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Bissingen

08.08.2019

Das Bienenparadies in Bissingen

Reinhold Stangl und Andreas Carl kümmern sich um die Blühwiesen und Bienen auf dem Gelände der Molkerei Gropper in Bissingen.
Bild: Tanja Ferrari

Auf 11.000 Quadratmetern hat die Molkerei Gropper auf ihrem Betriebsgelände zwei Blühwiesen angelegt. Rund 350.000 Bienen sammeln dort fleißig Pollen.

Es ist das Tier, das in den vergangenen Monaten in Fokus stand – die Biene. Spätestens durch das Volksbegehren „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern“ ist der Schutz des Insekts in aller Munde. Auch immer mehr Unternehmen verschreiben sich der Nachhaltigkeit und wollen etwas für den Artenschutz vor der eigenen Tür tun. So auch die Molkerei Gropper in Bissingen.

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Bis in den Herbst blühen die Pflanzen bei Gropper

Auf insgesamt 11.000 Quadratmetern hat das Unternehmen dieses Jahr auf ihrem Betriebsgelände gleich zwei Blühwiesen für insgesamt zehn Jungbienenvölker angesät. Reinhold Stangl, Bereichsleiter vom Milcheinkauf, erklärt: „Wir wollten unseren Beitrag für den Insektenschutz leisten und haben uns informiert, was wir umsetzen könnten.“ Nach kurzer Überlegung habe sich der Betrieb für zwei einjährige Blühwiesen auf dem Gelände entschieden. „Das Besondere daran ist, dass bis in den Herbst hinein die verschiedensten Pflanzen blühen“, sagt Stangl. Im Mai habe man die Samen ausgesät und bereits wenige Wochen danach die ersten Gräser entdecken können.

350.000 Bienen brummen in Bissingen

Als wenig später auch die ersten Blumen sprossen, kam Gropper-Mitarbeiter Andreas Carl eine Idee. „Blumen brauchen Bienen“, betont er. Er beschäftigt sich seit zehn Jahren mit Bienen und hat gemeinsam mit seinem Bruder inzwischen rund 40 Völker, die er betreut. Zehn von seinen Jungvölkern siedelt er nach Rücksprache mit dem Unternehmen auf der 11.000 Quadratmeter großen Blühwiese an. „Die Bienen produzieren aktuell noch keinen Honig“, erklärt er. Stattdessen würden sie fleißig Pollen sammeln, um sich ordentlich zu vermehren. „Pro Stock leben ungefähr 35.000 Bienen, die jetzt ihr Volk aufbauen“, informiert er. Dafür bräuchten sie Pollen, und zwar rund um die Uhr. Die beste Versorgung bietet dabei eine solche Blühwiese. Im Herbst müssten die Bienen wieder abgezogen werden. Bis dahin muss Andreas Carl nicht viel tun, nur ab und an Futter zur Verfügung stellen. „Erst nach dem Winter werden die Wiesen erneuert“, erläutert Stangl. So hätten die Insekten die Möglichkeit, in den Pflanzenstängeln zu überwintern, und bekämen Schutz vor der Kälte.

Die Molkerei Gropper hat auf 11000 Quadratmetern eine Blühfläche für Bienen angelegt. Andreas Carl rechts hat zehn Bienenvölker zur Verfügung gestellt.
Bild: Tanja Ferrari

Inzwischen hat sich die Bissinger Molkerei sogar beim Wettbewerb „Blühender Betrieb“, den das bayerische Umweltministerium ausgeschrieben hat, beworben. Im Herbst sollen Betriebe, die alle Kriterien erfüllen, ausgezeichnet werden. Das sei aber nicht der Anreiz für die Blühwiese gewesen, sagt Stangl. „Wir haben die Wiesen schon lange vorher geplant und umgesetzt.“

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