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Ufo ruft zu Streik bei Kabinenpersonal auf: Lufthansa-Streik legt Flugbetrieb erneut lahm

Arbeitskampf

Verhandlungen bei Lufthansa eskalieren: Ufo streikt zwei weitere Tage

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    Wegen des festgefahrenen Tarifkonflikts bei Lufthansa fallen wieder hunderte Flüge aus.
    Wegen des festgefahrenen Tarifkonflikts bei Lufthansa fallen wieder hunderte Flüge aus. Foto: Peter Kneffel, dpa (Symbolbild)

    Die Streiks des Lufthansa-Personals eskalieren. Am Freitag streikte das Kabinenpersonal, am Montag dann die Pilotinnen und Piloten. Aber damit nicht genug. Die Gewerkschaft Ufo hat ihre Mitglieder erneut zu Arbeitskampfmaßnahmen aufgerufen. Damit legen die Beschäftigten auch am Mittwoch und Donnerstag, 15. und 16. April, den Flugbetrieb größtenteils lahm – während das Management von „absurden Forderungen“ spricht.

    Ufo ruft Lufthansa-Beschäftigte erneut zum Streik auf

    Noch bevor der Pilotenstreik am Dienstag vorbei war, verkündete die Kabinengewerkschaft Ufo, dass die Flugbegleiter an zwei weiteren vollen Tagen bei den Gesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cityline ihre Arbeit niederlegen sollen. Die fünfte Streikwelle überschattet damit den Festakt zum 100. Jahrestag der Lufthansa am Mittwoch. Sowohl die Gewerkschaft Ufo als auch die Vereinigung Cockpit (VC) bestreikt die Veranstaltung vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen.

    Die Fronten zwischen den Verhandlungspartnern verhärteten durch den Pilotenstreik am Montag. Wieder fielen Hunderte Flüge aus, nachdem erst am Freitag mehrere Hundert Flugzeuge nicht abheben konnten. Die Lufthansa bezeichnete die Forderungen der Piloten als „absurd und unerfüllbar“. Tausende Reisende mussten ihre Pläne ändern. Auch für Donnerstag und Freitag, 16. und 17. April, sind die Piloten noch einmal zum Streik aufgerufen.

    Lufthansa-Personalchef Niggemann zeigt harte Kante.
    Lufthansa-Personalchef Niggemann zeigt harte Kante. Foto: Lando Hass, dpa

    Personalvorstand Michael Niggemann warnte die Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Ufo, ihren Konfrontationskurs fortzusetzen. Mit Blick auf die entstehenden Kosten betonte der Manager: „Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft.“ Am Montagabend legte die Kabinengewerkschaft Ufo dann nach. Die hohe Beteiligung an den Streiks zeige überdeutlich, dass sich die Kabine nicht für dumm verkaufen lasse, erklärte Tarifexperte Harry Jaeger. „Wir haben es hier mit einer Arbeitgeberseite zu tun, die sich in einer Hardliner-Position eingerichtet hat, während sie unentwegt verkündet, ‚jederzeit verhandlungsbereit‘ zu sein.“

    Ufo und VC wollen Festakt bei Lufthansa in Frankfurt bestreiken

    Beim geplanten Festakt am Mittwoch soll auch Bundeskanzler Friedrich Merz anwesend sein. Laut Ufo-Vorsitzendem Joachim Vázques gebe es keinen besseren Ort des Protestes: „Wenn sich das Management gemeinsam mit der Bundespolitik für 100 Jahre Lufthansa feiert, dann werden wir genau dort sichtbar machen, unter welchen Bedingungen die Arbeitgeberseite funktioniert – und auf wessen Rücken aktuelle Entscheidungen ausgetragen werden.“

    Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellte Vorstandschef Carsten Spohr klar, dass der Konzern vor den Streiks nicht einknicken werde. „Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke“, sagte Spohr. 

    Der Lufthansa-Chef hielt den Spartengewerkschaften vor, dass sie in einem Dilemma steckten: „Keine der von ihnen tarifierten Airlines nimmt am erfreulichen Wachstum unserer Lufthansa Group mit ihren insgesamt 14 Airlines überhaupt noch teil.“ Die Ursachen dafür lägen in „oft jahrzehntelangen komplexen Tarifstrukturen – teilweise aus unserer Zeit als Staatsairline“.

    Lufthansa-Streiks legen München lahm: 710 Flugbewegungen gestrichen

    Die VC hatte die Piloten der Lufthansa Kerngesellschaft, der Lufthansa Cargo und der Regionaltochter Lufthansa Cityline bis einschließlich Dienstag zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Es ist bereits die dritte Streikwelle in der laufenden Auseinandersetzung um höhere Betriebsrenten. Am Montag wurde zudem erstmals der Ferienflieger Eurowings für einen Tag bestreikt. 

    Niggemann begründete erneut den harten Kurs des Managements damit, dass die Kerngesellschaft heute schon auf vielen Strecken nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Man könne die Kosten nicht noch weiter erhöhen. Für den Lufthansa-Konzern sei klar, dass Flugzeuge nur dort eingesetzt werden könnten, wo sie profitabel fliegen. Daher würden Gesellschaften außerhalb der Kernmarke wie die neue Tochter Lufthansa City Airlines wachsen – auf Kosten der Kerngesellschaft. „Diese Streiks werden unsere Strategie nicht beeinflussen.“

    Flüge in Nahost von Streiks ausdrücklich ausgeschlossen

    An den Flughäfen standen zum Auftakt der vierten Streikwelle im laufenden Jahr viele Maschinen still. Allein in München wurden 710 Flugbewegungen gestrichen. Lufthansa wollte rund die Hälfte der Langstreckenflüge stattfinden lassen. Auf der Nah- und Mittelstrecke sollte etwa jeder dritte Flug erfolgen. Ähnliches ist auch am Dienstag zu erwarten. 

    Bei Eurowings sollten rund 60 Prozent des ursprünglichen Plans geflogen werden. Der Ferienflieger kann zum einen auf die in Malta registrierte Eurowings Europe zählen, die nicht unter deutsches Tarifrecht fällt. Zudem könne man mit Unterstützung von Partner-Airlines rechnen. An den großen NRW-Flughäfen Düsseldorf und Köln fiel knapp die Hälfte der geplanten Eurowings-Starts aus. Auf den Internetseiten sowohl der Lufthansa als auch der Flughäfen wurden Passagiere gebeten, den Status ihres Fluges rechtzeitig online zu prüfen und gegebenenfalls ihre Airline oder den Reiseveranstalter zu kontaktieren. 

    Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind Flüge von Lufthansa und Lufthansa Cityline aus Deutschland zu folgenden Destinationen vom Streik laut VC ausgenommen: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigte Arabische Emirate. (mit dpa)

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