Dillingen/Lauingen

07.11.2019

Der Strom wird teurer

Die Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen machen Strom teurer. Was die Gründe dafür sind.
Bild: Bernhard Weizenegger

Warum die Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen die Preise zum 1. Januar 2020 anheben und wie sich dies auf einen Durchschnitts-Haushalt auswirkt.

Die Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen (DSDL) erhöhen die Strompreise. Das haben die Mitglieder der Verbandsversammlung am Mittwoch einstimmig beschlossen. Die Verbandsvorsitzende, Lauingens Bürgermeisterin Katja Müller, und ihr Stellvertreter, Oberbürgermeister Frank Kunz, hatten darauf hingewiesen, dass es den Stadtwerken bis zum Jahr 2019 gelungen war, den Strompreis der DSDL stabil zu halten. Sie baten Werkleiter Wolfgang Behringer um eine Erklärung, warum eine Erhöhung des Strompreises für die etwa 17.000 Kunden notwendig sei.

Umlagen und Abgaben steigen seit Jahren

Behringer betonte, dass sich die Donau-Stadtwerke als verlässlicher Partner vor Ort in allen Fragen rund um die Energieversorgung verstehen. „Und wir stehen für faire Preise sowie eine offene Kommunikation mit den Kunden“, erklärt der Werkleiter in einer Pressemitteilung. Er informierte die Dillinger und Lauinger Stadträte in der Verbandsversammlung detailliert, warum die Erhöhung des Strompreises unumgänglich sei. So habe der Gesetzgeber die Abgaben und Umlagen, die auf den Strompreis entfallen, ab dem 1. Januar 2020 neu festgesetzt. Die EEG-Umlage, die den Ausbau der erneuerbaren Energien fördert, die KWK-Umlage (fördert die ressourcenschonende gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom) und die Offshore-Umlage (Ausgleich für nicht eingespeisten Windstrom) sowie die darauf entfallende Mehrwertsteuer sind laut Behringer seit Jahren ausschlaggebend für deutschlandweit steigende Strompreise. Ebenso seien die Kosten für die Netzentgelte in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.

Weiter erklärte der Werkleiter dem Gremium, dass die Umlagen und Abgaben seit Jahren steigen. Behringer sagte: „Trotz der Steigerung um fast 16 Prozent ist es den DSDL bis 2019 gelungen, die Stromtarife aufgrund unserer verbesserten Einkaufskonditionen stabil zu halten.“ Für das kommende Jahr seien allerdings sowohl die Einkaufspreise als auch die Netzentgelte in einem solchen Maß gestiegen, „dass wir die Steigerungen an unsere Kunden weitergeben müssen“. Aus diesem Grund heben die DSDL zum 1. Januar 2020 die Preise in der Grund- und Ersatzversorgung um brutto 1,54 Cent pro Kilowattstunde an. Behringer führte hierzu das Beispiel von einem Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 kWh im Jahr an. Hier würden die zukünftigen Mehrkosten im Monat 4,49 Euro brutto (inklusive Mehrwertsteuer) betragen.

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Für Ökostrom ist die Erhöhung geringer

Wenn sich Kunden für den DSDL-Ökostrom entscheiden, betrage die Erhöhung bei gleichem Verbrauch nur 3,76 Euro im Monat, rechnete Behringer vor. Der Grund: Die Einkaufskonditionen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen haben sich verbessert, und die Stadtwerke geben diesen Vorteil laut Werkleiter an ihre Kunden weiter. „Ein Wechsel in einen unserer Wahltarife ist einfach und kann in einem unserer Kundencenter erledigt werden“, sagt Behringer.

Verbandsvorsitzende Katja Müller sagte: „Jeder hat so die Möglichkeit, seinen eigenen CO²-Fußabdruck zu verbessern und etwas für den Klimaschutz zu tun.“ Ihr Stellvertreter Frank Kunz wies darauf hin, dass die Stadt Dillingen im Versorgungsgebiet der DSDL alle städtischen Gebäude inklusive der Straßenbeleuchtung bereits im Jahr 2011 auf den klimafreundlichen Ökostrom umgestellt und somit bisher über 7500 Tonnen CO² eingespart hat. (pm, bv)

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