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Gundelfingen

14.12.2020

Ausgezeichnetes Engagement für Gundelfingen

Das Gundelfinger Rathaus.
Bild: Karl Aumiller

Plus Mit viel Leidenschaft und Engagement setzten sich fünf Bürger viele Jahre für Gundelfingen ein. Jetzt wurden sie im Stadtrat geehrt. Trotz Corona.

Ausgefallen ist in diesem Jahr vieles. Coronabedingt hatte eine ganze Reihe von Veranstaltungen heuer nicht stattfinden können. Die Ehrung von fünf Gundelfinger Bürgern, die sich seit vielen Jahren kommunalpolitisch engagiert hatten, wollte Bürgermeisterin Miriam Gruß ( FDP) aber nicht länger aufschieben. Sie hätte sich einen festlicheren Rahmen gewünscht, sagte sie zu Beginn ihre Ansprache in der Brenzhalle: „Auch wir hatten andere Vorstellungen.“

Die Entscheidung, mit den Ehrungen nicht länger zu warten, hatte sich der Stadtrat Gundelfingen nicht leicht gemacht. „Zu oft haben wir gehört, wir holen das nach, wenn alles wieder normal ist“, erklärte Gruß. Keiner wisse jedoch, wann das der Fall sei.

Zwölf Jahre lang Dritter Bürgermeister von Gundelfingen

Dass die Situation komisch ist, fand auch der ehemalige Stadtrat Werner Wittmann, der die Ehrennadel der Stadt in Silber überreicht bekam. Als Mitglied der Freien Wähler war er 2002 in den Stadtrat gewählt worden. Sechs Jahre später übernahm er dann sogar das Amt des Dritten Bürgermeisters.

Werner Wittmann

Und das für ganze zwölf Jahre. In seiner Zeit als ehemaliger Direktor der Berufsschule Lauingen und Stadtrat, habe er mit seiner ausgewogenen Art für einen Blick über den Tellerrand hinaus gesorgt, lobte Gruß. Doch Wittmann ist längst nicht nur kommunalpolitisch aktiv. Seit 2015 engagiert er sich bei der Ortsverkehrswacht Gundelfingen-Bachtal ehrenamtlich.

Auch ein Gundelfinger Urgestein wird ausgezeichnet

Verdankt, sagte Wittmann, habe er den Einsatz seinem Kollegen Franz Kopp, der ebenfalls die Ehrennadel der Stadt in Silber erhielt. In seiner Zeit als Stadtratsmitglied habe Kopp 22 Jahre lang stets ein offenes Ohr für die Belange der Bürger gehabt, betonte Gruß. Auf seine Zeit in der Kommunalpolitik blickt auch er gerne zurück:

Franz Kopp

„Es war schön und lehrreich. Auch wenn es immer einmal wieder Reibereien gab – aber die gehören einfach zum Geschäft“, sagte Kopp.

Als Gundelfinger Urgestein wurde auch Werner Böswald in der jüngsten Stadtratsitzung mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Seit 1990 hatte er den Stadtrat unterstützt. Gruß erklärte: „Für Herrn Böswald war es immer wichtig, sich mit den kommunalen Themen intensiv zu beschäftigen, die Dinge kritisch zu hinterfragen und oft kreative Hinweise zu geben.“

Werner Böswald

Den meisten Stadtratsmitgliedern, scherzte sie, werde wohl auch seine berühmte Fragestellung noch gut in Erinnerung sein: „Frage eins, Frage zwei und Frage drei.“

Das "Gundelfinger Schnellefest" wäre ohne ihn undenkbar

Sein Engagement war bereits 2008 vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren mit einer Dankurkunde gewürdigt worden. Abseits seiner politischen Leidenschaft habe für ihn aber auch die Musik immer im Vordergrund gestanden. Schon mit 13 Jahren war er gemeinsam mit seinem Bruder in die Jugendkapelle eingetreten und wechselte wenige Jahre später in die Stadtkapelle. Auch das Gundelfinger „Schnellefest“ wäre ohne ihn nicht denkbar. Zwar vermisse er die Zeit im Stadtrat, sagte Böswald, doch inzwischen sei er längst alt genug, um aufzuhören.

Auch Ulrich Steixner war ganze 24 Jahre lang im Stadtrat tätig. Nicht nur als Referent für Umweltschutz und Naherholung, auch in zahlreichen Ausschüssen leistete er seinen Beitrag. 2008 erhielt auch er bereits die Dankurkunde des Bayerischen Staatsministerium des Inneren.

Ulrich Steixner

Bis zu seiner Pensionierung war Steixner außerdem ein beliebter Lehrer. Das Wohl seiner Schüler, so Gruß, habe er immer mit Nachdruck vertreten und dabei auch die Möglichkeiten des Schulaufwandsträgers im Auge behalten. Neben viel Ernsthaftigkeit habe er sich auch mit Humor und großer Sachlichkeit mit den anfallenden Themen der Stadt auseinandergesetzt. Dafür erhielt er ebenfalls die Ehrennadel der Stadt in Gold.

Eine besondere Auszeichnung geht an Viktor Merenda

Eine besondere Auszeichnung erhielt auch Viktor Merenda: die Bürgermedaille der Stadt Gundelfingen. Über 30 Jahre lang war er als Stadtrat tätig und engagierte sich in dieser Zeit in den verschiedensten Ämtern, beispielsweise als Sportreferent. Von 2002 bis 2020 war er außerdem als Zweiter Bürgermeister für die Stadt im Einsatz und übte das Amt des stellvertretenden Gemeinschaftsvorsitzenden aus.

Viktor Merenda

Auch er hatte bereits im Jahr 2008 eine Dankurkunde des Bayerischen Staatsministerium des Inneren erhalten. In der jüngsten Stadtratssitzung dankte ihm nun auch Rathauschefin Gruß für sein Engagement: „Ich habe Viktor als überaus engagierten und loyalen kommunalpolitischen Begleiter erlebt.“ Dazu gehört auch sein Einsatz für den FC Gundelfingen in verschiedenen Funktionen. Aktuell ist Merenda dort als Vorsitzender im Amt.

Nach all den lobenden Worten für ihn zeigte sich Merenda gerührt: „Ich frage mich, ob ich diese Auszeichnung wohl verdient habe.“ Als Flüchtling sei er mit seiner Mutter nach Gundelfingen gekommen und sich früh dazu entschieden, selbst Verantwortung zu übernehmen. „Wir sind als Gemeinschaft in Gundelfingen so stark, weil wir gemeinsam auftreten und nicht streiten“, betonte er. Großen Dank sprach er auch seiner Frau aus, die ihn in all den Jahren immer unterstützt und ihm den Rücken freigehalten habe. (mit pm)

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