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Aislingen

27.06.2019

Aus der Idee eines Tüftlers wurde die Aislinger Firma Kerner

Tobias Kerner ist kaufmännischer Geschäftsführer.
Bild: Roderfeld

Plus Seit 20 Jahren gibt es die Aislinger Firma Kerner Maschinenbau. Angefangen hat alles in einer kleinen Garage.

Seit zwei Jahrzehnten gibt es die Firma Kerner Maschinenbau – genauso lange schon in Aislingen, wo das Unternehmen vor 20 Jahren von Josef Kerner gegründet wurde. Was in einer kleinen Garage mit der Tüftelei des Vaters anfing, führt heute nach dem Tod des Gründers Sohn Tobias Kerner weiter. Rund hundert Mitarbeiter arbeiten am Standort im Industriegebiet. Seit November 2018 ist er der kaufmännische Geschäftsführer. Er kümmert sich vorrangig um betriebswirtschaftliche Aufgaben, er hat die Zahlen im Blick. Außerdem ist er für den strategischen Aufbau der Vertriebsstruktur in ganz Europa verantwortlich. Das 20. Jubiläum der Aislinger Firma wird am kommenden Wochenende groß gefeiert – natürlich in Aislingen.

Seit 20 Jahren gibt es Kerner Maschinenbau. Wie kam es konkret zur Firmengründung?

Kerner: Mein Vater hatte eine gute Stelle im Kernkraftwerk Gundremmingen und bewirtschaftete den elterlichen Hof im Nebenerwerb. Durch eine sehr gute Erfindung stand er vor der Entscheidung, das Patent zu verkaufen oder den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

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Und die erste Idee einer Maschine kam wie?

Kerner: Da er schon immer ein Tüftler war, nutzte er die Zeit beim Pflügen und überlegte, ob man hier nicht gleich etwas an den Pflug anbauen könnte, was bei der einen Überfahrt schon eine Zerkleinerung der groben Schollen erzielt. Dies sollte wirtschaftlich und mit wenig Kraftaufwand möglich sein. Aus dieser Idee ist dann der Schollencracker entstanden. Den bauen wir heute noch, aber nicht mehr in so großen Stückzahlen wir früher. Die Landwirtschaft hat sich ja in den letzten 20 Jahren verändert.

In all den Jahren blieb es nicht nur beim Schollencracker. Die Firma hat viele Produkte.

Kerner: Natürlich blieb es nicht dabei. Wir haben aktuell 14 Maschinentypen im Programm. Die Varianten sind durch die verschiedenen Ausstattungsmöglichkeiten und Arbeitsbreiten viel größer.

Wie viele Maschinen werden im Schnitt in welcher Zeit produziert?

Kerner: Wir stellen im Jahr circa 1100 Maschinen her. Die Produktionszeit ist sehr unterschiedlich. Beispielsweise brauchen wir für einen Frontpacker von Beginn bis zur fertigen Maschine im Schnitt drei bis vier Wochen. Bei einem Fahrwerksgrubber mit über sechs Metern Arbeitsbreite und einem Gewicht von bis zu neun Tonnen dauert es schon mal doppelt oder gar dreimal so lange.

Wo sitzen eure Kunden?

Kerner: Unser Hauptmarkt ist nach wie vor Deutschland. Aber auch Landwirte aus Österreich und der Schweiz schätzen unsere Maschinen. Seit ein paar Jahren haben wir auch einen sehr starken Partner in Ungarn. Unser am weitesten entfernter Importeur ist aus Japan. Aber auch ein Drei-Meter-Grubber läuft in den USA. Nach dort ist ein deutscher Landwirt ausgewandert und hat seine Maschine per Seefracht natürlich mitgenommen.

20 Jahre Kerner Maschinenbau – das wird gefeiert.

Kerner: Ja, sogar drei Tage lang. Am ersten Tag haben wir alle unsere Vertriebspartner und Geschäftspartner nach Aislingen eingeladen. Besonders freue ich mich, zusammen mit meinem Bruder Stefan Kerner, den Gästen die 20 Jahre Kerner in einer Präsentation Revue passieren zu lassen. Am Freitag, 28. Juni, ist unser großer Feldabend. Wir wollen den Besuchern unsere Maschinen live im Feldeinsatz präsentieren. Am Tag darauf findet ein großes Sommerfest für die Mitarbeiter mit Familien statt. Dieser Tag ist für uns besonders wichtig, denn ohne unsere Mitarbeiter wäre dieses Jubiläum nicht zu feiern.

Blicken wir voraus. Vielleicht nicht gleich 20 Jahre. Aber wohin geht die Reise Ihrer Firma? Gibt es Pläne?

Kerner: Die Firma Kerner ohne neue Pläne – nicht möglich (lacht). Es laufen aktuell viele Projekte. Zum einen Neuentwicklungen, von denen wir uns viel versprechen, aber auch neue Partnerschaften, welche sehr viel Potenzial haben. Unser Ziel ist auf jeden Fall klar: ein gesunder, familiärer Wachstumskurs.

Vorschau: Am Freitag, 28. Juni, ab 18.30 Uhr, findet der große Feldtag statt. Wo? Am Sportplatz Aislingen, Sandgraben 4. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.

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