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Haunsheim

26.06.2017

750 Jahre gelebte Dorfgemeinschaft

Ein buntes Bild bot sich den Zuschauern nach dem Festgottesdienst zur 750-Jahr-Feier beim Festumzug der Vereine.
Bild: Miriam Probst

Im Spagat zwischen Tradition und Moderne feiert Haunsheim Jubiläum

„Der Schlüssel liegt nicht in der Geschichte, sondern in den Menschen“, mit diesen Worten gratulierte Landrat Leo Schrell am Sonntagmittag den Haunsheimern zu ihrem 750. Gründungsjubiläum, das am Freitag mit einer Party und am Samstag mit den Mehlprimeln gefeiert wurde.

Der Ort sei, so der Landrat, über Jahrhunderte durch seine Menschen geprägt worden. Er erinnerte an Zacharias Geizkofler, der als Reichspfennigmeister des Kaisers Rudolf die Ortsherrschaft über Haunsheim übernommen und dort 1603 die evangelische Konfession eingeführt hatte, die bis heute besteht. Das, so Schrell, sei im Landkreis einmalig. Als weitere wichtigen Meilensteine in der Geschichte des Dorfs nannte er die Rheinbundakte, die 1806 Haunsheim zu Bayern schlug und die Gebietsreform 1978. Maßgeblich für die Entwicklung Haunsheims seien jedoch die Menschen, die sich über Generationen mit ihrem Dorf identifiziert hätten, betonte Schrell. Er verwies auf eine Studie des Johann-Michael-Sailer-Gymnasiums, nach der 70 Prozent der Jugendlichen in ihren Heimatgemeinden bleiben wollten. „Das zeigt, dass unser Raum enorm viel an Geborgenheit, Heimat und Vertrautheit zu bieten hat“, erklärte Schrell.

Auch Bürgermeister Christoph Mettel unterstrich, dass der Erfolg der Gemeinde über Jahrhunderte hinweg auf die funktionierende Dorfgemeinschaft zurückzuführen sei. Es gelte heute mehr denn je, den Spagat zwischen alt und neu zu schaffen und das Dorf lebenswert und attraktiv zu gestalten. Die Grundschule, der Kindergarten mit Krippe, die Ansiedelung von Unternehmen und das Schloss seien nur einige der Gesichtspunkte, „die uns zu etwas Besonderem machen, auf das wir stolz sein können“, so Mettel. Er betonte aber auch, dass sich der Ort nicht durch Stillstand über Jahrhunderte hinweg behauptet habe und es weiterhin gelte, „das Feuer der Dorfgemeinschaft am Brennen zu halten.“

Ein wichtiger Bestandteil und Motor der Gemeinschaft sind, da waren sich die Festredner einig, die Vereine. Angefangen vom Reitverein über die Feuerwehr bis hin zum Schützenverein hatten sie sich mit Flaggenabordnungen am Festumzug von der Dreifaltigkeitskirche zum Kornstadel beteiligt. Mettel hob insbesondere den TSV Haunsheim hervor, der zusammen mit dem 750. Gemeindejubiläum sein eigenes 90. Jubiläum feierte. „Dass wir beide Jubiläen mit einem gemeinsamen Fest heute begehen, zeigt mir, dass der Zusammenhalt in unserem Dorf funktioniert“, so der Bürgermeister.

Auch Landtagsabgeordneter Georg Winter attestierte den Haunsheimern und ihren Vereinen ein „enormes ehrenamtliches Engagement“. Er verwies auf die Veränderungen, die das Dorf im Laufe der Jahrhunderte erlebt hatte. „Entscheidend für den Fortbestand der Gemeinde war aber, dass sich die Haunsheimer immer wieder auf diese Veränderungen eingestellt haben“, erklärte er. Er erinnerte vor allem an die Sanierung des Schlosses sowie die Dorferneuerung, angefangen über die Schmiede, über das Rathaus bis hin zum Kornstadel. „Das alles hat maßgeblich zur Attraktivität und Lebensqualität des Ortes beigetragen“, so Winter. Für die Zukunft stehe vor allem die Verbindungsstraße zwischen Haunsheim und Veitriedhausen und die Anbindung der Gemeinde an das Radwegenetz an. Der Vorsitzende des TSV Haunsheim, Engelbert Ebert, dankte seinerseits der Gemeinde für ihre jahrzehntelange Unterstützung. „Wir sind stolz auf unsere einfach gehaltenen, prächtigen Sportanlagen und werden mit der Gemeinde im Rücken noch viele weitere Jahre bestehen“, so Ebert.

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