Newsticker

Termin für Olympische Spiele 2021 in Tokio steht fest
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Der Bund Naturschutz hat eine neue Ortsgruppe

Deisenhofen

01.06.2018

Der Bund Naturschutz hat eine neue Ortsgruppe

In Deisenhofen wurde eine neue Ortsgruppe des Bund Naturschutz gegründet. Erste Reihe von links: Emil Wesp, Katherina Rößle, Karl Baumgartner (Vorsitzender der Ortsgruppe), Michaela Kölle (stellvertretende Vorsitzende der Ortsgruppe), Gabriele Kötz, Heidi Terpoorten (Vorsitzende Kreisgruppe), Kerstin Saur. Hinten von links: Johann Kaltenegger, Gerhard Lindner, Maria Lindner, Gernot Hartwig (Referent und Vorsitzender Ortsgruppe Buttenwiesen), Hermann Bayer, Sebastian Schön, Julia Sing, Franz Kapp, Christian Öxler und Thomas Hefele (stellvertretender Vorsitzender Kreisgruppe).
Bild: Volker Terpoorten

Die Mitglieder der neuen Ortsgruppe Goldberg stammen aus Mörslignen und Deisenhofen. Wegen der persönlichen Betroffenheit ist vor allem die B-16-Nordumgehung ein Thema.

Die Kreisgruppe Dillingen des Bund Naturschutz freut sich über eine neue Ortsgruppe im Landkreis. Im Schützenheim in Deisenhofen trafen sich mehr als 50 Interessierte zum Vortrag von Gernot Hartwig, Vorsitzender der Ortsgruppe Buttenwiesen und Sprecher des bayernweiten Landesarbeitskreises Verkehr des Bund Naturschutz Bayern.

Er machte deutlich, dass Straßenbau zwar früher Probleme gelöst hat; der entstandene Irrglaube „Straßenbau sei stets gut für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region“ sei jedoch längst überholt. Inzwischen sei es eher umgekehrt. Viel zu viele Straßen belasteten die öffentlichen Haushalte, auch die kommunalen. Durch Unterhalts- und Umweltkosten gehe Wohlstand letztendlich verloren. Individuelle Mobilität von morgen benötige dringend eine neue Verkehrspolitik, die Güter müssten verstärkt auf die Schiene verfrachtet werden; auch auf dem Land müssen öffentlicher Nahverkehr sowie Rad- und Fußverkehr endlich attraktiv und finanzierbar für alle gestaltet werden. Innerorts sollten wieder Orte des Lebens, der städtischen oder dörflichen Gemeinschaft entstehen. Möglichkeiten, wie Ortschaften Verkehrsprobleme lösen könnten, zeigte Hartwig eindringlich und beispielhaft auf. Denn, und das merken beispielsweise auch die Dillinger laut Heidi Terpoorten, der Vorsitzenden der Kreisgruppe – seit der neuen Umgehung: Der Quell- und Zielverkehr bleibt.

Die Besucher zeigten sich laut Terpoorten besonders betroffen, zum einen vom geplanten Flächenverbrauch von insgesamt etwa 48 Hektar, sollte die Nordtrasse WSG tatsächlich kommen. 80 bis 300 Jahre braucht 1 Zentimeter Humus zum Wachsen. Jeder unnötig versiegelte Quadratmeter Boden sei politisch verantwortungslos, führte Gernot Hartwig aus. Denn es gebe ja eine Alternative. Die im Umweltranking an oberster Stelle stehende Alternative für Höchstädt sei die Bahntrassenalternative.

Der Bund Naturschutz hat eine neue Ortsgruppe

Zum anderen stößt den direkt Betroffenen vor Ort sauer auf, dass mit 1,5 Millionen ein Steuergeldgeschenk des staatlichen Bauamts Krumbach, ein schützenswertes Gut, nämlich das seit Jahrzehnten bestehende Wasserschutzgebiet, aufgegeben werden soll.

Zudem das Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz bereits jetzt fordert, dass Wasserschutzgebiete grundsätzlich ausgeweitet werden sollen. „Wir wollen doch nicht, dass in Franken die Versorgung durch Rieswasser wegen uns hier eingeschränkt wird“, betont ein Anwohner aus Deisenhofen. Denn genau das hat Rieswasser wohl vor, sollte es zu einer Übereinkunft in Höchstädt kommen.

Der Bund Naturschutz wird sich mit sämtlichen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für den Schutz und Erhalt des Wasserschutzgebietes einsetzen, versicherte Heidi Terpoorten und machte zudem auf das Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ aufmerksam. „Wir fordern hier ganz klar von Ministerin Aigner eine Neubewertung der Trassendiskussion.“ Bei der Ortsgruppengründung und unter den 16 neuen BN-Mitgliedern sind mehrere junge Menschen.

Sie wollen sich, zusammen mit dem neu gewählten Vorstand, Biobauer Karl Baumgartner aus Deisenhofen und seiner Stellvertreterin und Gemeinderätin Michaela Kölle, gemeinsam mit dem gesamten elfköpfigen Ortsgruppenvorstandsteam, zukünftig für den Schutz ihrer Heimat besonders einsetzen. Neben dem aktuellen Aufregerthema der Nordumgehung beschäftigt die Bund-Naturschutz-Mitglieder vor Ort Themen rund um die Landwirtschaft, Naherholung, Artenvielfalt innerorts und auf den Fluren rund um Deisenhofen und Mörslingen sowie die Pflege der Gräben und der Schutz der Insekten wie Wildbienen. (pm)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren