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Wahlen

03.09.2018

Claudia Stocker: Lieber Lauingen als München

Claudia Stocker ist die Direktkandidatin der FDP bei der Landtagswahl 2018 im Landkreis Dillingen.
Bild: Jakob Stadler

Claudia Stocker, Direktkandidatin der FDP bei der Landtagswahl, will Bürgermeisterin von Lauingen werden. Trotzdem will sie auch auf Landesebene möglichst viele Stimmen erhalten – denn die sind nicht verloren, selbst wenn Stocker in der Heimat bleibt.

Besonders die Wähler in Lauingen könnten irritiert sein, wenn sie am 14. Oktober in die Wahlkabine gehen. Denn Claudia Stocker wird dort auf zwei Stimmzetteln zu finden sein. Sie ist die Direktkandidatin der FDP bei der Landtagswahl – und bewirbt sich gleichzeitig als Lauinger Bürgermeisterin. Wenn die Kreis- und Stadträtin sowohl in den Landtag gewählt wird als auch zu Lauingens Rathauschefin, „dann werde ich mein FPD-Mandat weitergeben, an den nächsten Kandidaten, der im Landtag die gleichen Ziele verfolgen wird, wie ich“, erklärt sie. Die Entscheidung wäre klar: „Ich nehme das Bürgermeisteramt in Lauingen an, in meiner Heimat.“

Sie will trotzdem in den Landtag gewählt werden

Gewählt werden möchte sie bei der Landtagswahl trotzdem. Anders als bei der Bundestagswahl ist eine Stimme für einen Direktkandidaten, der nicht ins Parlament einzieht, nicht verloren. Denn auch die Erststimme, die der Wähler einem Direktkandidaten gibt, entscheidet die Sitzverteilung im Landtag mit. Eine Stimme für Claudia Stocker ist damit eine Stimme für die FDP. Und die solle wieder in den Landtag einziehen. „Die FDP steht für einen Kurswechsel“, sagt sie. „Wir zeigen Fehler auf. Und wir zeigen den Weg zu einem zukunftsfähigen ländlichen Raum.“

Die Stärkung des ländlichen Raumes ist Stockers Ziel, der Grund, weshalb sie sich von der Stimmkreisversammlung im Oktober 2017 als Direktkandidatin nominieren lies. „Unser ländlicher Raum blutet aus“, warnt Stocker. Das sei beispielsweise bei der Digitalisierung zu sehen. Funklöcher, schlechte Netzanbindungen, schleppend anlaufender Breitbandausbau. „Es kann nicht sein, dass wir auf dem Land nicht das Recht auf schnelles Internet haben.“ Das sei nicht nur für Privatpersonen problematisch, besonders Firmen hätten es schwer. Ein Unternehmen, das nicht zuverlässig gutes Netz hat, dem springen die Geschäftspartner ab, erklärt sie. Ein weiterer Punkt sei die Bildung. „Wenn wir die Schulen jetzt alle mit Whiteboards ausstatten, sind wir weit hinterher.“ Die FDP stehe für beste Bildung und gleiche Chancen, unabhängig vom Elternhaus. „Das hört auch nach der Schule nicht auf“, sagt Stocker. Bildung und Weiterbildung dürften nicht an schlechtem Netz scheitern.

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Nach dem Tod von Bürgermeister Wolfgang Schenk

Für diese Themen will Stocker weiter eintreten – doch am liebsten nicht im Landtag. „Mein Fokus ist: Ich will Bürgermeisterin von Lauingen werden.“ Dass es zur doppelten Kandidatur gekommen ist, hängt mit den Umständen der Bürgermeisterwahl zusammen. Als Direktkandidatin für die Landtagswahl steht sie schon lange fest. Am 12. Juni starb Lauingens Bürgermeister Wolfgang Schenk. Stocker war selbst in der öffentlichen Stadtratssitzung, in der Schenk vor seinem Tod zusammenbrach. „Schockierend, lähmend“, sei das gewesen, sagt sie. Die Anteilnahme war riesig, nicht nur in Lauingen, sondern in der gesamten Region. Mit der Situation habe auch sie selbst erst einmal fertig werden müssen.

Das Gesetz aber lässt wenig Zeit bis zur Neuwahlwahl. Das bedeutete auch: Es muss weitergehen. Für Stocker und die Lauinger FDP war schnell klar, dass sie kandidieren würde, wie schon 2014. Sie habe natürlich überlegt, bei der Landtagwahlkandidatur zurückzurudern. „Aber das war schon so weit, dass ich da nicht mehr rauskomme.“ Ein Rücktritt von der Kandidatur ist nicht vorgesehen.


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