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Nordschwaben

12.07.2019

Die Banken-Ehe ist perfekt: Dillingen und Nördlingen fusionieren

Die Sparkassen Dillingen und Nördlingen fusionieren und bilden künftig die Sparkasse Dillingen-Nördlingen. Außen vor ist bei diesem Zusammenschluss die Sparkasse Donauwörth.
Bild: Berthold Veh (Archiv)

Die Sparkassen Dillingen und Nördlingen fusionieren. Die Beteiligten machen deutlich: Ziel ist es, auch Donauwörth ins Boot zu holen. Was sich für Kunden ändert.

Nun ist es offiziell: Die Sparkassen Dillingen und Nördlingen fusionieren und bilden die neue Sparkasse Dillingen-Nördlingen. Am Freitag stimmten auch der Dillinger Kreistag sowie der Zweckverband der Kreis- und Stadtsparkasse Dillingen dem Zusammenschluss zu. Am Nachmittag unterzeichneten die Verantwortlichen die Verträge. Juristisch wirksam wird die Fusion zum 30. August. Durch die Banken-Ehe entsteht ein Geldinstitut mit deutlich größerer Schlagkraft. Das Bilanzvolumen steigt auf fast zwei Milliarden Euro (siehe Infokasten). Auch das Volumen für Großkredite wächst. Dillingens Landrat Leo Schrell, gleichzeitig Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes, betonte, dass eine leistungsstarke Bank besser auf die Herausforderungen der Zeit reagieren könne, etwa die Digitalisierung oder die Niedrig- beziehungsweise Minuszinsphase.

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Ziel ist nach wie vor eine Sparkasse Nordschwaben

Die Banken-Ehe ist das Ergebnis von zahlreichen Verhandlungen in den vergangenen Monaten und Jahren. Ursprünglich war eine Sparkasse Nordschwaben angedacht, die auch das Geldinstitut aus Donauwörth eingeschlossen hätte. Doch die Beteiligten aus Dillingen und Donauwörth wurden sich nicht einig, wo die künftige Handelsniederlassung der Bank sein sollte. Da es keine Einigung mit den Verantwortlichen der Sparkasse Donauwörth gab, fusionieren lediglich zwei der drei nordschwäbischen Banken – mit Dillingen als Hauptsitz.

Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul, bisheriger Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Nördlingen, legte dar, warum man sich für Dillingen und gegen Donauwörth als Partner entschied. Dieses Bündnis sei „zukunftsträchtiger“ und mit einem „Mehrertrag“ für Kunden und Träger verbunden. Laut Faul haben die beiden Städte auch landschaftliche Verbindungen, etwa durch das Südries und den Raum Bissingen. Stefan Rößle, Donau-Rieser Landrat, bedauerte das Scheitern der Verhandlungen mit Donauwörth. Ein Dreierbündnis hätte nach seinen Angaben Sinn gemacht – und würde es weiterhin tun. „Ich bin ein Verfechter dieser Idee und glaube fest daran, dass wir irgendwann eine nordschwäbische Sparkasse haben werden.“ Auch Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz betonte, dass die Türe für eine Zusammenarbeit weiterhin offensteht und das Angebot zu Gesprächen immer gelte. „Ich bin zuversichtlich, dass sich in den nächsten Jahren das Eine oder Andere entwickeln wird“, sagte Kunz.

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Kunden sollen kaum etwas spüren

Die Vertreter der beteiligten Sparkassen betonten, dass die Kunden die neuen Verhältnisse kaum spüren werden. Bankkarten behalten demnach ihre Gültigkeit, bis sie ablaufen und werden dann ausgetauscht. Auch Briefbögen, auf denen Angaben der bisherigen Banken zu lesen sind, müssen nicht neu gedruckt werden. Ob Kunden ihre Kontonummern langfristig behalten können, ist laut Martin Jenewein von der Sparkasse in Dillingen derzeit noch unklar. Im April 2020 werden die beiden Banken in Dillingen und Nördlingen auch technisch fusionieren, bis dahin solle diese Frage geklärt werden. Die Zahl der Filialen und der Mitarbeiter wird sich durch die Fusion nicht verringern, bekräftigen die Verantwortlichen. Eine Folge für Mitarbeiter könnte sein, dass sie, bedingt durch die Zusammenlegung von Abteilungen, nun ihren Arbeitsplatz von Nördlingen nach Dillingen und umgekehrt verlegen müssen. Dafür soll es verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten geben, heißt es. Laut Hermann Faul besteht durch das erhöhte Finanzvolumen „die eine oder andere Möglichkeit mehr“ für Sponsoring oder Spenden.

Bei der Unterzeichnung: (vorne von links) Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz, Dillingens Landrat Leo Schrell, Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul und der Donau-Rieser Landrat Stefan Rößle. Hinten von links: Martin Jenewein, Thomas Schwarzbauer (beide Sparkasse Dillingen), Wolfgang Winter und Karlheinz Wiesinger (Sparkasse Nördlingen).
Bild: Andreas Schopf

Bevor die Verträge unterschrieben wurden, hatte am Freitagvormittag auch der Dillinger Kreistag für die Sparkassen-Fusion gestimmt, gegen die Stimmen der beiden Republikaner. Die Fusion sei kein Selbstzweck, sondern die Konsequenz daraus, „dass wir ein öffentlich-rechtliches Institut sind. Wir haben einen öffentlichen Auftrag, es geht nicht um Gewinnmaximierung“, betonte Landrat Leo Schrell. Mit Sparkasse, Volks- und Raiffeisenbank sei man in der Fläche verortet. Dillingens Oberbürgermeister Kunz hatte die Zustimmung seitens der CSU-Fraktion zugesagt. Der Sparkasse sei es im Vorfeld gut gelungen, die Beweggründe für den Zusammenschluss transparent und deutlich zu erklären. Strategisch gesehen sei die Fusion ein Meilenstein zur Sicherung einer starken Bank in der Region.

Höhere Kredite sollen den Firmen zugutekommen

Hermann Mack von den Republikanern hätte sich eine kleine Bank gewünscht, die flexibel auf Marktveränderungen reagieren kann. Die Übernahme aller Arbeitnehmer und Azubis freute die Grünen. Ludwig Klingler ergänzte: Die Möglichkeit, höhere Kredite zu vergeben, käme den Firmen zugute, die im internationalen Wettbewerb stehen. Es sei nur schade, dass die Donauwörther Sparkasse nicht mit im Boot ist.

Weil die Übernahme des Personals zugesichert wurde, war auch die SPD einverstanden, versicherte Jürgen Hartshauser. Willy Lehmeier, Freie Wähler, lobte die Professionalität aller am Zusammenschluss Beteiligten. Neue Stellvertreterin von Landrat Leo Schrell im Zweckverband der Sparkasse ist Ingrid Krämmel.

Lesen Sie hier einen Kommentar: Die Sparkassenfusion wurde genial eingefädelt

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