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Welt-Backup-Tag

31.03.2017

Cloud oder externe Festplatte? So können Sie Ihre Daten sichern

Externe Festplatten sind sinnvoll, um Fotos und andere Daten schnell und unkompliziert zu sichern.
Bild: Jörg Schieb, dpa (Symbolbild)

Jeder weiß es, doch kaum einer macht es: Dokumente, Fotos und Musik sichern. Dabei gibt es einfache und günstige Möglichkeiten, die einem viel Ärger und Kosten ersparen können.

Eigentlich weiß jeder, dass Daten, die auf einem Computer gespeichert sind, auch verloren gehen können. Eine regelmäßige Datensicherung machen aber nur die wenigsten - diesen Eindruck hat zumindest Christopher Kaschke vom Rechenzentrum der Universität Augsburg. Kaschke arbeitet dort für das Beratungs- und Servicezentrum Zebra. Zu ihm und seinem Team kommen Studenten oft dann, wenn die Daten auf dem USB-Stick auf einmal spurlos verschwunden sind, der Laptop immer langsamer wird oder wenn das Horrorszenario eines jeden Studenten eintritt und eine wichtige Arbeit kurz vor der Abgabe nicht mehr auffindbar ist. Damit so etwas nicht passiert, gibt es ein paar einfache Möglichkeiten, seine Daten regelmäßig zu sichern - man muss es nur noch machen:

Speichern in der Cloud: Am komfortabelsten ist es, wenn Computer oder Smartphone ihre Daten eigenständig in eine Cloud, also einen externen Server hochladen und dort speichern. Wird das Gerät gestohlen oder geht es kaputt, sind Fotos, Videos und Dokumente wenigstens noch da. Kostenlose Dienste dafür gibt es viele: Windows bietet OneDrive an, Apple die iCloud, weitere bekannte Dienste sind Google Drive oder Dropbox.

Diese Dienste zu nutzen ist zwar bequem, aber Kaschke warnt davor, vertrauliche Daten dort abzulegen. "Man muss sich immer Gedanken darüber machen, wem man da seine Daten gibt - gerade dann, wenn die Dienste kostenlos sind", sagt er. Handelt es sich um Server aus dem Ausland, gelten zudem andere Datenschutzrichtlinien. Alle Dateien, von denen man nicht möchte, das sie von jemand anderem gesehen werden, gehören Kaschke zufolge deshalb nicht in eine Cloud.

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Sichern auf einem externen Speichermedium: Einfach und kostengünstig ist es Kaschke zufolge, seine Daten auf USB-Sticks - oder je nach Speichermenge - auf einer externen Festplatte zu sichern. Dabei reicht es, die Dateien einfach vom Computer auf die Festplatte zu kopieren. Große Datenmengen wie Urlaubsfotos oder -videos können dann außerdem vom PC gelöscht werden.

Der Experte gibt allerdings zu bedenken, dass auch externe Festplatten gestohlen werden oder kaputt gehen können. "Das passiert gerade dann, wenn man die Festplatte mal schnell absteckt oder häufig transportiert", sagt er. Deswegen lohnt es sich laut Kaschke, für Dateien, die man auf keinen Fall verlieren will, eine zweite Sicherung anzulegen. Beim Kopieren kann es dem Experten zufolge außerdem manchmal zu Problemen kommen, wenn Dateien in vielen Unterordnern gespeichert sind. Abhilfe können Datensicherungstools bieten - oder das Programm Robocopy, das auf jedem Windows-Rechner installiert ist. Anleitungen dafür gibt es laut Kaschke im Internet.

Systemabbild erstellen: Bei Windows gab es bis zur 7er-Version die Möglichkeit, über die Systemsteuerung ein komplettes Systemabbild zu erstellen - also nicht nur die persönlichen Dateien, sondern auch den aktuellen Stand von Betriebssystem und Programmen zu sichern. Seit Windows 8 ist das nicht mehr nötig, sagt Kaschke. "Für Windows 8 bis 10 gibt es die Funktion "PC auffrischen", bei der man auswählen kann, ob persönliche Dateien beibehalten oder gelöscht werden sollen", erklärt er.

Wer ganz sicher gehen möchte, kann seine Dokumente vorher noch auf einer externen Festplatte sichern, ein komplettes Systemabbild hält Kaschke für Privatnutzer aber inzwischen für überflüssig. Ähnlich funktioniert es auch bei Apple: Auch hier gibt es eine Funktion, die dafür sorgt, dass eigene Daten bei einem Update nicht verändert werden.

Tipps für eine schnelle Datensicherung: Wer keine Lust hat, stundenlang zu warten, bis alle persönlichen Dateien vom Computer auf einmal auf die Festplatte kopiert wurden, für den hat IT-Experte Christopher Kaschke ein paar nützliche Tipps: "Fotos kann man beispielweise nach Jahren sortieren. Dann weiß man auch, welche Ordner man bereits kopiert hat und kann sich sicher sein, dass dort nichts Neues mehr dazugekommen ist."

Außerdem empfiehlt Kaschke, vor allem wichtige Dokumente zu sichern: Fehlten Fotos, Videos oder Musik, sei das zwar ärgerlich, "aber das Leben hängt nicht dran", sagt er. Wer das beachte, könne sich viel Zeit, aber auch viel Ärger sparen. Übertreiben muss man es Kaschke zufolge mit dem Sichern auch nicht: "Für den Privatgebrauch reicht meiner Meinung nach eine Sicherung im Monat gut aus."

ZEBRA ist die zentrale Anlaufstelle für Studenten der Universität Augsburg, die Probleme mit ihrem Computer, dem Uni-Wlan oder ihrer Campus Card haben. Außerdem können Studenten dort Beamer, Laptops und Zubehör ausleihen. Wer einen Windows-Rechner hat, kann einen kostenlosen Sicherheits-Check in Anspruch nehmen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

01.04.2017

»Am komfortabelsten ist es, wenn Computer oder Smartphone ihre Daten eigenständig in eine Cloud, also einen externen Server hochladen und dort speichern.«

Ich will mal sehen, wo ich Platz für 7 TB Cloudspeicher kriege, den man erstens bezahlen und zweitens in vertretbarer Zeit befüllen kann.

»Deswegen lohnt es sich laut Kaschke, für Dateien, die man auf keinen Fall verlieren will, eine zweite Sicherung anzulegen.«

Das ist generell anzustreben. Es muss nur während man ein Backup fährt eine Spannungsspitze beide Geräte grillen, und man steht am Ende mit nichts da. Oder der Rechner ist von einem Virus infiziert und macht dann Originaldaten und Backup gleich mit platt. Ein Backup ist kein Backup. Alte PC-Weisheit. Und immer im Wechsel benutzen, sodass immer eine Version sicher im Schrank liegt. Sollte für den Privatgebrauch tatsächlich ausreichend sein.

»Wer ganz sicher gehen möchte, kann seine Dokumente vorher noch auf einer externen Festplatte sichern, ein komplettes Systemabbild hält Kaschke für Privatnutzer aber inzwischen für überflüssig.«

Ernsthaft: Nö. Zum einen ist es schon ganz schön, wenn man ein Vollbackup im Zweifelsfalle nur zurückspielen muss und ein vollständig lauffähiges System mit allen Einstellungen hat. Und zum Anderen dauert es einfach irre lange, bis man so ein Windows mit allen Updates und persönlich verwendeter Software neu installiert hat. Denn trotz aller Werbeversprechen schießt sich das OS auch 2017 noch gelegentlich so selbst ins Knie, dass an eine Wiederherstellung mit Bordmitteln nicht zu denken ist. Deshalb ist es im Zweifelsfalle auch für den Privatmann sehr von Vorteil, das System komplett zu sichern. Aber dann rennt man halt zum Nachbarn, der einem das neu einrichten soll. Schönen Dank auch...

»"Fotos kann man beispielweise nach Jahren sortieren. Dann weiß man auch, welche Ordner man bereits kopiert hat und kann sich sicher sein, dass dort nichts Neues mehr dazugekommen ist."«

Ihr habt es doch weiter oben schon geschrieben: Für solche Fälle gibt es Robocopy und andere Software, die schlicht einen Abgleich ermöglicht, sodass nur die Daten kopiert werden, die verändert wurden. Da brauche ich mir gar keine Gedanken mehr zu machen, welche Ordner ich jetzt wann angefasst habe, oder nicht. Das mit den Jahressortierungen ist doch mehr eine Ordnungs-Sache, damit man sein Geraffel auch wieder findet. Inkrementell sichern kann man heute vollautomatisch, ohne jedes mal Handstände machen zu müssen, oder bestimmte Ordnerstrukturen haben zu müssen.

»Außerdem empfiehlt Kaschke, vor allem wichtige Dokumente zu sichern: Fehlten Fotos, Videos oder Musik, sei das zwar ärgerlich, "aber das Leben hängt nicht dran", sagt er. Wer das beachte, könne sich viel Zeit, aber auch viel Ärger sparen.«

Naja, Speicherplatz ist heute so billig, dass man sich darüber eigentlich keine Gedanken mehr machen muss. Zugegeben, Poweruser mit 20 TB Daten sehen auch heute noch ohne RAID alt aus, aber die haben normalerweise dann auch ganz andere Ansprüche an eine Datensicherung, als jemand, der nur mal ein paar lumpige GB Fotos sichern will. (Nebenbei: RAIDs ersetzen kein Backup! Braucht sich nur ein Virus drüber her machen oder der User selbst die Falschen Daten löschen...)

»Wer einen Windows-Rechner hat, kann einen kostenlosen Sicherheits-Check in Anspruch nehmen.«

Was richtig ulkig ist, da es in Teilen der Universität in den CIP-Pools nur Linux-Rechner gibt. Warum wird einem diese Kompetenz vorenthalten? Oder geht man da nach dem Konzept »Linux ist per Design schon sicher genug« dran?

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