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22.12.2010

Adventliche Stunde in Schloss Höchstädt

Das Männerensemble Binswangen-Höchstädt, die Instrumentalgruppe "Saitenpfiff" und Erzähler Reinhard Eberhardt begeisterten im Höchstädter Schloss. Initiiert wurde das Konzert von MdL Georg Winter (Zweiter von rechts). Foto: Elmar Greck
Bild: Elmar Greck

In der Fortführung einer langjährigen Tradition boten das Männerensemble Binswangen-Höchstädt, die Instrumentalgruppe "Saitenpfiff" sowie Reinhard Eberhardt als Erzähler eine beeindruckende adventliche Stunde im Rittersaal des Schlosses Höchstädt. MdL Georg Winter als Initiator und Mentor der alljährlichen Veranstaltung erinnerte in seinen Eröffnungsworten an die historische Bedeutung des einmaligen Bauwerks, das sich mittlerweile zu einem kulturellen Zentrum über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus entwickelt hat und jedes Jahr am vierten Adventssonntag den Besuchern ein kulturelles Highlight bietet.

Israelischer Friedensgruß

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Die Grundthematik der Chorsätze des Männerensembles (Leitung Anton Kapfer) dokumentierte sich im Warten des Volkes Israel auf den kommenden Messias. In vertonten Texten des Propheten Jesaja spiegelte sich die Heilserwartung des Volkes. Zwei Satzvertonungen des Südtirolers Lorenz Maierhofer sollten die Besucher motivieren, sich auf die Stille und Wirkung des Lichtes einzulassen.

Mit dem israelischen Friedensgruß "Shalom chaverim - Hevenu shalom alechem" in einem Satz von G. Deutschmann verdeutlichten die Sänger, dass die Heilsgeschichte der Menschheit ihren tiefen Ursprung in der Auserwählung des Volkes Israel findet. Mit klarer Sprache, fein ausgehorchter Intonation, engagierter Dynamik und adäquater Textinterpretation agierten die Sänger auf hohem gestalterischem Niveau.

Adventliche Stunde in Schloss Höchstädt

Nicht zum ersten Mal musizierte "Saitenpfiff" im Landkreis Dillingen. In der Grundbesetzung Harfe, Zither, Gitarre und Hackbrett vermittelte die Gruppe gestalterische Brillanz, auch durch instrumentale Variation mit Blockflöte, originalem mittelalterlichen Kuhhorn sowie dem Einsatz wohlklingender Singstimmen.

Die hohe Musikalität und enorme Gestaltungsfähigkeit der Mentorin der Gruppe, Monika Gritsch, stehen für Ideenreichtum. Die Interpretation traditioneller israelischer Weisen begeisterten die zahlreichen Besucher ebenso wie die hingebungsvolle Gestaltung klassischer Menuette oder zeitgenössischer Bearbeitungen.

Wie interessant sich eine Symbiose aus Vokal- und Instrumentalmusik sowie gesprochenem Wort generieren kann, zeigte Reinhard Eberhardt in seiner Erzählerrolle. Aus dem reichen Fundus seines Vaters, des Kesseltaler Heimatdichters Michel Eberhardt, vermittelte er den Besuchern den ganzen Facettenreichtum aus dessen literarischem Schaffen. Mit Gedichten und Prosatexten beleuchtet der Kesseltaler Heimatdichter das adventliche und weihnachtliche Geschehen vor 2000 Jahren, indem er dieses in die heimatliche Umgebung projiziert und auch die handelnden Personen seinem unmittelbaren Lebensumfeld zuordnet. Der Sohn Reinhard Eberhardt sieht eine Lebensaufgabe darin, das Erbe des Vaters zu bewahren und eine breite Öffentlichkeit teilhaben zu lassen. Durch seine sehr lebendige, sprachlich plastische Vortragsweise zog der Erzähler die Hörer in seinen Bann. Besonders beeindruckend und nachhaltig gestaltete sich der freie Vortrag der "Schwäbischen Weihnacht".

Händels "Tochter Zion" avancierte zum Abschluss durch das gemeinsame Musizieren aller Akteure zu einem strahlenden Finale, das die adventliche Freude über das Kommen des Erlösers in starker Ausdrucksform symbolisierte, wie MdL Georg Winter den Besuchern mit auf den Heimweg gab.

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