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Der Giersch - vom Feind zum Freund

Kommentar Von Birgit Alexandra Hassan
30.03.2021

Noch ziert keine einzige Blume das Beet, schon wuchert er wild zwischen allen Pflanzen dahin. Mühsam sitze ich stundenlang auf den Knien, zerre meterlange Wurzeln aus dem Boden und muss immer wieder erkennen: Der widersteht selbst der schärfsten Hacke. – Ein Blick 20 Jahre zurück.

Dann die erste Kräuterwanderung vor zehn Jahren, kurz nach einer schweren Krebserkrankung. Ein Loblied auf ihn, der sich nicht unterkriegen lässt, immer wieder aufsteht und dem Licht und Leben entgegenstrebt. So sollten wir uns seine Wirkkraft vorstellen. Diese Kraft übertrage er auch auf uns, erzählt die Kräuterexpertin.

Ich beginne nachzudenken, probiere vorsichtig – ein einzelnes Blatt. Dieses hart bekämpfte Unkraut soll schmecken? In einem Teil des Gartens darf er wuchern, den Rest bekämpfe ich weiterhin.

Alljährlich taucht er fortan nicht nur in meinem Garten, sondern auch in Artikeln, Gesprächen und Rezepten über Wildkräuter immer wieder auf. Vor drei Jahren wage ich das erste Pesto – und blicke überrascht auf das in kürzester Zeit leer gegessene Glas.

Dann das Jahr 2020. Die ganze Welt spricht von Virenangriffen in unserem Körper und der Wichtigkeit eines starken Immunsystems. Was schadet? Was hilft?

Ich erinnere an den Widerstand und Lebenswillen dieser dreiblättrigen wilden Naturpflanze. Unkraut – von wegen! Mit Freuden entdecke ich dieses Jahr die ersten kleinen Triebe, mit Vergnügen pflücke ich die jungen Blättchen, mit Genuss verspeise ich mehrere davon täglich. Und mit Interesse werde ich beobachten, wie sich das Verhältnis zu meinem lieb gewonnenen Freund – dem Giersch – weiter entwickelt.

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