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Donauside in Dillingen

27.06.2019

Das letzte Killerpilze-Konzert in Dillingen?

Noch einmal in Dillingen beim Donauside-Festival auf der Bühne stehen. Noch einmal in der Heimatstadt im Applaus baden. Vorerst zum letzten Mal tritt Jo Halbig mit den Killerpilzen am 20. Juli in der Großen Kreisstadt auf. Danach gehen sie in eine Pause – für unbestimmte Zeit.
Bild: Karl Aumiller (Archiv)

Plus Das Donauside am 20. Juli ist vorerst die letzte Chance, die Killerpilze in Dillingen zu sehen. Sänger Jo Halbig über die anstehende Pause und die Zukunft des Festivals.

Die Killerpilze haben eine Pause auf unbestimmte Zeit angekündigt - was bedeutet das eigentlich für das Donauside? Und wie viel Aufwand steckt hinter dem Festival? Unter anderem darüber spricht Killerpilze-Sänger Jo Halbig im Interview mit unserer Redaktion.

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Bands können sich von dir beraten lassen, du hältst Motivationsvorträge, du hast eine eigene Partyreihe in München, gerade haben deine Killerpilze eine neue Platte rausgebracht und in knapp vier Wochen findet zum vierten Mal das Donauside-Festival statt. Wie viele Stunden hat dein Tag?

Jo Halbig: Mein Tag hat tatsächlich auch nur 24 Stunden, aber meine Arbeitswoche dafür im Moment so an die 70 Stunden (lacht). Zugegebenermaßen, es ist gerade viel los, aber wenn man liebt, was man tut, geht es nicht um Stunden, sondern um die Reaktionen, Momente und die Ziele, die man erreicht.

Das letzte Killerpilze-Konzert in Dillingen?

Welcher Job gefällt dir am meisten?

Jo: In allererster Linie würde ich sagen, dass mir das Musiker-Dasein am meisten Spaß macht und das Gefühl gibt, komplett im Moment zu sein und alles um mich herum zu vergessen. Deshalb bezeichne ich mich auch weiterhin in erster Linie als Musiker. Aber auch meine PR-Agentur in München, die gerade wächst, die Band-Coachings, Vorträge oder die Organisation des Donauside-Festivals machen sehr viel Spaß. Mein Leben ist dadurch einfach abwechslungsreich und nie langweilig. Natürlich gibt es aber auch immer wieder neue Herausforderungen und Momente, wo man am liebsten alles hinschmeißt oder sich neue Lösungen einfallen lassen muss. Am Ende des Tages kann ich aber oft selbst nicht glauben, was alles passiert.

Donauside umfasst im Grunde alles: Du bist Organisator, Ideengeber, Plakataufhänger, Musiker und Fan. Und das schon zum vierten Mal in Folge. Hast du mit diesem Erfolg gerechnet, als 2016 zum ersten Mal das Festival in Dillingen stattfand?

Jo: Wie alle wissen, war der Ursprungsgedanke erst mal, dieses Festival einmal auszuprobieren. Dass wir nun zum vierten Mal im Schlosshof sind, ist eine große Ehre, und natürlich wird es jedes Jahr besser. Ich bin stolz, dass mittlerweile deutschlandweit bekannte Bands bei uns angefangen haben und neue dieses Jahr dabei sind. Es macht mich stolz zu sehen, wie viele tolle Menschen mittlerweile ehrenamtlich an diesem Projekt mitarbeiten. Ich hoffe in diesem Jahr aber auch, dass die Menschen aus dem Landkreis noch mehr Teil des Festivals werden. Wir haben immer mal wieder Besucher aus Frankreich, Berlin, Südamerika, und manchen Leuten aus dem Landkreis ist das Wetter zu schlecht oder der Ticketpreis von 15 Euro zu teuer. Das verstehe ich dann nicht. Unser großer Traum ist es nach wie vor, solide über die 1000 Besucher zu kommen. Das ist auch dieses Jahr der Anspruch und geht aber nur mit den Leuten von hier.

Heißt: Donauside bleibt ein fester Termin im Jahreskalender, oder steht es auf wackeligen Füßen?

Jo: Wir entscheiden nach dem 20. Juli, ob es noch ein Fünfjähriges geben wird. Wenn ich das Gefühl habe, das Donauside kann wachsen und wird hier gerne angenommen, plane ich gerne mit dem Kulturring in die mittelfristige Zukunft.

Warum sollte sich keiner das Event entgehen lassen?

Jo: Ganz einfach: Weil es so ein Festivalangebot mit Top-Bands, Rahmenprogramm, After-Show-Party in dieser Traumkulisse sonst schlichtweg nicht gibt. Es gibt viele Partys, bei denen DJs auflegen, aber ich kenne keine Events in Schwaben, die jungen und qualitativ hochwertigsten Bands eine Bühne bieten, wo der Festivalgedanke von Zusammenkunft, gemeinsam einen ganzen Tag zu verbringen, Spaß zu haben so gelebt wird wie auf dem Donauside. Außerdem wird es dieses Jahr das vorerst letzte Killerpilze-Konzert in der Heimat sein. Es wird sicher auch für uns sehr emotional.

Auf was freust du dich?

Jo: Ich freue mich, dieses Jahr einfach zu sehen, ob unsere Idee zum vierten Mal Früchte trägt und wächst. Und natürlich auf den Moment, wenn wir die Bühne besteigen. Ich freue mich auf die Top-Bands wie Smile and Burn, die Überflieger Some Sprouts aus Regensburg oder auch die After-Show-Party mit DerTypmitdemBart. Aber am meisten freue ich mich wirklich jedes Jahr über die glücklichen Gesichter, die tanzenden Menschen und die gute Stimmung. Ich werde das dieses Jahr auf jeden Fall in einer ruhigen Minute wieder genießen.

Es ist dieses Jahr ein sehr besonderes Donauside. Denn vorerst zum letzten Mal stehst du mit den Killerpilzen dort auf der Bühne. Ihr habt eine Pause auf unbestimmte Zeit angekündigt (Lesen Sie dazu: Die Killerpilze hören auf - wirklich? ).

Jo: Das bedeutet in erster Linie, dass wir uns das erste Mal nach 17 Jahren eine Pause gönnen, die auch wirklich eine ist. Keine Konzerte, kein Album, keine Planungen. Alles, was danach kommt, können wir jetzt noch nicht sagen, außer, dass wir gerade auf dem Weg zum neuen Album und im nächsten halben Jahr so viel Spaß haben werden wie schon lange nicht mehr. Wir lieben es, Musik zu machen, wir lieben es, auf der Bühne zu stehen und was wir mit dieser Band tun dürfen, deshalb lösen wir die Band ja auch nicht auf. Aber jeder hat so seine Projekte, die auch mal etwas mehr Zeit erfordern. Wir sehen uns bestimmt irgendwann wieder, denn nichts ist für immer.

Planet B ist auf dem Markt – wie kommt die neue Single an? Hören wir sie beim Donauside?

Jo: Wir sind unfassbar happy, was gerade mit dem neuen Song passiert. Nach wenigen Tagen hatte Planet B schon über 35000 Klicks auf YouTube, mehr als 20.000 Streams auf allen Portalen, und unser Album, das am 6. September erscheint, ist auf die Bestseller-Liste #1 in „Punk“ und „Rock“ bei Amazon eingestiegen. Wir werden diesen und weitere neue Songs erstmals auf dem Donauside präsentieren und freuen uns schon auf die Reaktionen.

Ihr wollt euch mit großem Knall verabschieden – auch von Dillingen?

Jo: Wir würden uns niemals von Dillingen verabschieden. Dillingen ist unsere Heimat und wird es immer bleiben, auch wenn wir mittlerweile teilweise an anderen Orten leben. Ich liebe es jedes Mal, über die Donaubrücke in unsere Stadt reinzufahren, und der Kontakt hierher ist eng und lebendig, viele Freunde, der Fußballverein, alles hier. Es ist die letzte Show der Killerpilze in Dillingen für lange Zeit, aber wir haben hier die Band gegründet, das Donauside aufgebaut, und solche Dinge bleiben. Wir lösen uns nicht auf, sondern wir machen eine Pause. Und sehen uns irgendwann wieder. Auch in Dillingen.

Weitere Informationen: Das Donauside findet am Samstag, 20. Juli, im Schlosshof Dillingen statt, Beginn 15 Uhr. Mit dabei sind: Killerpilze, Smile and Burn, Some Sprouts, Johnny Rakete, Dude Spencer, Silent Session, Pabst, Mischa und DerTypmitdemBart. Tickets gibt es unter ticket-dillingen.de.

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Bild: Karl Aumiller u.a.
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