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Kicklingen

11.09.2020

Abstimmung über Mobilfunkmast: Das Vorgehen ist bemerkenswert

Die Kicklinger haben jetzt bis zum 21. September die Auswahl zwischen einem rund zehn Meter hohen Handymast auf einem Dachfirst in der Dorfmitte und einer etwa 40 Meter hohen Anlage im östlichen Außenbereich, die auch die bestehenden Funklöcher im Bereich der umliegenden Staatsstraßen schließen soll.
Bild: Jens Büttner/dpa (Symbolfoto)

Plus 722 Kicklinger haben bis zum 21. September die Gelegenheit, sich zwischen zwei Mobilfunkmast-Standorten im Dort zu entscheiden. Dass sich die Telekom darauf einlässt, ist ungewöhnlich.

Das Ringen um den Standort für den neuen Mobilfunkmast der Telekom in Kicklingen ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Seit eineinhalb Jahren machen Bewohner des Dillinger Stadtteils gegen die Errichtung der Anlage in der Mitte des Dorfs mobil, ohne ihr Anliegen beispielsweise über die Heimatzeitung in die Öffentlichkeit zu tragen. Eine Verhärtung der Fronten unter den Verhandlungspartnern sollte auf diese Weise offensichtlich vermieden werden.

Drohen von Funkmasten Gefahren?

Viele Kicklinger befürchten gesundheitliche Beeinträchtigungen, die von elektromagnetischen Feldern ausgehen können. Die meisten Forscher und auch das Bundesgesundheitsministerium kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass von Funkmasten keine Gefahren drohen. Vom Handy oder Tablet in direkter Umgebung gehe eine höhere Strahlungsgefahr aus, heißt es. Es gibt allerdings auch Studien, die eine erhöhte Anzahl von Krebserkrankungen auf die Strahlung von Funkmasten zurückführen.

In Kicklingen wird der Streit um den Standort nun auf eine ungewöhnliche Weise ausgetragen. Die Stadt Dillingen, die sich im Vorfeld für einen Standort im Außenbereich ausgesprochen hatte, hat freiwillig die Vermittlungsrolle zwischen der Bürgerinitiative und der Telekom übernommen und einen von allen Beteiligten akzeptierten Gutachter beauftragt. Nun wird die Standortsuche in einer Bürgerumfrage entschieden. Die Kicklinger haben jetzt bis zum 21. September die Auswahl zwischen einem rund zehn Meter hohen Handymast auf einem Dachfirst in der Dorfmitte und einer etwa 40 Meter hohen Anlage im östlichen Außenbereich, die auch die bestehenden Funklöcher im Bereich der umliegenden Staatsstraßen schließen soll.

Abstimmung über Mobilfunkmast: Das Vorgehen ist bemerkenswert

Die Telekom lässt sich auf die Umfrage ein

Dass sich die Telekom auf diese Umfrage einlässt, verdient Respekt. Denn der Kommunikationskonzern könnte den kleineren Funkmast in der Donnersbergstraße sofort bauen. Die Stadt Dillingen hat bei diesem privilegierten Vorhaben gar kein Mitspracherecht, die Telekom braucht dazu keine Genehmigung. Dennoch hat sich das Unternehmen auf die Bürgerbeteiligung eingelassen. Und wenn es bei der Umfrage am Ende der Standort im Außenbereich werden sollte, kämen eigenen Angaben zufolge erhebliche Mehrkosten auf den Konzern zu. Jetzt können alle 722 stimmberechtigten Kicklinger über den Standort für den Funkmast mitentscheiden. Und das ist bei diesem emotionalen Thema gut.

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Kicklinger stimmen über Mobilfunkmast ab

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