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Konzert

02.01.2019

Chormysterium und Bläserbrillanz im Gundelfinger Gotteshaus

Die Vorzeigegruppe CHORios der städtischen Musikschule zeigt in der Pfarrkirche St. Martin, was für eine enorme Vielfalt sie hat. Ein musikalisches Nonplusultra in der staden Zeit. Ein Höhepunkt im Jahreskalender.
Bild: Gernot Walter

Die Vorzeigegruppe „CHORios“ der städtischen Musikschule zeigt in der Pfarrkirche St. Martin, was für eine enorme Vielfalt sie hat

Selten erlebt man ein musikalisches Nonplusultra bei der Zugabe eines Konzerts. CHORios macht das am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Stadtpfarrkirche möglich. Der Vorzeigechor der Musikschule Gundelfingen zeigte den überwältigten Zuhörern im sehr gut besuchten Gotteshaus seine außergewöhnliche Präsenz. Im Chorsatz „Lux Aurumque“ von Eric Whitacre offenbarte CHORios seine untadeligen Vorzüge. Das „goldene Licht“ leuchtete mit einer Spannkraft, die den sphärischen Schwebezustand unmittelbar aufscheinen ließ.

Die enorme stimmliche Ausdrucksfähigkeit des Ensembles, das Auftauchen aus verinnerlichtem Pianissmo zu atonalem Strahlen war singulär. Zwölf Soprane (darunter die Solistinnen Miriam Hahn und Lisa Zoller) mit erregender Höhe, acht beseelte wirkungsvolle Altstimmen und zehn zuverlässige vornehme Männer, alle Akteure hervorragend geschult, bestachen durch beachtliche Homogenität. Ausgewogenheit im Klang, Reinheit in der Tongebung, beste Atemtechnik und sprachliche Artikulation kennzeichneten die Interpretationen. Einfühlsam und trotzdem bestimmend setzte der Chorleiter auf Transparenz, erkor das Piano vor allem in den Schlusspassagen zur Grunddynamik, crescendierte und steigerte den Chorklang ins Forte mit der gebührenden Contenance. Michael Finck zwang sein Ensemble zum absoluten Hinhören, zum Mitdenken und Mitgestalten. Er dirigierte suggestiv, präzise und erhob das A-Cappella-Singen zum Leitprinzip.

Die Vielseitigkeit imponierte genauso wie das Versenken in die weihnachtlcihe Botschaft. „O magnum mysterium“ erklang vierfach verschieden. Bei Fr. Poulenc entwickelte es sich verhalten aus dem Urgrund des Werdens hin zum Licht, bei Tomás Luis de Victoria als kontrapunktisches vierstimmiges Renaissance-Madrigal. Glockentiefe Doppelchörigkeit bei Simon Wawer und schillerndes Farbenspektrum sechsstimmig in Morten Lauridsens Deutung. Exemplarisches Werkverständnis herrschte bei Felix Mendelssohn-Bartholdy in eindringlichen achtstimmigen Sätzen vor, im gregorianischen Stil Z. Kodalys „Veni veni Emanuel“, spirituell und markant das „Laudate Dominum“ von Xavier Busto, in der Tradition verwurzelt „Es ist ein Ros entsprungen“, „Adeste fidelis“ und das auf schwedisch gesungene „Stille Natt“.

Erfreulich prägnant die Moderation von Verena Schmidt und Markus Scheider, die auch die instrumentalen Mitstreiter ankündigten. Festlichen Barock (Vivaldi), romantisches Notturno (F. Mendelssohn-Bartholdy), Flügelhorn bestimmtes „Venez divin Messie“ (C. Franck) entfalteten Rainer Hauf, Armin Schneider, Paul Lechner (Trompeten), Tom Lier (Pauke) und Thomas Rothfuß an der Rieger-Orgel. An der Truhenorgel im Altarraum begleitete der Münchner Organist das einprägsame „Jesu bleibet meine Freude“ (J.S. Bach), die Dreiklangseligkeit von „I don’t know how to love him“ (A. L. Webber) und die „Heilige Nacht“ (A. Adam). Mehr dem Weihnachtsmarkt zuzurechnen die lebhafte Suite (G. Farnaby) mit rhythmischem Schlagwerk. Von der Empore aus mächtig das Charpentier-Präludium, Tom Liers „Hymne an den Frieden“ und „Vom Himmel hoch“. Der Bachchoral vereinte schließlich Chor und Instrumentalisten zum Gotteslob. Riesiger enthusiasmierter Beifall, die schon erwähnte Zugabe des Chores und das „Transeamus“ gesungen und gespielt von dem Nördlinger Bachtrompetensensemble beendete eine bemerkenswerte musikalische Stunde, die Stadtpfarrer Johannes Schaufler als überragendes musikalisches Ereignis angekündigt hatte.

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