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München
20.07.2012

SuperMUC! Europas stärkster Rechner legt los

Das undatierte Foto zeigt die IBM Supercomputer-Anlage «SuperMUC» des Leibnitz-Rechenzentrums in München. Deutschland rückt in die Spitzenliga der weltweit schnellsten Supercomputer auf. Gleich zweimal schafften es hiesige Rechenanlagen unter die zehn schnellsten Rechner der Welt.
Foto: Leibnitz-Rechenzentrum

Europas stärkster Rechner, SuperMUC, steht in München. Er wird auf besondere Weise gekühlt und soll sogar klimaverträglich sein. Ab heute beginnt seine Arbeit.

Er ist Europas leistungsfähigster Supercomputer und hat es beim jüngsten Ranking der "Top 500" auf den vierten Platz der Weltspitze geschafft. Doch auch in Sachen Klimaschutz gehört der "SuperMUC" im Leibnitz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zur Weltspitze. Die Entwickler bei IBM haben sich deshalb vom menschlichen Blutkreislauf inspirieren lassen - und kühlen die Rechenanlage mit Wasser. Damit entfalle im Vergleich zu herkömmlichen luftgekühlten Anlagen bis zu 50 Prozent des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen, teilte IBM mit. Heute startet der Superrechner mit seiner Arbeit.

3 Petaflops, das sind 3 Billiarden Rechenoperationen

Forscher am IBM-Standort in Zürich haben die neuartige Kühlungstechnik entwickelt. Sie machten sich den Umstand zunutze, dass Wasser Wärme etwa 4000 Mal besser leiten kann als Luft. Dabei setzt das Kühlsystem direkt dort an, wo die Wärme entsteht: am Chip. Die Rechenanalage wird mit 40 Grad warmem Wasser gekühlt. Und der Clou: Das Wasser wird gleichzeitig als Wärme für die Gebäudeheizung genutzt. Mit dem "SuperMUC" kann das LRZ damit nach Berechnungen von IBM pro Jahr rund eine Million Euro Betriebskosten sparen. 

SuperMUC auf Platz vier weltweit

Supercomputer werden immer leistungsfähiger, der SuperMUC, Europas schnellster Rechner, kommt auf eine Spitzenleistung von 3 Petaflops, das sind 3 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde. Die größten Herausforderungen im Betrieb sind unter anderem die entstehende Wärme - und natürlich der Stromverbrauch, der schnell ins Unermessliche steigen kann. Mit dem neuen Kühlkonzept lässt sich laut IBM der Gesamtenergieverbrauch des Rechners um 40 Prozent reduzieren.

Mit Wasserkühlung zur Spitzenposition: Der "SuperMUC"

Das Potenzial der neuartigen Wasserkühlung ist nach Einschätzung von IBM beim SuperMUC noch nicht voll ausgeschöpft. "Unser Plan ist es, mittelfristig die Kühlstrukturen direkt auf die Rückseite der Prozessoren zu integrieren, um aufeinandergestapelte 3D-Chips zu kühlen", sagte Bruno Michel von IBM Research in Zürich, einer der Erfinder des Kühlkonzepts. "Damit können wir den Weg für massive Verkleinerungen und Leistungssteigerungen bahnen." Langfristig könne der SuperMUC damit auf die Größe eines herkömmlichen Personal Computers schrumpfen. dpa/AZ

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