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Corona-Warn-App
01.07.2020

Diese Grafik zeigt, welche Daten die Corona-App erfasst und verarbeitet

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung kann heruntergeladen werden. Eine Übersichtsgrafik zeigt, welche Daten erfasst, gespeichert und weitergegeben werden.
Foto: Michael Kappeler, dpa

Auf welche Daten greift die Corona-Warn-App der Bundesregierung zu, die vor zwei Wochen startete? Eine interaktive Grafik erklärt nun genau, wie die App arbeitet.

Aus dem Archiv: Die Corona-Warn-App der Bundesregierung steht zum Download bereit. Im Vorfeld hatte die App große Diskussionen ausgelöst, im Kern der Debatte stand die Frage des Datenschutzes. Schließlich arbeitet diese App, die Informationen zur Gesundheit der Anwender verarbeitet, zwangsläufig mit sensiblen Daten. Doch was wird wann und wie lange in welcher Form wo gespeichert? Zwar wurde der Code der App online veröffentlicht – doch der reine Code ist ohne Fachkenntnis kaum zu verstehen.

Grafik soll transparent machen, welche Daten die Corona-App zu welchem Zweck verwendet

Helfen soll nun eine interaktive Grafik. Die richtet sich an "Personen, die es genau wissen wollen", erklärt der Augsburger Dominik Golle. Er arbeitet für das Zentrum Digitalisierung Bayern, das die Grafik gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Concern und der Software-Firma Ingenit erstellt hat. Die Corona-App-Grafik ist ein erstes Anwendungsbeispiel einer Software, an der das Team gerade arbeitet. Das Programm wird vom bayerischen Verbraucherschutzministerium gefördert und soll eine Möglichkeit für Unternehmen bieten, Nutzern möglichst transparent aufzuzeigen, wofür Daten erhoben und wo und wie lange sie gespeichert werden.

Das sei etwa bei Smart-Home-Geräten oder auch bei Versicherungen interessant. Frank Esselmann von der Concern GmbH erklärt: "Wir haben immer wieder mit Unternehmen zu tun, die in dieser Hinsicht unbegründet einen schlechten Ruf haben." Viele Firmen hätten mit den Daten Gutes im Sinn - doch es sei schwierig, das auch gut zu kommunizieren. Durch die Debatte um die Corona-App habe das Team beschlossen, ihren Transparenz-Ansatz daran auszuprobieren.

(Die Grafik wird auf Ihrem Gerät nicht richtig angezeigt? Dann klicken Sie hier.)

Für die technische Umsetzung ist Thomas Klute von Ingenit zuständig. Er erklärt, woher die in der Grafik angezeigten Informationen kommen. Basis seien die Präsentation von SAP (SAP hat die App gemeinsam mit der Telekom entwickelt) sowie von Google und Apple, die in ihren Betriebssystemen die Voraussetzungen für die Corona-App geschaffen haben. Diese sehr technischen Informationen habe man dann übertragen, "in Sprache, so einfach, wie es geht", sagt Klute. Herausgekommen ist die in verschiedene Bereiche gegliederte Übersicht. Ganz oben kann der Nutzer auswählen, wie sehr er in die Tiefe gehen möchte: Neben der ausführlichen ist auch eine vereinfachte Ansicht möglich.

Corona-App: Welche Daten werden weitergegeben, wenn ich infiziert bin?

Nutzer können sich ansehen, welche Daten für die Kontaktverfolgung und Risikobewertung genutzt werden, was passiert, wenn man sich selbst infiziert und was, wenn ein anderer App-Nutzer infiziert ist, mit dem man Kontakt hatte. Im vierten Bereich wird erklärt, auf welche Daten die App in keinem Fall zugreift: Das sind etwa die auf dem Handy gespeicherte Kontakte (also die im Telefonbuch gespeicherten Nummern und Adressen) und auch die Standortdaten. Die App greift nicht auf den GPS-Standort eines Nutzers zu, sondern erkennt stattdessen über die Bluetooth-Funktion, welche anderen Handys sich in der Nähe des eigenen Gerätes befunden haben. So ist kein Rückschluss auf den Aufenthaltsort möglich, aber darauf, welcher Nutzer mit wem Kontakt hatte.

An der Grafik zur Corona-App hat das Team etwa sechs Wochen gearbeitet. "Das war ein ziemlicher Marathon", sagt Golle. Allerdings liege das daran, dass in dieser Zeit auch die Software entwickelt wurde. Wenn das Programm fertig ist, sollen Unternehmen, die ihre Nutzer transparent informieren wollen, ihre eigenen Daten-Prozesse damit schnell und einfach darstellen können.

Der Augsburger Dominik Golle ist Koordinator der Themenplattform Verbraucherbelange in der Digitalisierung beim Zentrum Digitalisierung Bayern.
Foto: Zentrum Digitalisierung Bayern

Die Grafik richtet sich in erster Linie an jeden, der mehr über die Funktionsweise der App erfahren möchte. Sie sei auch geeignet für Personen, die anderen die App erklären wollen. Esselmann erzählt, dass sie dafür in ersten Tests in Unternehmen verwendet wurde. Die hätten ein Interesse, dass möglichst viele ihrer Angestellten die Anwendung nutzen - schließlich soll der Betrieb möglichst ohne Corona-Fälle fortgeführt werden. Mit der Grafik könne man den Mitarbeitern die Funktionsweise näherbringen und idealerweise Vorbehalte entkräften. Da habe man "erstes euphorisches Feedback" erhalten, sagt Esselmann.

Nun arbeitet das Team weiter am eigentlichen Projekt, der hinter der Grafik liegenden Software. "Wir hoffen, dass wir damit einen Standard setzen können, sodass man verschiedene Angebote vergleichen kann", erklärt Esselmann. Man wolle mit Unternehmen zusammenarbeiten, die transparenter werden wollen. Wenn es üblich werde, dass Unternehmen darstellen, wie sie Daten verarbeiten, würde der Nutzer auch sehen, welche Firmen sich öffnen und welche nicht. Golle ergänzt, dass auch Verbraucherzentralen die Vorlage nutzen könnten, um zu zeigen, wie von ihnen untersuchte Unternehmen mit Nutzerdaten umgehen.

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