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Wittislingen

05.02.2019

Der Wittislinger Geschichten-Erzähler

Harald Lemmer verfasst die Schriftreihe „Wittislinger Geschichten“.
Bild: Jakob Stadler

Harald Lemmer hat das erste Buch „Wittislinger Geschichten“ verfasst. Die Schriftreihe soll auch die erreichen, die keine dicke Ortschronik lesen wollen.

Harald Lemmer hält Band 1 der Wittislinger Geschichten in den Händen. Ein Buch, das auf knapp 130 Seiten auf historische Begebenheiten in der Marktgemeinde und seinen heutigen Ortsteilen eingeht, alte Wittislinger Bräuche erklärt, Sagen erzählt und beschreibt, wie einige Straßennamen entstanden sind. Herausgegeben hat es die Gemeinde, verfasst der Gemeindearchivar Lemmer. Es ist der Auftakt einer Reihe, sechs Bücher sind bereits vom Gemeinderat beschlossen.

Die Gemeinde hat sich bewusst dagegen entschieden, eine Ortschronik zu veröffentlichen, die lückenlos und wissenschaftlich die Geschichte der Kommune erzählt. „Sicher, kaufen würde das viele Bürger“, sagt Lemmer. Die Frage sei aber: Wer liest dieses dicke Buch? So entstand die Idee, stattdessen mehrere kürzere Bücher zu schreiben, die als Schriftreihe erscheinen sollen. Inhaltlich sei Buch zwei eigentlich schon fertig, erklärt Lemmer. Die Bände werden sporadisch erscheinen, einen genauen Zeitplan gibt es nicht.

Ein Buch, das viele Themen anschneidet

Das erste Buch schneidet viele verschiedene Themen an, ohne diese abschließend zu erörtern. Der Abschnitt zum Thema Brauchtum umfasst etwa lediglich die Bräuche des ersten Halbjahres. Zwar hätte Lemmer auch ein monothematisches Buch schreiben können in dem er etwa die Geschichte „400 Jahre Fabrik Zöschlingsweiler“ komplett erzählt. „Aber es soll ja vielfältig sein“, sagt er. Deshalb ist nur der erste Teil der Geschichte über die Papierherstellung in dem Ortsteil im Buch, dafür werden viele Themen angesprochen. So, das ist die Hoffnung, eignet sich „Wittislinger Geschichten“ auch für diejenigen, die eine dicke Ortschronik nicht durchlesen würden.

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Lemmer ist Gemeindearchivar und beschäftigt sich viel mit der Geschichte seines Ortes, noch mehr, seit er in Rente ist. „Ich bin eingeborener Wittislinger“, erklärt der 74-Jährige. Dazu saß er 38 Jahre im Gemeinderat und war lange zweiter Bürgermeister. Sein Vater war 30 Jahre lang Bürgermeister der Marktgemeinde – so hat Lemmer bereits früh viel über seine Kommune erfahren und ist besonders interessiert an der regionalen Geschichte. Einige Dokumente, in denen er forscht, stammen von seinem Vater. Auch aus der Bevölkerung habe er immer wieder gute Quellen bekommen. Der Archivar erklärt, er verbringe viel Zeit damit, die Archivarien, die oben im Rathaus lagern, zu begutachten und zu ordnen. Aktuell beschäftige er sich mit dem Ersten Weltkrieg. Da gebe es derart exakte Quellen, etwa über Schlachtpläne der preußischen Truppen, dass es schnell umfangreich werde. „Man kann halt unheimlich viel forschen.“

"Wittislinger Geschichten" wird bereits angeboten

Das Buch hat Lemmer fast im Alleingang bis zum Druck gebracht. Die ehemalige Lehrerin Gerda Steiner hat seine Texte lektoriert, die Druckerei hat am Ende noch das Cover entworfen. Seit einigen Wochen gibt es Band 1 nun zu kaufen. Das Buch wird im Wittislinger Rathaus im Einwohnermeldeamt (Zimmer 1) oder im Vorzimmer des Bürgermeisters (Zimmer 9) zu den üblichen Öffnungszeiten angeboten. Bürgermeister Ulrich Müller erklärt, es sei möglich, das Buch zu einem günstigen Preis zu verkaufen, weil sich die Raiffeisenbank Wittislingen mit 500 Euro an den Druckkosten beteiligt hat. Die Gemeinde will auch für die weiteren Bände Sponsoren suchen, um so einen Teil der Kosten zu decken. Man habe sich für das DIN-A4-Format entschieden, so kommen die ab gedruckten Bilder und Zeichnungen gut zur Geltung.

Rückmeldungen hat Lemmer auch schon bekommen. „Mich hat zum Beispiel einer angerufen, der sich viel mit Geschichte befasst“, sagt er. Was er gesagt hat? „Ich soll so weiter machen.“ Auch sonst habe er von einigen gehört, dass sie das Buch interessant fanden – weil es über das hinausgeht, was schon anderswo veröffentlicht wurde.

Die Rückmeldungen freuen ihn. Und sollte er einmal noch etwas zu einem Thema erfahren, dass er schon bearbeitet hat, dann zeige sich der nächste Vorteil einer Schriftreihe. „Wenn man mal eine Ergänzung hat, kann man ein Buch nicht so leicht noch einmal neu auflegen.“ In seinen Wittislinger Geschichten kann er Themen hingegen jederzeit wieder aufgreifen. (mit pm)

Das Buch wurde beim Wittislinger Neujahrsempfang vorgestellt: Ulrich Müller über Herausforderungen und Fortschritt in Wittislingen

Harald Lemmer verfasst auch die Chronik für die Gemeinnützige Baugenossenschaft Lauingen: Fast 100 Jahre alt und noch große Pläne

Unsere Straßen-Serie mit Beiträgen von Harald Lemmer:

Schindbühl: Der unehrliche Schinder

Kasarmen: Doch nicht „arm“

Reiche Gasse: Weil die Wittislinger neidisch waren


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