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"Digitsohle"
19.09.2014

Mit dem Smartphone die Schuhsohle regulieren

Die Digitsohle soll das laufen vorallem für Jogger angenehmer machen. Symbolbild
Foto: Warren Goldswain - Fotolia.co

Ein Franzose hat eine intelligente Schuhsohle erfunden. Zwei jahre tüftelte er an der sogenannten "Digitsohle", die allerhand kann.

Eine intelligente Schuhsohle soll sich in Zukunft um einen guten Tritt und das Wohlbefinden des Schuhträgers kümmern. An der Sohle - einer Einlage namens Digitsole - hat ein französischer Erfinder rund zwei Jahre getüfftelt. Mit dem Smartphone die Wärme in den Schuhen einstellen und gleichzeitig bis auf den Schritt genau die zurückgelegte Distanz messen: Was noch wie Zukunftsmusik klingt, ist heute schön möglich - dank der Digitsohle, die der studierte Ingenieur Karim Oumnia erfunden hat. Der Franzose ist seit fünf Jahren Chef des Unternehmens Glagla, das ultraleichte Joggingschuhe herstellt.

Digitsohle ist mit Smartphone verbunden

Die Digitsohle ist mit einem Smartphone verbunden - dank Bluetooth-Technik, die eine kabellose Kommunikation ermöglicht. Per einfachem Tastendruck auf seinem Handy kann ein Jogger beispielsweise erfragen, welche Strecke er zurückgelegt und wie viele Kalorien er dabei verbrannt hat, wie schnell er gerade läuft oder auf welcher Höhe er sich befindet. Außerdem kann er mit seinem Smartphone die gewünschte Temperatur in den Schuhen einstellen.

Bei eisigem Wetter soll die "digitale Sohle" für angenehmes Laufen sorgen. Die Digitsohle heizt die Schuhe bis zu 40 Grad Celsius auf, so dass ein Jogger auch bei eisigem Wetter keine kalten Füße bekommt. Die Energie reiche bis zu sieben Stunden, erläutert der 47 Jahre alte Erfinder. Anschließend müsse die Einlage etwa drei Stunden lang mit Hilfe eines USB-Schlüssels aufgeladen werden.

Schuhsohle ist für jeden Schuh geeignet

Die hauchdünne Einlage, die Oumnia zufolge für jeden Schuh geeignet ist, wiegt rund 120 Gramm und besteht aus aufgeschäumten Kunststoff und Synthese-Kautschuk. Sie ist mit einer elektronischen Karte ausgestattet, die von einem Unternehmen in der Alpen-Stadt Grenoble hergestellt wird.

Seit mehreren Wochen stellen der Erfinder und seine zwölf Mitarbeiter die Einlagen, die in verschiedenen Farben angeboten werden, auf Messen in aller Welt vor. Das Interesse sei "enorm", versichert der 47-Jährige. Auch die Suche nach Investoren über eine Internet-Crowdfunding-Börse war Oumnia zufolge ein Erfolg: Innerhalb von fünf Tagen habe er 40.000 Euro zusammenbekommen. Das sei ein gutes Signal, meint Oumnia. Analysten zufolge werde die Nachfrage nach "intelligenten" Schuhen und Kleidungsstücken in den kommenden Jahren stark ansteigen.

Einlage für Schuhe soll 149 Euro kosten

Vermarkten will der Ingenieur seine Digitsole zum stolzen Preis von immerhin 149 Euro. Noch vor Jahresende - rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft - soll die Einlage zunächst im Internet angeboten werden. Im kommenden Frühling soll sie dann auch in Spezialgeschäften verkauft werden.

"Im Moment sind wir weltweit die einzigen, die dieses Produkt anbieten", versichert der Chef des Schuherstellers Glagla, der seine Erfindung patentieren ließ. "Wir haben einen großen Vorsprung, den wir behalten wollen." Dazu will der Franzose Digitsole schrittweise mit neuen Funktionen ausstatten. Dem Erfinder schwebt beispielsweise eine Sonde in der Sohle vor, die den Säuregehalt des Fußschweißes misst, oder auch der Einbau eines Navigerätes. "Ideen haben wir genug", sagt er. afp/AZ

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