ein Seniorenfrühstück oder ein Vortrag zum unverpackten Einkaufen, für den eine vereinsinterne Gruppe mit dem Titel "Stellwerk Zukunft" verantwortlich zeichnet, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Andreas Rehm, seit Kurzem im Vorstand, fasst die Aktivitäten in drei Säulen zusammen: Begegnung, Veranstaltungen, Gastronomie.

300 Mitglieder hat die IG Oma. Für das Geschehen verantwortlich sind etwa 20 Personen, die sich "Die Weichensteller" nennen, erklärt Hans-Jürgen Richter, den alle nur "Richy" nennen. Bis vor Kurzem war der 75-Jährige noch stellvertretender Vorsitzender, doch bei den Neuwahlen im April hat er seinen Posten an die 49-jährige Birgit Stumpp abgegeben. "Wir sind sehr stolz, dass wir es geschafft haben, den Vorstand zu verjüngen", sagt Hermann, die 60 Jahre alt ist. Hinzugekommen sind die 28-jährige Schriftführerin Johanna Schall und der 40-jährige Andreas Rehm als Beisitzer.

Den heruntergekommenen Bahnhof hatte niemand im Blick

Am Anfang sei da der Gedanke gewesen, das Dorf lebendig zu halten, sagt Claudia Lau, die den Verein mitgegründet hat und kürzlich noch Schriftführerin war. Wirtshäuser mussten schließen – wie lange es den Supermarkt im Ort noch geben würde, war unklar. "Wir haben eine Umfrage an alle Haushalte verteilt." Ein Nahversorger und ein Treffpunkt waren die häufigsten Antworten. Deshalb habe man einen Dorfladen eröffnen wollen.

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Den zugenagelten und heruntergekommenen Bahnhof hatte niemand im Blick. Bis einer aus der Gruppe das Gebäude kaufte, im Obergeschoss Wohnungen einrichtete und das Erdgeschoss an den Verein vermietete. Lau erinnert sich an die erste Veranstaltung, zu der alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen waren. Lediglich eine kleine Toilette war fertig hergerichtet. "Die einen fanden es toll, die anderen dachten, wir haben einen Knall."

Die Idee zu einem Café entstand

Als der Supermarkt im Ort dann doch bestehen blieb, sei die Idee zu einem Café entstanden, sagt Richter. "Wir haben überlegt, wann wir öffnen und Donnerstag war der einzige Tag, der von den anderen Vereinen nicht belegt war." Denn die IG Oma will keine Konkurrenz sein, sondern zusätzliche Angebote schaffen. Bis heute ist das Café donnerstags und sonntags geöffnet. Ein Kalender bietet den Überblick über die Veranstaltungen der anderen Vereine, so dass man sich nicht in die Quere kommt.

Die verschiedenen Angebote und Arbeitsgruppen haben sich über die Jahre entwickelt. "Jeder bringt das, was er gut kann, mit Leidenschaft ein", sagt Rehm. Ein Dorf sei ein Pool an Kompetenzen, sagt Lau. "Man muss nur aufeinander zugehen." Elke Hermann erzählt: "Es gibt hier ein Haus, an dem ,Royal Guitar Club' steht. Richy hat einfach geklingelt und gefragt, "was machst du hier eigentlich?". Der Bewohner gastiert mit seinen Bandkollegen im Juli im Bahnhofsgarten.

"Nirgendwo habe ich so ein Heimatgefühl gespürt"

"Nirgendwo habe ich so ein Heimatgefühl gespürt, wie über dieses Projekt", sagt Richter, der die IG Oma mitgegründet hat, als er im Ruhestand nach einer Betätigung suchte. Rehm, der 2020 ins Allgäu gezogen ist, bestätigt das. "Man fühlt sich innerhalb kürzester Zeit als Teil der Gruppe."

Doch weil die Gründer es gewohnt waren, alle Verantwortung selbst zu tragen, kamen sie alle nach und nach an ihre Grenzen. "Wir haben begriffen, dass es nicht nur darum geht, am Programm zu arbeiten, sondern auch an uns, an unseren Strukturen", sagt Claudia Lau. Inzwischen kümmern sich bezahlte Kräfte um das Café. Es sei anstrengend gewesen loszulassen. "Aber jeder hat die Erleichterung gespürt."

Für Lau ist die IG Oma ein Mutmacher in einer Zeit, in der viel auseinanderzubrechen und nicht mehr zu funktionieren scheint. "Zwar können wir hier auch ganz dramatisch streiten", sagt sie. "Aber keiner von uns möchte auf einen von uns verzichten."

Das ist unsere Silberdistel:

  • Auszeichnung: Mit der Silberdistel ehrt unsere Redaktion seit vielen Jahren Menschen aus der Region für ihr besonderes bürgerschaftliches Engagement.
  • Handwerk: Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer kunstvoll in Silber gearbeiteten Distelblüte, die eigens in der Alten Silberschmiede in Augsburg angefertigt wurde.
  • Vorschläge: Jede Leserin, jeder Leser kann Vorschläge für Preisträgerinnen und Preisträger für unsere Silberdistel machen. Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner finden sich in unseren Lokalredaktionen.
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