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Landkreis Dillingen

28.02.2020

"Brachiale Gewalt": Wer zerstört und stiehlt Schilder?

Im Wald bei Schwennenbach sind in den vergangenen Monaten Schilder zerstört worden.
Bild: Michael Hagenheimer

Plus Im Staatswald bei Schwennenbach haben Unbekannte in den vergangenen Monaten einen Schaden von mehreren tausend Euro angerichtet. Der Revierleiter spricht von einer „kuriosen“ Angelegenheit.

Monatelang hat Michael Hagenheimer dem Treiben zugeschaut. Er dachte, es regelt sich schon alles wieder. Doch das hat es nicht. Die Angelegenheit nennt er „kurios“, für den Revierleiter selbst aber ist sie ärgerlich und mit viel Aufwand verbunden. Deshalb ist Hagenheimer jetzt zur Polizei gegangen.

Wald bei Oberliezheim: Unbekannter hat es auf Verkehrsschilder abgesehen

Seit eineinhalb Jahren treibt jemand im Waldrevier Wörnitzstein , für das Hagenheimer zuständig ist, sein Unwesen. Genauer geht es um die Staatswalddistrikte „Untere Hölzer“ und „Sorig“ mit einer Gesamtfläche von knapp 1000 Hektar. Dies betrifft den Raum zwischen Schwennenbach , Oberliezheim , Buch, Tapfheim und Dettenhart. Entlang der Wege, die sich laut Hagenheimer über 30 bis 40 Kilometer erstrecken, hat es ein Unbekannter auf Verkehrsschilder abgesehen. Und zwar auf einen ganz speziellen Typ: Ein Schild, das es Motorrädern und Autos untersagt, die Forstwege zu befahren. Solche hat der unbekannte Täter in den vergangenen Monaten immer wieder beschädigt und in einigen Fällen auch entwendet.

Revierleiter spricht von "brachialer Gewalt"

Zunächst handelte es sich um ein Metallschild, das an einem Holzpfosten befestigt war. Als es hierbei zu Beschädigungen kam, reagierte Hagenheimer. Er verwendete Pfosten aus Metall und betonierte die Schilder ein. „Um mehr Sicherheit zu haben“, wie er sagt. Doch selbst unter diesen Umständen wurden Schilder herausgerissen. Hagenheimer spricht von „brachialer Gewalt“, die dafür offenbar nötig war. Der Revierleiter vermutet, dass ein Schlepper oder Geländewagen zum Einsatz kam, um die Schilder aus dem Boden zu bekommen. Die Gegenstände wurden liegengelassen, manchmal verbogen und vereinzelt ganz mitgenommen oder an entlegener Stelle abgelegt.

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Für Hagenheimer bedeutet dies: Er muss immer wieder neue Schilder bestellen, jedes einzelne kostet etwa 100 Euro. Dazu kommt der Personalaufwand, der nötig ist, um die Schilder wieder aufzustellen. Über die Monate hat sich so ein geschätzter Schaden von mehreren tausend Euro angehäuft.

Jetzt sollen Kameras platziert werden

Der Revierleiter hat keine Ahnung, wer hinter den Beschädigungen stecken könnte. Das Kuriose: Der Täter hat es einzig auf die Durchfahrtsschilder abgesehen, Tafeln für beispielsweise Wanderwege oder Rettungstreffpunkte bleiben unberührt. „Vielleicht handelt es sich um jemanden, der einen Konflikt mit meinem Vorgänger hatte“, mutmaßt Hagenheimer. Um dem Spuk ein Ende zu bereiten, hat er bereits Schilder aufgehängt, auf denen von einer Videoüberwachung die Rede ist. Da die Schilder alleine bislang keine abschreckende Wirkung hatten, sollen nun tatsächlich Kameras platziert werden. Und auch eine weitere Maßnahme hat sich Hagenheimer überlegt – welche genau, soll nicht verraten werden. Wer in diesem Fall etwas beobachtet hat und Hinweise geben kann, soll sich unter Telefon 09071/560 an die Dillinger Polizei wenden.

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