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Hochschule
07.06.2024

Zentralrat der Juden kritisiert Verhalten der TU-Präsidentin

Geraldine Rauch, Präsidentin der Technischen Universität Berlin.
Foto: Jens Kalaene, dpa

Berlins TU-Präsidentin Rauch will trotz starker Kritik an ihren jüngsten Social-Media-Aktivitäten im Kontext des Gaza-Krieges im Amt bleiben. Der Zentralrat der Juden glaubt, sie spiele auf Zeit.

Der Zentralrat der Juden hat die Entscheidung der Berliner TU-Präsidentin Geraldine Rauch kritisiert, trotz starker Kritik wegen des Likens umstrittener Posts zum Gaza-Krieg im Amt zu bleiben. "Professorin Rauch hätte weiteren Schaden von der TU Berlin abhalten können, diese Möglichkeit hat sie nicht genutzt", sagte ein Sprecher des Zentralrats am Freitag in Berlin.

"In einer Zeit, in der Israel-Hass an deutschen Hochschulen grassiert, hat Professorin Rauch mit dem Liken mehrerer antisemitischer Postings und ihrem weiteren Verhalten bewiesen, dass sie nicht das nötige Verständnis und das Feingefühl hat, den Ernst der Lage zu erkennen", hieß es weiter. "Daraus hätte sie die notwendigen Schlüsse ziehen sollen. Stattdessen spielt sie auf Zeit und versucht, ihr Fehlverhalten juristisch reinzuwaschen, während jüdische Studenten und Dozenten Angst haben, Hochschulen zu besuchen."

Rauch steht in der Kritik, weil sie mindestens einen antisemitischen Post auf der Plattform X mit einem "Gefällt mir" markiert hatte. Am Donnerstag erklärte sie, im Amt bleiben zu wollen, obwohl sich eine knappe Mehrheit des Akademischen Senats der Technischen Universität (TU) für ihren Rücktritt ausgesprochen hatte. "Ich trete nicht zurück", teilte die 41-Jährige mit.

Das letzte Wort ist in dem Fall allerdings noch nicht gesprochen. Am kommenden Montag kommt das Kuratorium der TU - der Aufsichtsrat - zu einer Sondersitzung zusammen. Bei der Berliner Wissenschaftsverwaltung hatte Rauch ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst beantragt, um eine objektive Aufklärung der Vorwürfe zu ermöglichen.

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