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Gundelfingen/Dillingen

15.12.2018

Bundeswehr: sechs Millionen Euro für Dillingen

In Gundelfingen fand am Donnerstagabend der Einsatzrückkehrerappell für das Dillinger Informationstechnikbataillon 292 statt.
Foto: Eric Oehme

Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn sagt in Gundelfingen, was am Bundeswehr-Standort Dillingen kommt und was fehlt.

Es ist kalt. Vor den Gesichtern der Menschen bilden sich kleine Atemwolken. Zwei große Tribünen stehen vor dem Sägplatz, drumherum gewaltige Scheinwerfer. In Gundelfingen, seit zehn Jahren Patenstadt des Informationstechnikbataillons 292 in Dillingen, findet der Rückkehrerappell für die Soldaten statt, die aus dem Ausland zurückgekommen sind. Ursprünglich hatte sich Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen dafür angekündigt. Sie sei in Berlin gebunden, sagt Thomas Silberhorn, der Parlamentarische Staatssekretär, der sie vertritt (lesen Sie hier mehr zum geplanten Besuch von Ursula von der Leyen). Auch der Bundestagsabgeordnete der Region, Ulrich Lange, kann nicht weg; er hält am Donnerstag laut Silberhorn eine Rede im Bundestag.

Bundeswehr in Gundelfingen: Es herrscht eine feierliche Atmosphäre

Doch die fünf Einsatzkontingente, die vielen Soldatinnen und Soldaten, die mehrere Monate im Ausland verbracht haben, werden deswegen nicht weniger feierlich empfangen. Das Heeresmusikkorps Ulm unter der Leitung von Oberstleutnant Matthias Prock und der Spielmannszug des Musikkorps der Bundeswehr unter der Leitung von Armin Jakobi spielen unter anderem dem Cyber Marsch. Gundelfingens Bürgermeisterin Miriam Gruß, Silberhorn und Oberstleutnant Markus Krahl, Kommandeur des Informationstechnikbataillons 292 und Standortältester Dillingen und Donau-Ries, schreiten gemeinsam die Reihen ab, ein Mal um den ganzen Platz herum. Es ist eine feierliche Atmosphäre, auch wenn im Publikum mancher Schal höher gezogen wird und die bereitgestellten Bundeswehrdecken noch fester um die Beine gewickelt werden. Silberhorn sagt, allein in diesem Jahr haben die Dillinger Soldaten in Auslandseinsätzen rund 10000 Einsatztage erbracht. „An jedem einzelnen dieser Tage haben Sie dazu beigetragen, dass wir in Deutschland in Sicherheit leben können, haben andere Staaten im Kampf gegen den Terrorismus unterstützt und Menschen geholfen. Dafür haben Sie große Entbehrungen auf sich genommen. Ihnen gebühren dafür Respekt und hohe Anerkennung.“ Er dankt den vielen Zuschauern, die ihre Verbundenheit mit den Soldaten demonstrieren. Und er erinnert daran, dass während der Auslandseinsätze die daheimgebliebenen Kameraden in Dillingen den Betrieb aufrechterhalten haben – dabei sei die Besetzung dort ohnehin nicht ausreichend. Vor allem IT-Feldwebel werden dringend gesucht. Zwar bildet die Bundeswehr ihren Nachwuchs selbst aus, aber das dauert. „Wir rechnen mit einer spürbaren Entlastung in zwei Jahren. Doch trotz dieser Vakanzen haben Sie Ihre Leistungen in Dillingen ohne Abstriche erbracht.“

Der Bund will weiter in den Standort investieren

Der Bund will weiter in den Standort investieren, betont Silberhorn. In den vergangenen fünf Jahren seien zwei Millionen Euro investiert worden. Bis 2022 sollen es noch mal sechs Millionen sein. Später im Warmen werden Krahl und er erklären, wofür das Geld gedacht ist. Doch zuerst begrüßt draußen auf dem Platz Bürgermeisterin Miriam Gruß die Soldaten. Zum ersten Mal seit der inzwischen seit zehn Jahren bestehenden Partnerschaft finde ein Rückkehrerappell in Gundelfingen statt. Sie dankt den Soldaten für das „ausgezeichnete Miteinander“, etwa beim Weihnachtsmarkt. Die Erlöse der Bundeswehr am eigenen Stand kommen stets dem Kinderheim zugute.

Oberstleutnant Krahl spricht den zurückgekehrten Kameraden seinen ausdrücklichen Dank und seine Anerkennung für den von ihnen geleisteten Einsatz aus – erinnert aber auch daran, dass sich noch 23 weitere Soldaten derzeit im Kosovo, im Irak, in Mali, in Jordanien und in Afghanistan befinden. Das Informationstechnikbataillon sorge mit Satellitenkommunikation, Hochfrequenz- oder Netzwerk- und anderen Techniken für IT-Leistungen innerhalb des Einsatzlandes und von dort nach Deutschland. Soldaten aus Dillingen waren im Kosovo als Kryptoverwalter, als Netzwerk-Administratoren oder als Frequenzmanager eingesetzt. Im Irak, in Mali, Afghanistan oder Jordanien arbeiten sie etwa als Instandsetzer, IT-Sicherheitsbeauftragte oder IT-Soldaten. Sie kümmern sich um Diensthandys, richten E-Mail-Konten ein oder verwalten die Poststelle, stellen die Wartung von Fahrzeugen sicher… Dazu die äußeren Umstände, etwa heißes Klima – und das alles vier, fünf oder noch mehr Monate am Stück fern der Heimat. Mal einen Tag freinehmen, das geht nicht, erklärt Krahl. Geburtstage oder Feiertage mit den Lieben verbringen, auch nicht. Deswegen dankt er den Familien ausdrücklich dafür, dass sie fortwährend hinter den Soldaten stehen und den nötigen Rückhalt geben. Abschließend bringt Krahl nochmal seine aufrichtige Freude zum Ausdruck, dass „Sie, meine Soldatinnen und Soldaten, sich alle unversehrt und mit erfolgreich ausgeführtem Auftrag zurückgemeldet haben und nunmehr wieder in Ihrem gewohnten Umfeld zu Hause angekommen sind“.

Eintrag im Goldenen Buch

Nach Bayern und Deutschland-Hymne drängt es alle ins Warme. Die Soldaten treffen sich im Bleichestadel, Silberhorn trägt sich zuvor noch in das Goldene Buch ein. „Lauter FDPler“, stellt der CSU-Politiker beim Durchblättern fest und lacht, „gut, dass ich vorbeischaue.“ Dann erklärt er, wofür die sechs Millionen Euro in Dillingen sind: für ein Wirtschaftsgebäude, für die Sanierung des Sanitätsversorgungszentrums und den Neubau eines Wachgebäudes.

392 Soldaten sind in Dillingen eingesetzt, rund 700 Dienstposten gibt es. Viele seiner Soldaten haben zwar einen Dienstposten, sagt Krahl, sind aber gar nicht da, weil sie sich in einer Ausbildung befinden und lernen. „Die IT-Ausbildung dauert mehrere Jahre.“ Gerade im Bereich Unteroffizier sei der Bedarf groß. Ohne Kommunikationstechnik, ergänzt Silbereisen, geht nichts. Wo auch immer die Bundeswehr im Einsatz ist, gehört sie dazu – samt entsprechendem Personal. Doch ITler werden überall gesucht, auch in der freien Wirtschaft. „Damit konkurrieren wir.“

Vielleicht biete sich am Tag der Bundeswehr 2019, der auch in Dillingen gefeiert wird, die Gelegenheit, den Investitions- und Personalbedarf in der Kaserne nochmal genauer anzuschauen, meint der Staatssekretär zum Schluss. „Ich habe den Termin vermerkt.“

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