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Kultur
04.09.2022

Literatur auf der Parkbank: Tausende bei Festival in Cottbus

"Rathaus" steht auf deutsch und auf sorbisch am Cottbuser Rathaus.
Foto: Frank Hammerschmidt, dpa (Archivbild)

Im Park sitzen und sich Literatur von den Autoren vorlesen lassen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Viele Menschen haben das am Wochenende in Cottbus genutzt. Der Festivalleiter zeigt sich begeistert.

Cottbus stand an diesem Wochenende im Zeichen der Literatur. Tausende besuchten nach Angaben der Veranstalter die zweite Ausgabe des Open Air Lesefestivals "Literatur auf der Parkbank". In diesen Jahr stand es unter dem Motto "Blickpunkt Brandenburg & Sachsen". 30 Autorinnen und Autoren, darunter Grit Lemke, Lukas Rietzschel und Carl-Christian Elze, lasen am Samstag und Sonntag im Goethe- und im Carl-Blechen-Park aus ihren Werken vor - zeitgleich, jeweils auf einer der Parkbänke. Zum ersten Mal gab es auch eine "Poetry Night".

Festival-Leiter Eckehard Hündgen bezeichnete die zwei Tage als vollen Erfolg. "Mich durchfließt eine gewisse Wärme", sagte er zum Abschluss am Sonntag der Deutschen Presse-Agenur. Es sei eine freundliche und friedliche Atmosphäre gewesen.

Vor jeder Parkbank waren Stühle aufgestellt. Da, wo Interessierte zuhören wollten, suchten sie sich einen Platz und konnten dabei picknicken und Literatur erleben, beschrieb Festival-Leiter Eckehard Hündgen am Samstag das Konzept. Rote Sonnenschirme markierten die Bänke, an denen Literatur live erlebt werden kann. Die Vorlesenden widmeten sich in Erzählungen und Texten einem der beiden Bundesländer.

Das Festival solle nach Worten von Hündgen auch dazu beitragen, die Vielfältigkeit der Kulturlandschaft der Stadt zu zeigen. "Wir wissen alle, leider, dass Cottbus nicht immer mit Schlagzeilen vertreten ist, die wir alle wollen", sagte er. Das habe das Festival durchaus im Blick. Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) spricht von einer gewachsenen und sich wandelnden rechten Szene in Cottbus und Südbrandenburg.

"Bei uns sind die Besucher auf Augenhöhe mit den Autorinnen und Autoren", beschrieb Hündgen die Besonderheit des Festivals. Im vergangenen Jahr seien die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begeistert gewesen, weil auch die Zuhörenden Geschichten erzählt hätten. Auch in diesem Jahr hätten viele Menschen den Autoren von sich erzählt. Zudem konnte das Ambiente schöner nicht sein: Beide Cottbuser Parks liegen in unmittelbarer Nähe der historischen Altstadt. Der Goethe-Park ist nach Angaben der Veranstalter die älteste Parkanlage der Stadt. Im Jahr 1895 wurde sie als Stadtpark auf dem einst sumpfigen Gelände der Mühleninsel angelegt und wird von drei Seiten von der Spree eingefasst. Durch den Blechensteg ist sie mit dem Carl-Blechen-Park verbunden.

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