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05.07.2010

Defizit der Kreiskliniken sinkt um 60 Prozent

Das Defizit der Kreiskliniken, im Bild das Dillinger Krankenhaus, ist im Jahr 2009 stark gesunken. Archiv-Foto: DZ
Bild: DZ

Landkreis Die Kreiskliniken Dillingen und Wertingen sind auf einem guten Weg. Das war das Fazit der gestrigen Sitzung des Krankenhausausschusses im Landratsamt. Dabei stellte Uli-Gerd Prillinger, Geschäftsführer der Kliniken, bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2009 die Eckpunkte des Erfolges heraus: So wurden in den beiden Kliniken im vergangenen Jahr 1163 Patienten mehr behandelt als noch 2008, eine Steigerung von 11,9 Prozent. Noch bezeichnender sei dagegen die Umsatzsteigerung von 14,9 Prozent, die selbst die Wirtschaftsprüfer beeindruckt habe.

Da durch die Erhöhung bei den behandelten Patienten auch die Personal- und Sachkosten höher lagen, schlossen die Kliniken für 2009 jedoch immer noch mit einem Defizit von 1,58 Millionen Euro ab. Für den Landkreis Dillingen dennoch eine erfreuliche Entwicklung. Denn 2008 lag der Fehlbetrag noch bei 3,98 Millionen Euro.

Wie Prillinger im Ausschuss erklärte, arbeiten beide Krankenhäuser im operativen Bereich weitestgehend kostendeckend. Das Defizit resultiert hauptsächlich aus Zinszahlungen für noch nicht ausgeglichene Betriebsdefizite der Vorjahre, den Zahlungen, die aus dem Rückkauf des Krankenhauses Dillingen vom Deutschen Orden stammen, und verschiedenen Abschreibungsbeträgen. Im eigentlichen Krankenhausgeschäft weise lediglich die Geburtshilfe in Wertingen ein Minus in Höhe von knapp 280 000 Euro auf.

Auch für 2010 erwartet Prillinger eine weiterhin positive Entwicklung. So soll das Defizit der beiden Kliniken in diesem Jahr weiter sinken, auf dann 980 000 Euro. Landrat Leo Schrell zeigte sich hocherfreut über den Kurs, den die Kreiskliniken genommen haben. Vor allem angesichts der "bewegten und bewegenden Jahre", die der Landkreis auf diesem Sektor hinter sich habe. Nach den jüngsten Umstrukturierungen könne man nun Erfolge verzeichnen. "Wir sind zwischenzeitlich nicht nur auf Augenhöhe mit vielen anderen Kliniken, sondern haben in Teilbereichen durchaus die Nase vorn", sagte Schrell, der sich weiter für die kommunale Trägerschaft beider Häuser aussprach.

Defizit der Kreiskliniken sinkt um 60 Prozent

Dem schloss sich Dietmar Bulling ( SPD) an: "Die Privatisierungsdiskussion ist damit für mich vom Tisch. Das ist eine tolle Leistung", so Bulling. Mit derart guten Zahlen habe noch vor einiger Zeit keiner gerechnet. "Jetzt sieht es für die kommenden Jahre ja fast nach einer schwarzen Null aus." Auch Karl Hurler (CSU) sprach von einer positiven Entwicklung, die es zu würdigen gelte.

Personal wird aufgestockt

Günter Ballis (FDP) und Siegfried Wölz (SPD) mahnten jedoch zu gezügeltem Optimismus. "Wir haben immer noch rote Zahlen. Damit gebe ich mich nicht zufrieden", sagte Ballis, während Wölz die geplante Aufstockung des Personals kritisierte. Eine Erhöhung, die angesichts der steigenden Patientenzahl allerdings notwendig sei, erklärte Prillinger. Bettina Merkl-Zierer (Grüne) betonte, man müsse die Steigerung des Umsatzes auf der Grundlage des äußerst schlechten Jahres 2008 bewerten. Zudem sei eine gute medizinische Grundversorgung im Landkreis eine wichtige soziale Leistung. "Es ist die Frage, ob da eine schwarze Null nötig ist."

Was das "schlechte Jahr" 2008 anbelangt, erklärte Prillinger, dass dieses im Grunde gar kein schlechtes Jahr gewesen sei. "Das Betriebsergebnis war durch die Lohnkostensteigerungen so schlecht. Aber die Leistung war die vergangenen drei Jahre konstant. 2009 haben wir jetzt einen wirklichen Sprung."

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