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Porträt

17.11.2018

Tim Berners-Lee ist der Vater des Internets

Tim Berners-Lee hat das Web in den 80er Jahren erfunden.
Bild: Martial Trezzini, dpa

Sein "Baby" ist jetzt 30 und Tim Berners-Lee ist mit dessen Entwicklung gar nicht zufrieden. Aber er hat schon eine Idee, wie er das Internet retten will.

Ungefähr 6.570.000 Ergebnisse – Wikipedia-Einträge, ein Bild von seiner zweiten Hochzeit, die Namen seiner beiden Kinder – spuckt allein Google zu „Tim Berners-Lee“ aus. Jener Internetkonzern, den es ohne Berners-Lee gar nicht geben würde und der als Datenkrake dazu beiträgt, dass sein Baby nicht so gedeiht, wie er es sich vorstellt. Tim Berners-Lee gilt als der Vater des Internets, und er will seine Schöpfung retten.

„Retten“ – ein guter Link zu Berners-Lees Kindheit. Es heißt, seine Mutter ließ Bindfäden in die Badewanne hängen, damit hineingefallene Spinnen wieder an ihnen hochklettern können. Respekt, Gleichberechtigung, Rücksicht – das sind Werte, mit denen der kleine Tim aufwuchs und die der große Tim heute im Internet vermisst. Nein, das ist jetzt kein Link nach vorne, zu seiner Erfindung, wir bleiben noch kurz in seiner Kindheit. Als kleiner Junge baute der 1955 in London geborene Berners-Lee seinen ersten Computer – aus Pappkartons. Das Vorbild war der Mark I, der erste kommerzielle Computer Englands, an dessen Entwicklung seine Eltern, die Mathematiker Conway und Mary Lee, in den 1950ern beteiligt gewesen waren. Sie kannten auch den Computerpionier Alan Turing.

Tim Berners-Lee, der "Gutenberg des 21. Jahrhunderts"

„Turing“ – ein guter Link nach Genf, wo der inzwischen erwachsene Tim 1989 seine bahnbrechende Erfindung machte, die ihm den Beinamen „Gutenberg des 21. Jahrhunderts“, einen Adelstitel und den nach Turing benannten Award, eine Art Nobelpreis der Informatik, einbrachte. Das kam so: Nach seinem Physikstudium in Oxford schrieb er das Computerprogramm „Enquire“, mit dem er Notizen verknüpfte bzw. verlinkte. Daraus entwarf er 1989 als Mitarbeiter des Europäischen Kernforschungslabors Cern in Genf seine Idee für das Internet: Erst schrieb er ein Konzept, wie Daten gespeichert, vernetzt und abgerufen werden können. Dann entwickelte er massentaugliche Standards und Strukturen. Am Weihnachtsabend 1990 stellte er mit info.cern.ch den ersten Webserver der Welt online. Das „World Wide Web“ war geboren.

Und dann tat Berners-Lee etwas, worüber 30 Jahre später noch viele staunen: Er stellte seine Erfindung kostenlos der Menschheit zur Verfügung. Dabei hätte er mit ihr reich werden können – wie einige seiner Weggefährten. Stattdessen arbeitete er weiter als Professor und gründete das „World Wide Web Consortium“, eine Art hoher Rat des Internets. Womit Berners-Lee aber nicht gerechnet hatte: dass Datenkraken auftauchen, Informationen gesammelt und monetarisiert werden, die Nutzer keine Kontrolle mehr über ihre Daten haben. Deshalb arbeitet er nun an der Dezentralisierung des Internets. Sein neues Baby: „Solid“.

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